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Schwierige Phase für den Kapitän
Marcel Schmelzer: Ein "Absturz" mit langem Vorlauf

Marcel Schmelzer. (Foto: dpa)
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Dortmund – Er ist Kapitän des BVB, war Leistungsträger. Aber spätestens nach dem Abschied von Thomas Tuchel wurde Marcel Schmelzer auch kritisch(er) gesehen. In dieser Saison plagten ihn Verletzungen, zuletzt hockte er auch schon mal auf der Tribüne. Bennet Wengatz schaut sich die Situation des 30-Jährigen einmal an.

An Marcel Schmelzer scheiden sich beim BVB die Geister. Kritische Stimmen reichen bis ins Meisterjahr 2011 zurück. Technisch eher limitierte Fußballspieler sind beim BVB nicht mehr gerne gesehen. Konnte in der eingeschworenen Klopp-Truppe, die es bis in Finale der Champions League schaffte, noch jeder Spielertyp seine Stärken einbringen und seine Schwächen kaschieren, so kam es spätestens nach dem Ende dieser Ära im Jahr 2015 zu einem grundlegenden Umdenken.

Schmelzers Rolle veränderte sich. Seine bislang letzte Saison mit wenig Fehlzeiten war 2012/2013 (29 Spiele). Seitdem kamen vielen Verletzungspausen hinzu, manchmal auch einfach Schaffenspausen. 

Eine schwierige Lage für Fußball-Romantiker, die sich ungern von den einstigen Helden trennen. Realisten sagen, niemand habe Schmelzer bis hierhin verdrängen können und der Markt sei ohnehin begrenzt. Kritiker sahen sich unlängst bestätigt, dass selbst ein gelernte Innenverteidiger wie Manuel Akanji einen größeren Mehrwert für das Spiel der Dortmunder Borussia hat als der möglicherweise scheidende Kapitän.

Aber wie kommt es, dass ein Spieler dermaßen unterschiedlich betrachtet wird? Nun, wer sich an sein Champions-League-Tor gegen Real Madrid im Jahr 2012 erinnert, kann sich denken, dass es einige gibt, die ihn in allen Ehren halten und noch heute unterstützen. Diese Gruppe wird sich in seinem diesjährigen Saisontor gegen Atalanta Bergamo wohl bestätigt sehen.

Ansonsten hat er noch eine Vorlage zu verzeichnen. Am 6. Dezember 2017 bediente er Aubameyang mit einer zugegebenermaßen sehr schönen Flanke. Der Gegner war an diesem Tag wieder Real Madrid. Torbeteiligungen in der Bundesliga sind bei Schmelzer in diesem Jahr dagegen Fehlanzeige. Und auch wenn man sich an die Regel hält, seine Position nicht vorrangig anhand des Offensiverfolgs zu beurteilen, könnte man auf die Idee kommen, dass Schmelzer für das Dortmunder Spiel nur wenig belebend ist. Vor allem, wenn man beobachtet, wie oft Manuel Akanji als Linksverteidiger an Offensivaktionen beteiligt ist.

Und auch von Raphael Guerreiro, der aufgrund seiner dauerhaften Verletzungen wohl kein ernsthafter Konkurrent mehr sein wird und den Verein entweder verlassen wird oder sich mal wieder (gegen seinen Wunsch) auf einer anderen Position eingesetzt sieht, konnte man stets mehr Durchschlagskraft erwarten als von Marcel Schmelzer.

Zu viel "nicht schaden wollen"

Leonardo Dede, einst zum Herbst seiner Karriere von Schmelzer verdrängt, brachte Aktionen, von denen selbst die größten Schmelzer-Befürworter beim Magdeburger nicht mehr zu träumen wagen. Ein dreifacher Heber gegen Mailand ist dann doch nochmal eine andere Hausnummer als den Anspruch, dem eigenen Spiel möglichst wenig zu schaden, keine Fehlpässe zu spielen und keine "Bremse" zu sein. Und natürlich: hinten möglichst dicht halten.

 


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Das kann er. Zumindest meistens. Im Zusammenspiel mit Kevin Großkreutz konnte man einst ein fußballerisch etwas limitiertes, doch taktisch ineinander greifendes Außenbahnduo erleben, das selbst in großen Spielen nur wenige Chancen zuließ. Ein Duo, das super gegen den Ball agierte, nur eben nicht mehr den Ansprüchen einer europäischen Spitzenmannschaft genügt, die nicht erst seit diesem Jahr Lösungen gegen tiefstehende Gegner finden möchte.

Einen erneuten Tiefschlag musste Schmelzer in der Partie gegen den FSV Mainz 05 hinnehmen. Nicht unbedingt, weil der BVB das letzte Heimspiel der Saison völlig verdient mit 1:2 verlor. Vielmehr, weil Schmelzer nach seiner verletzungsbedingten Einwechslung einen haarsträubenden Pass Richtung Seitenaus spielte und somit eine eigene Torchance "klärte". Viele Fans sprangen daraufhin auf und begleiteten die Aktion mit Spott und Häme. Im Anschluss war an Schmelzers Körpersprache zu erkennen, dass er sich sichtlich unwohl im eigenen Stadion fühlte. Ansonsten machte er ein weitestgehend unauffälliges Spiel, kam zum Ende der Partie (89.) noch zu einem ungefährlichen Kopfball. Das war nicht viel.

Vermutlich wird man Schmelzer trotz des gewünschten Umbruchs in der kommenden Transferperiode noch nicht abgeben. Die Verbundenheit zwischen dem Linksverteidiger und der Vereinsführung ist noch da. Dass man aber das Risiko eingeht, erneut den verletzungsanfälligen Guerreiro als einzige Alternative im Kader zu haben, ist fast unvorstellbar. Grund dafür ist vor allem die Tatsache, dass die Verantwortlichen um Geschäftsführer Watzke und Manager Zorc durch die jüngste "Degradierung" Schmelzers gesehen haben, welche Impulse von der Außenverteidigung ausgehen können, wenn man sie anders besetzt.

Gerade vor dem Hintergrund, dass ein Umbruch geplant ist, würde es wenig Sinn machen, einen Spieler, der bereits jetzt aus der ersten Elf wegzudenken ist, ohne ernsthafte Konkurrenz in die nächste Saison zu schicken.

Der BVB muss wohl den nächsten Anlauf starten, "hinten links" für Ruhe zu sorgen. Ruhe am Ball, Ruhe gegen den Ball und Ruhe beim Fußball-Stammtisch.

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3488:325678
2Dortmund3481:443776
3RB Leipzig3463:293466
4Bayer 043469:521758

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