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Henrikh Mkhitaryan: Das Sorgenkind startet durch

Henrikh Mkhitaryan kommt beim BVB an. (Foto: firo sportphoto)
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Dortmund – Endlich scheint er angekommen bei Borussia Dortmund. In der noch jungen Saison, die für die Schwarz-Gelben vier Pflichtspiele alt ist, ragt ein Spieler heraus: Henrikh Mkhitaryan. Sechs Treffer hat er auf seinem Konto – bereits jetzt einer mehr als in der gesamten vergangenen Saison. 

Lächelnd und zufrieden stand Henrikh Mkhitaryan am Samstagabend gut eine Stunde nach Abpfiff in den Katakomben des Dortmunder Stadions. Was er in dieser Saison anders machen würde als in der bescheidenen Spielzeit 2014/15 wurde er gefragt. Der Armenier hatte eine einfache Antwort: "Ich tue das, was der Trainer von mir erwartet." Und das scheint ihm derzeit leichter zu fallen als in seinen zwei bisherigen Jahren beim BVB. Er paart seine exquisite Technik endlich mit seinem konsequenten Torabschluss. Die Symbiose scheint gelungen.

Trotz einer überragenden Leistung gegen Borussia Mönchengladbach macht er keine Anstalten abzuheben. Ein Lautsprecher war er noch nie. Kampfansagen wird man von ihm wohl nie hören. Vielmehr dankt er seiner Mannschaft und seiner Familie für die Unterstützung. Er hat seinen Platz gefunden und Thomas Tuchel hat ihn verstanden: "Ich mochte seine Ausstrahlung – kreativ, sensibel, irgendwie ein bisschen melancholisch. Die Chemie zwischen uns stimmt, wir haben einen Draht zueinander."

Der Armenier Mkhitaryan ist ein Super-Hirn, so hört man. Er spielt liebend gerne Schach, liest Bücher im Akkord, während seine Teamkollegen an der Playstation zocken, beherrscht fünf Sprachen fließend. Unter Jürgen Klopp wirkte er manchmal missverstanden, übertrainiert, psychisch belastet. Er hatte nicht das Selbstvertrauen, das der sensible Spieler braucht – Pfiffe tun ihm in der Seele weh. 
Tuchel hat ihn wieder aufgebaut, führte vor dem Saisonbeginn ein langes Gespräch mit ihm. Seine gehegten Wechselgedanken waren wie weggeflogen. "Der Trainer hat mir Mut zugesprochen. Das hat mir Selbstvertrauen gegeben", erklärte er vor wenigen Tagen. Vor allem, dass Tuchel uneingeschränkt auf ihn setzen will, tat ihm gut. Doch Mkhitaryan schränkte das ihm entgegen gebrachte Vertrauen sofort ein: "Wenn ich nicht gut trainiere und nicht gut spiele, bekomme ich auch keinen Stammplatz."

Elegant. Eiskalt.

Den hat er in seiner aktuellen Form definitiv sicher. Er spielt elegant, schnell und präzise. Seine Chancen nutzt er eiskalt. Er spielt Fußball zum Verlieben, zum Zunge schnalzen. Die neue Taktik von Tuchel passt zu ihm. Der BVB spielt überlegter, strategischer. Nicht mehr der absolute Konterfußball, nicht mehr so schnell wie möglich nach vorne, nachdem dem Gegner der Ball abgenommen wird. Der Stratege Mkhitaryan hat nun Zeit, sich seine Spielzüge zu überlegen. Er wirkt gedanklich frischer als in den vergangenen zwei Jahren. Und ihm kommt zu gute, dass er nicht mehr das Spiel gestalten soll. Er hat nicht mehr so viele Ballkontakte, verteilt den Ball aber besser - so wie die Vorgabe des Trainers es verlautete.

Während Mkhitaryan in den vergangenen beiden Jahren häufig so wirkte, als würde er sich zu viele Gedanken auf dem Platz und vor allem vorm Tor machen, ist er in dieser Phase der Saison deutlich entspannter. Tuchel ist nicht nur deshalb begeistert von den Auftritten seines Mittelfeldspielers. "Wir haben heute gesehen, was in ihm steckt. Es ist eine große Freude, sein Trainer zu sein. Er ist ein Musterprofi mit einem tollen Charakter", freute sich Tuchel nach dem Sieg gegen den Wolfsberger AC.

Mkhitaryan versuche, sich immer weiterzuentwickeln und weiß, dass sein erstes Jahr beim BVB "nicht so schlecht war", wie häufig behauptet wurde. Rückendeckung bekommt er von Kapitän Mats Hummels: "Ich habe seine erste Saison nicht so negativ gesehen, wie viele anderen." Und Mkhitaryan selbst sagt im Interview gegenüber spox.com: "Ich habe mich verändert und akzeptiere besser, dass Fußball ein fehlerbehaftetes Spiel ist." 

Durchbruch?

Deshalb traut er sich den endgültigen Durchbruch zu: "Ich hoffe, dass es dieses Jahr mein bestes hier wird." Sein Teamkollege und Kapitän, Mats Hummels, ist sich jedenfalls sicher, dass es so kommen wird. "Ich bin ein großer Fan vom Menschen und Fußballer Mkhitaryan. Er ist ein Spieler, der alles mitbringt, ein Topspieler zu sein", sagte Hummels. 

Welche diese Bereiche sind, fasste Tuchel nach dem Spiel zusammen: "Ihn zeichnen der Trainingsfleiß, seine Offenheit und seine Herzlichkeit aus." Auf dem Platz ist es sicherlich das enorm hohe Tempo, die Ballkontrolle und seine Übersicht - auch wenn er diese Eigenschaften im vergangenen Jahr nicht immer zeigen konnte. Bisher funktioniert das jedoch hervorragend. Sollte er dieses Niveau über die Saison halten, ist er ein großer Anwärter auf den Award des Spielers des Jahres - die Qualitäten sind da, findet auch BVB-Neuzugang Julian Weigl. "Micki hat eine Riesenqualität. Ich sehe ihn jeden Tag im Training und hoffe, dass die drei Tore im Heimspiel ihm einen Schub geben", sagte Weigl. 

 


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34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3488:325678
2Dortmund3481:443776
3RB Leipzig3463:293466
4Bayer 043469:521758

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