Nach 4:2 gegen Sevilla
Borussia kommt in der Champions League an - aber viel zu spät

Tolle Choreo (wieder einmal) vor Anpfiff. (Foto: dpa)
(Foto: firo sportphoto)
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Mönchengladbach – Dass furiose Spiel am Mittwochabend gegen den FC Sevilla hat gezeigt: Borussia Mönchengladbach kann in der Champions League mithalten. Diese Einsicht kommt allerdings zu spät. Ein Kommentar.

Yann Sommer und Granit Xhaka sprachen vor der Partie gegen den amtierenden Europa-League-Sieger FC Sevilla von einer „großen offenen Rechnung“, die sie noch mit den Spaniern zu begleichen haben. Das ist Borussia Mönchengladbach mit dem 4:2-Sieg am fünften Spieltag der Champions League geglückt. Es war der erste Sieg für den Traditionsverein in der Königsklasse. Die allerdings ist für die Borussia mit der Partie bei Manchester City in 14 Tagen schon zu Ende. Der erste Dreier kam im fünften Spiel viel zu spät für den Neuling in Europas Eliteliga.

Der Pessimist würde analysieren, die Gladbacher haben in den Wettbewerb mit dem ganz großen Geldtopf viel Lehrgeld bezahlt, waren nicht abgebrüht genug oder würden gar die Qualität der Mannschaft von Neu-Trainer André Schubert in Frage stellen. Er würde vielleicht sagen, Platz drei in der vergangenen Saison sei ein Ausrutscher gewesen und die Elf vom Niederrhein habe nichts, aber auch gar nichts in der Champions League verloren. 

Der Optimist allerdings wird dem vehement widersprechen. Borussia Mönchengladbach hatte einfach Pech in dieser europäischen Saison bislang. Fortuna war bei der Auslosung der Gruppenphase sicherlich kein Anhänger mit der Raute auf der Brust. Tatsächlich hatte die Borussia  mit dem ehemaligen Champions-League-Sieger Manchester City, dem Vorjahresfinalisten Juventus Turin und dem Uefa-Cup-Rekordsieger FC Sevilla drei europäische Schwergewichte in der Gruppe, „Brocken“, wie es Keeper Sommer treffend formulierte.

Dafür hat das noch unbeschriebene Blatt auf Gladbach gut mitgehalten - mit dem Quäntchen Glück und ja, vielleicht wirklich etwas mehr Abgebrühtheit, hätte Mönchengladbach aus den vorhergegangenen Spielen gegen ManCity und bei Juventus Turin weitere vier Punkte holen können und wäre dann noch im Rennen um Platz zwei in der Gruppe D. Es wäre möglich gewesen und die Wahrheit zwischen Pessimismus und Optimismus liegt irgendwo in der Mitte.

Späte Einsicht

Diese Einsicht aber kommt zu spät. Gladbach hatte zu Beginn des Wettbewerbs zu viel mit sich zu tun: Tabellenletzter in der Bundesliga, der unrühmliche Abgang von Erfolgstrainer Lucien Favre und etliche schwere oder langwierige Verletzungen mit Kapitän und Routinier Martin Stranzl, Nationalspieler Patrick Herrmann oder André Hahn sorgten dafür, dass die Borussia nicht gerade frei aufspielen konnte.

Jetzt, unter Trainer André Schubert klappt das wieder. „Es hat sich viel verändert bei uns, wir haben viel Selbstvertrauen, es macht einfach Spaß“, lobte einmal mehr Kapitän Granit Xhaka seinen neuen Coach. Und der sah eine „mutige und couragierte“ Leistung seiner Mannschaft gegen Sevilla. Mit der Revanche gegen den spanischen Top-Klub hat sich Borussia Mönchengladbach die Chance erkämpft, doch noch in Europa zu überwintern. Es ist wäre mit der Europa League zwar nur die kleine Schwester der Königsklasse, aber auch dort kann der Bundesligist international weiter reifen.

Dafür braucht der Bundesligist einen Sieg in Manchester, um ganz sicher zu sein, oder eine weiteren Ausrutscher der Andalusier in der Gruppe (gegen Juventus): Gewinnt Sevilla nicht gegen Turin, überwintert die Borussia in Europa und darf sich auf die Zwischenrunde der Europa League im Frühjahr freuen. Und wer weiß, vielleicht darf Mönchengladbach auch in der kommenden Saison wieder in der Königsklasse spielen. Unmöglich ist das mit Trainer Schubert nicht, wenn man auf die Bundesliga-Tabelle guckt. Das sagt der Optimist.


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