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Glosse
Paco Alcacer und das Haar in der Spanischen Suppe

Paco Alcacer jubelt. Klappt das auch gegen Gladbach am Freitagabend wieder? (Foto: dpa)
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Dortmund – Paco Alcacer kam, sah und schoss sechs Bundesligatore in nur 81 Minuten. Und offenbar ist er gekommen, um zu bleiben. Das ist gut so, denn schließlich erwartet der BVB in dieser Saison noch mindestens 180 Tore von ihm. Ein augenzwinkernder Blick auf die wohl feste Verpflichtung des spanischen Nationalstürmers und das Staunen über seine sagenhafte Torquote.

Ein ganzes Bundesligaspiel hat Paco Alcacer noch nicht absolviert. Selbst zusammengerechnet ergeben seine drei Einsätze für Borussia Dortmund nur läppische 81 Minuten. Ein Ergänzungsspieler, könnte man meinen, ein Mitläufer. Ist „Alcacer“ nicht spanisch für „Bankwärmer“? Glückwunsch an den FC Barcelona, der diese Nulpe nach zwei tristen Jahren in Katalonien für ein bisschen Kleingeld in die westfälische Fußballprovinz abschieben konnte. Wären da nicht seine sechs Treffer in den genannten 81 Minuten. Das sind 13,5 Minuten pro Tor. Diese Rekordquote kann Alcacer niemand mehr nehmen.

Daran muss sich der 25-Jährige jetzt aber auch messen lassen. Hochgerechnet auf die ausstehenden 2.430 Minuten in den restlichen 27 Ligaspielen springen bei seiner Quote noch 180, insgesamt also 186 Treffer heraus. Alle Torschützenkönige der vergangenen sieben Jahre zusammen erzielten drei Tore weniger. Aber das ist natürlich Quatsch. Dafür müsste Alcacer es erst einmal in die Startelf schaffen. Und BVB-Trainer Lucien Favre ist mit dem Einwechselspieler Alcacer mehr als zufrieden. Das kennt der Spanier aus Barcelona ja nicht anders. Viel mehr als eine halbe Stunde pro Spiel ist auch in Dortmund für ihn nicht drin. Paco Alcacer, der beste Joker seit Heath Ledger.

Dabei gibt er sich redlich Mühe, das zu ändern. Schließlich ist er proportional zu seiner Einsatzzeit erfolgreich. Sein Debüt gegen Eintracht Frankfurt: ein Tor in 23 Minuten. Am sechsten Spieltag gegen Bayer Leverkusen: zwei Treffer in 27 Minuten. Eine Woche später gegen den FC Augsburg: Dreierpack in 31 Minuten. Dass Alcacer am Samstag in Stuttgart in 35 Minuten vier Tore schießen wird, steht aus mathematischer Sicht also schon fest. Wenn er am 22. Spieltag dann endlich von Beginn an spielt, dürften nicht weniger als 18 Treffer zu Buche stehen. Der 1. FC Nürnberg darf einem leidtun, hat er doch im Hinspiel auch ohne Alcacer schon sieben Buden vom BVB kassiert.

Wunderstürmer für schlappe 23 Mios...

Bleibt nur die Frage, wieso Barcelona sich diesen Wunderstürmer hat nehmen lassen. Für 23 Millionen Euro, einen Spottpreis. So albern User in den sozialen Netzwerken herum, ob die Barça-Bosse in den Verhandlungen betrunken gewesen seien. Mit Sangria werden Michael Zorc und Hans- Joachim Watzke angesichts der ausgehandelten Kaufoption gerne angestoßen haben. Vielleicht waren die Chefs des FC Barcelona aber doch im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten und haben Borussia Dortmund ganz bewusst ein Geschenk gemacht: als späte Entschuldigung für den Transfer-Hickhack im vergangenen Sommer. Damals schwänzte sich ein gewisser Ousmane Dembélé aus dem Ruhrpott nach Barcelona.

Das spülte dem BVB bislang 115 Millionen Euro in die Kasse, weitere 30 Millionen an Boni könnten folgen. Verrechnet man das mit Paco Alcacers Torquote und Ablösesumme, müsste Dembélé eigentlich alle 2,14 Minuten treffen. Davon ist er aber meilenweit entfernt. Warum also durfte Alcacer gehen? Auf Dortmunder Seite können sie nach dem Haar in der Spanischen Suppe so lange suchen wie auf dem Kopf von Jan Koller. In Barcelona hat man an Haaren eher das Volumen der Lockenpracht von Carles Puyol auszulöffeln. Passend dazu schreibt die spanische Sportzeitung Marca: „Sie sollten sich die Haare raufen, wenn sie Alcacers Leistungen sehen.“

Vielleicht ist in Barcelona aber schon aufgefallen, was die meisten deutschen Medien beim überschwänglichen Jubel über Alcacers Tore übersehen. Die Quote von 13,5 Minuten berücksichtigt die Nachspielzeit nicht. Und in der trifft der Spanier ja auch ganz gerne, Augsburger werden sich erinnern. So spielte Alcacer in Wahrheit gegen Frankfurt 27, gegen Leverkusen 32 und gegen Augsburg 37 Minuten. Und trifft im Schnitt nur alle 16 Minuten. O je, BVB. Hoffentlich wird Michael Zorc diesen Mann schnell wieder los.

 


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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern2978:294967
2Dortmund2968:363266
3RB Leipzig2955:223358
4Frankfurt2957:342352

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