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Nach der 0:5-Pleite gegen Bayern
Fahrlässig im Spitzenspiel: Darum muss sich Favre Kritik gefallen lassen

(Foto: dpa)
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München – Borussia Dortmund fuhr als Tabellenführer mit breiter Brust nach München, zeigte dann aber alles andere als einen meisterlichen Auftritt. Stattdessen enttäuschten die Schwarzgelben auf ganzer Linie. Ein extrem schwacher Auftritt, mit dem so nicht zu rechnen war, ebenso wenig wie mit der Aufstellung. Und wegen dieser muss sich der BVB-Coach jetzt auch Kritik gefallen lassen…

Gut, der BVB hat mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Stürmer Paco Alcácer (Armverletzung) stand Lucien Favre ebenso wenig zur Verfügung wie Christian Pulisic (Musekelfaserriss), Achraf Hahimi (Mittelfußbruch) und Raphael Guerreiro (muskuläre Probleme). Dass er aber ausgerechnet Kapitän Marco Reus gegen Bayern München in die Sturmspitze stellte, überraschte dann aber trotzdem. „Jeder weiß, dass es vorne nicht meine Lieblingsposition ist und ich da nicht spielen möchte“, so Reus nach dem Abpfiff, betonte dann aber noch. „Das ist keine Ausrede. Jeder spielt da, wo der Trainer ihn aufstellt.“

Klar, der Trainer entscheidet letztendlich, hat sich und dem Team aber definitiv keinen Gefallen getan, indem er Reus in die Spitze beorderte. Der Dortmunder Kapitän hing vorne komplett in der Luft, verzeichnete keinen einzigen Schuss aufs Tor und hatte die zweitwenigsten Ballkontakte beim BVB.

Warum Favre Reus nicht aus der zweiten Reihe agieren ließ und stattdessen, wie schon öfter in dieser Saison, von Beginn an auf Mario Götze ganz vorne setze, verwunderte daher sehr. Götze saß sogar bis zur 62. Minute nur auf der Bank. Favre vertraute dagegen auf Mahmoud Dahoud, den er zuletzt kaum berücksichtigte. Sein Startelfeinsatz hätte allerdings beinahe sogar bezahlt gemacht, schließlich hatte er die Führung in der 10. Minute auf dem Fuß, vergab aber diese einzige Megachance und blieb danach blass. Eine frühere Einwechslung Götzes wäre daher sinnvoller gewesen.

 

Aber nicht nur offensiv sorgte die von Favre gewählte Startformation für Verwunderung. Defensiv ließ er Lukasz Piszczek von Beginn an hinten rechts spielen, obwohl dieser nach zweimonatiger Verletzungspause gerade erst wieder einsatzfähig ist. Die fehlende Spielpraxis der letzten Monate war dem Polen deutlich anzumerken, er musste allerdings bis zur 69. Minute warten, ehe ihn Favre erlöste und Marius Wolf für ihn aufs Feld schickte.

Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou erlöste Favre dagegen zumindest mit dem Beginn der zweiten Halbzeit. Den 19-Jährigen hätte er aber durchaus früher, sprich schon im Verlauf der ersten Halbzeit auswechseln können, wenn nicht gar müssen. Der Youngster war mit dem Bayern-Sturm einfach von Beginn an völlig überfordert.

Lucien Favre selbst, sagte nach dem Spiel, er wisse nicht, ob eine andere Aufstellung tatsächlich besser gewesen wäre. Sportdirektor Michael Zorc wurde sogar wütend als er auf mögliche Fehler in der Aufstellung angesprochen wurde. „Wer das Spiel an einer Aufstellung oder Formation festmacht, der hat keine Ahnung vom Fußball. Hier ging es um ganz andere Sachen. Wir hätten auch in einem 11-0-0-System spielen können und hätten auch verloren. Das ist komplett der falsche Ansatz. Wir haben Fehler gemacht, die du normal so einfach nicht machst“, so Zorc in den Münchner Katakomben.

Es stimmt, der BVB hat teilweise unnötige Fehler gemacht. Individuelle Patzer, wie der von Zagadou kurz vor dem zweiten Gegentreffer, haben es den Bayern am Samstag viel zu leicht gemacht. Dass die Wahl der Formation allerdings belanglos sei, wie Zorc es darstellt, ist mehr als zu hinterfragen.

Schließich hat gerade Reus nicht nur einmal den Unterschied in einem Spiel gemacht. Ihn auf einer für ihn ungeliebten Position aufzustellen, ist aber immer noch das eine. Es nicht frühzeitig zu korrigieren, wenn offensichtlich ist, dass der Kapitän wirkungslos agiert, ist dagegen aber sogar fahrlässig im Meisterschaftskampf. Und Gleiches gilt eben auch für die „späten“ Wechsel, die eindeutig früher hätten stattfinden sollen. Unsicherheit nach den ersten beiden Gegentreffern, die laut Reus, dem Team schon das Genick gebrochen hätten, hin oder her…

Eine Garantie für ein besseres Spiel, wäre natürlich eine Formationsänderung nicht gewesen. In diesem Punkt ist Favre Recht zu geben, also dass er nicht wisse, ob es anders besser gelaufen wäre. Der Versuch aber wäre es wert gewesen. Mehr noch: Es hätte mit Blick auf die Meisterschaft versucht werden müssen, denn zumindest hätte es kaum schlechter werden können.

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3488:325678
2Dortmund3481:443776
3RB Leipzig3463:293466
4Bayer 043469:521758

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