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Analyse
Der Dortmunder Meistertraum ist nicht erst in Gladbach geplatzt

(Foto: dpa)
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Dortmund – An Emotionen mangelte es im Meisterkampf am letzten Spieltag nicht. Bei Borussia Dortmund hielten sich Frust und Stolz die Waage. Um am Ende tatsächlich Deutscher Meister zu werden, hätte sich der BVB im Saisonverlauf stabiler präsentieren müssen. Doch damit hätte im vergangenen Sommer wohl ohnehin niemand gerechnet. Ein analytischer Blick zurück.

Natürlich hat der BVB die Deutsche Meisterschaft nicht erst am letzten Spieltag verspielt. Wer das glaubt, denkt viel zu kurz. Mit dem Schlusspfiff in München, dem 5:1-Sieg der Bayern gegen Eintracht Frankfurt, war zwar endgültig klar, dass es nichts wird mit dem neunten Titel der Borussen. Aus der Hand gegeben hat Schwarz-Gelb die Schale schon vorher. Aber der Reihe nach. Wieso tut den Fans die Vizemeisterschaft in diesem Jahr so weh, wo sie doch in der Vorsaison noch gefeiert worden wäre wie der Weltpokal?

Ein Grund für den Frust ist die Überraschung, dass am letzten Spieltag überhaupt noch eine Chance auf die Meisterschaft bestand. Niemand in Dortmund hat zu Saisonbeginn ernsthaft vom Titel gesprochen. Zu präsent war noch der Schrecken aus dem Vorjahr. Man hatte gesehen, wie schnell die Euphorie wieder gebremst werden kann, nachdem es nach sieben erfolgreichen Spielen mit Peter Bosz rapide abwärts ging. Unter Bosz-Nachfolger Peter Stöger wurden zwar die Ergebnisse besser, eine echte Liebe wurde aber auch daraus nicht. Klar, dass die Erwartungen in den neuen Mann Lucien Favre nicht ganz so hoch waren, wie es ein Trainer seiner Güteklasse eigentlich verdient gehabt hätte.

Favre selbst stapelte von Beginn an tief, sprach davon, die Mannschaft erst über mehrere Jahre hinweg aufbauen zu müssen. Die Meisterschaft schon in der ersten Saison war schlichtweg nicht einkalkuliert. Diese Einschätzung erwies sich letztlich als wahr. Das lag im Wesentlichen an der Dortmunder Inkonstanz. Und zwar sowohl bei den Spielern als auch beim Trainer. Favre hatte die 0:5-Klatsche in München mit seiner Angsthasen-Taktik zu verantworten. Seine Schützlinge ließen in Bremen und – aus Fan-Sicht noch viel schlimmer – im Revierderby gegen Schalke trotz Überlegenheit und jeweils nach einer Führung wichtige Punkte liegen.

Dass das BVB-Mobil auf Langstrecken gelegentlich etwas holprig unterwegs war, kam nicht von ungefähr. Solche kleinen Stotterer, gerade gegen vermeintlich schwächere Gegner, waren dem radikalen Umbau im Sommer geschuldet. Neue Abwehrstoßstange (Diallo, Hakimi), neuer Mittelfeldmotor (Delaney, Witsel), kurz nach Saisonbeginn noch eine neue Kühlerfigur als Option für ganz vorne (Alcacer). Wie schnell Konstrukteur Favre diesen Wagen auf Touren bringen könnte, schien damals noch ungewiss. Letztendlich ist man gut am Ende der Saison angekommen, auch ohne den Meistertitel im Gepäck.

Dass eine so junge und neuformierte Mannschaft wie die des BVB nicht 34 Spiele lang konstant bleibt, ist erst einmal nicht schlimm. Entwicklungspotenzial ist reichlich vorhanden. Das Team hat – erst recht, wenn es mit Spielern wie Julian Brandt, Thorgan Hazard, Nico Schulz oder Felipe Luis verstärkt wird – in der kommenden Saison beste Chancen auf den Titel. Und so ist die verpasste Meisterschaft am Ende nur eines: schade. Schade, dass auch im siebten Jahr in Folge ein deutsches Fußball-Wunder in der Bundesliga ausblieb.

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3488:325678
2Dortmund3481:443776
3RB Leipzig3463:293466
4Bayer 043469:521758

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