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BVB-Kommentar
Dietmar Hopp ist selber schuld!

(Foto: dpa)
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Hoffenheim – Die Empörung über die geschmacklosen Banner des BVB-Anhangs gegen Dietmar Hopp ist groß. Susanne Hein-Reipens Mitleid hält sich in Grenzen, denn sie ist der Auffassung, dass der Hoffenheim-Mäzen die neuerliche Eskalation unnötiger Weise selber provoziert hat.

Dazu auch der Kommentar: Auch ein Feindbild hat Respekt verdient

Vorweg: Juristisch gesehen ist Dietmar Hopp im Recht. Die Bezeichnung als „Hurensohn“ und „Sohn einer Hure“, ob auf Transparenten oder verbal, erfüllt den Straftatbestand einer Beleidigung. Er hat als Betroffener daher die Möglichkeit, einen Strafantrag gegen die Täter zu stellen.

Dass die Beleidigung als eins der seltenenen „absoluten Antragsdelikte“ ausgestaltet ist, das ohne Initiative des „Geschädigten“ nicht verfolgt wird, zeigt jedoch, dass der deutsche Gesetzgeber den kriminellen Gehalt einer solchen Tat als gering einstuft. „Wo kein Kläger, da kein Richter“ nennt es der Volksmund; man könnte es auch als gesunden Menschenverstand bezeichnen, dass Gerichte Wichtigeres zu tun haben.

Apropos Wichtigeres: Geht es nach den gegnerischen Fans, wimmelt es in deutschen Stadien jedes Wochenende nur so von Arschlöchern, Wichsern und Hurensöhnen. Tausende. Zehntausende. Wenn alle Adressaten dieser Sprüche jedes Mal weinend zur Staatsanwaltschaft rennen, weil sie sich in ihrer sensiblen Seele gekränkt fühlen, dürfte die übrige Strafverfolgung in Deutschland bald zum Erliegen kommen. 

Jahrzehntelang haben es Spieler, Funktionäre und Fans geschafft, Sprüche aus dem Stadion, auch wenn diese die Niveaulatte deutlich gerissen haben, im Stadion zu belassen. Kein Spieler, der nicht mal von gegnerischen Fans angeprollt wurde, kein Torwart, der sich nicht beim Abstoß Mutmaßungen über seine Mutter anhören musste. Gerald Asamoah hätte vermutlich das komplette Westfalenstadion verklagen können, Kevin Großkreutz findet nicht viele Schalker, die ihm nicht schon verbal die Pest an den Hals gewünscht haben. Uli Hoeneß, Martin Kind oder Dietrich Mateschitz sind ebenfalls rote Tücher für jeden Gästeanhang, doch sie ertragen es zumindest nach außen ungerührt, ebenso wie ganze Generationen „schwarzer Säue“ an der Pfeife.
 

Nun muss ein Verhalten, nur weil es jahrzehntelang üblich oder geduldet war, noch lange nicht richtig oder akzeptabel sein. Vielleicht käme der ideale Fußball wirklich ohne Schmähungen des Gegners aus. Andererseits: Solange es alle Beteiligten sportlich nehmen und die verbalen Scharmützel nicht über das Stadionumfeld hinausgehen und vor allem keine körperliche Gewalt nach sich ziehen, gehört die Rivalität einfach dazu. Sich im Stadion auch mal gehen lassen zu können, hat für viele Fans eine wichtige Ventilfunktion.

Schon von Jugendspielern wird erwartet, sich nicht provozieren zu lassen, ja, selbst Kindergartenkinder merken schon, dass es nur Spaß macht, jemanden zu ärgern, wenn dieser auch reagiert. Wenn die Provokationen vermeintlich ungehört verpuffen, hören sie meistens sehr schnell auf. An dieser Stelle hat Hopp, der ausweislich seiner Lebensleistung ein durchaus intelligenter Mann sein muss, jedoch kläglich versagt. Hätte er die ersten Beleidigungen in seine Richtung als unvermeidbaren Neid, den man sich erarbeiten muss, eingeordnet und elegant überhört, würde er längst nicht mehr häufiger zur Zielscheibe als andere Funktionäre auch. Wer aber öffentlich so unsouverän und dünnhäutig reagiert bis hin zum absurden Einsatz von Schallkanonen und der Forderung nach Spielabbrüchen bei unfeinen Transparenten, der ist, sorry, größtenteils selber schuld.

Wer auch nur einen Funken Ahnung hat, wie Fußballfans ticken, dem MUSS klar gewesen sein, dass die 30 Strafanzeigen nebst Stadionverbot nicht unkommentiert bleiben würden. Genausowenig muss man ein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sich die Lage nach dem neuerlichen Gejammer um „Hass und Hetze“ bis zum angeblichen „Mordaufruf“ - ja, ein Fadenkreuz ist extrem geschmacklos, aber glaubt jemand ernsthaft, dass die BVB-Fans Hopp nach dem Leben trachten?! - weiter verschärfen wird. Je mehr Hopp versucht, mit Repressalien, Staatsanwaltschaft und DFB seinen Willen durchzusetzen, desto mehr Fans werden sich solidarisieren, um ihm zu beweisen, dass es faktisch unmöglich ist, alle Kurven zu political correctness zu zwingen. 

Diesen Kampf kann Hopp nicht gewinnen, aber er könnte ihm elegant ein Ende bereiten und seine Mannschaft sportlich die Antwort geben lassen. Aber „Der Klügere gibt nach“ scheint nicht sein Motto der Wahl zu sein...
 

 


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2Dortmund2664:303460
3RB Leipzig2644:202449
4M'gladbach2645:311447

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