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Fahndung beim BVB-Spiel gegen Augsburg
Kritik an der Polizei - Warum unter der Südtribüne ermittelt wurde

(Foto: dpa)
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Dortmund – Mit Verwunderung hat die Fanhilfe Dortmund am Samstag festgestellt, dass die Kriminalpolizei in zivil unter der Südtribüne ermittelt hat. Es geht um mögliche Straftaten, die bereits gut ein Jahr zurückliegen. Die Dortmunder Polizei hingegen versteht die Aufregung nicht. 

Es läuft die 96. Minute als Paco Alcacer im Heimspiel gegen den FC Augsburg einen Freistoß ins Tor des Gastes hämmert und Borussia Dortmund damit einen ganz späten Heimsieg sichert. Die Südtribüne explodiert im Jubel und es hallt ein Jubelschrei durch das Stadion, den Dortmund so vermutlich seit dem legendären Spiel gegen den FC Malaga nicht mehr erlebt hat. 

Bei einigen Fans war die Freude über den Sieg und die fortwährende Tabellenführung aber sicherlich eingeschränkt. Denn sie wurden während des Spiels von der Polizei angesprochen und mussten ihren Personalien angeben. Die KriPo ermittelte während des Spiels in zivil unter der Tribüne. Das berichtete zum Wochenstart die Fanhilfe Dortmund.

Kritik am zivilen Einsatz

Und kritisierte diesen Einsatz. In einer Mitteilung dazu heißt es: "Uns erstaunt nicht nur das Vorgehen der Beamten, welches ein Novum im polizeilichen Handeln im Westfalenstadion darstellen dürfte und unserer Meinung nach das Misstrauen gegenüber den Sicherheitsbehörden nur noch verstärken wird, sondern eben auch wie die nach eigenen Aussagen chronisch überlastete Polizei es immer wieder schafft neue Mittel im Kampf gegen Fußballfans aufzubringen."

Doch worum ging es eigentlich? Das Thema der Ermittlungen liegt schon einige Zeit in der Vergangenheit. Nach dem Derby gegen den FC Schalke 04 im November 2017 jubelte Schalke-Torwart Ralf Fährmann vor der Südtribüne. Das bewegte einige Fans damals dazu, einen "Platzsturm" zu versuchen. Durch ein Fluchttor haben sie es damals geschafft, wirklich an die Wäsche konnten sie dem Torwart aber nicht. Dennoch hatte die ganze Aktion Folgen: Der BVB stellte Anzeigen wegen Hausfriedensbruch. Nach Kenntnisstand der Fanhilfe seien danach einige Strafbefehle und Stadionverbote ausgesprochen worden. 

Polizei versteht Verwunderung nicht

Zurück zum Spiel gegen Augsburg: Laut Pressemitteilung der Polizei Dortmund sind zwei Menschen ermittelt worden, die beim Derby an Straftaten beteiligt waren. Wie viele Menschen unter der Südtribüne kontrolliert wurden, Personalien angeben mussten, dass ist nicht bekannt. Die Fanhilfe Dortmund gab auf Anfrage an: "Es haben sich bereits alle betroffenen Fans bei uns gemeldet und wir haben auch schon ein Gespräch mit einem betroffenen geführt, allerdings benötigen wir noch Zeit, um die Vorgänge abschließend zu bewerten."

Die Polizei hingegen versteht die Aufregung um den Einsatz nicht. "Wir nehmen die Aufgeregtheit über den Einsatz und die Kommentare in den Portalen und den sozialen Netzwerken mit Verwunderung zur Kenntnis. Wir machen nur unsere Arbeit. Es gehört zu den ureigenen Aufgaben der Polizei, Straftäter zu ermitteln", so Cornelia Weigandt.

Ziviler Einsatz keine Premiere

Sie erklärte im Gespräch mit westline weiterhin, dass der Polizei zu konkreten Gesichtern die Namen gefehlt haben. Und bei über 20.000 Menschen auf der Südtribüne würden die Ermittlungen daher schon einmal länger dauern. Einfach schon deshalb, weil man die Leute nicht immer zu Gesicht bekommt, sie mit der Kamera nicht erfasst werden oder auch, weil sie nicht immer im Stadion sind.

Keineswegs seien zivile Einsätze der Polizei beim BVB eine Premiere gewesen. So seien bei den Spielen der Borussia auch szenekundige Beamte im Einsatz. Und diese seien auch nicht uniformiert im Stadion anzutreffen. 

Fanhilfe ruft auf: Keine Angaben machen!

Und dennoch ruft die Fanhilfe Dortmund in ihrem Bericht dazu auf: Fans sollen in vergleichbaren Situationen keine Angaben machen. Konkret heißt es dazu auch: "Solltet ihr mitbekommen, dass Polizeikräfte – egal ob uniformiert oder in Zivil – auf der Suche nach vermeintlichen Straftätern sind, dann meldet euch bitte schnellstmöglich bei der Fanhilfe. Wir werden dann die Arbeit der Beamten dokumentieren und den betroffenen Fans während und nach der Personalienfeststellung konkrete Rechtshilfe leisten."

Für die einen der nächste Misstrauensbeweis, für die anderen nur logische Schritte in der eigenen Arbeit. Am Ende ist das Heimspiel des BVB gegen den FC Augsburg wieder nur ein Beweis dafür: Die Dortmunder Fans und die Polizei werden so schnell keine Freunde mehr.

 

 


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1Dortmund1439:142536
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3FC Bayern1428:181027

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