Neue 4. Liga?
3. Liga bekräftigt Standpunkt: Vier Absteiger, vier Aufsteiger

(Foto: Schulte)

Frankfurt – Die geplante Reform der Regionalliga hat in den vergangenen Wochen reichlich Unruhe verursacht. Einige Landesverbände lehnen die Reduzierung auf vier Regionalligen ab - und haben damit die Klubs der 3. Liga verärgert. Die melden sich nun erneut zu Wort. 

Die Idee war einfach: "Meister müssen aufsteigen!" Das war Kernaussage und Ausgangspunkt der geplanten Regionalligareform. Wer Meister in der vierten Liga wird, müsse auch ein direktes Aufstiegsrecht bekommen, so die (nachvollziehbare) Forderung. 

Weil eine schnelle Lösung nicht zu finden war, schlossen DFB und Klubs einen Kompromiss, der in der laufenden und der kommenden Saison 2019/2020 gilt: Vier Klubs steigen aus der 3. Liga ab, vier Regionalligisten auf, davon drei direkt und einer in einem Entscheidungsspiel. 

Die eigentliche Reform jedoch, die Reduzierung von fünf auf vier Regionalligen, gelang bisher nicht. Zuletzt lehnten Landesverbände aus Bayern und dem Nordosten die Reduzierung ab. Das sorgte bei den Drittliga-Vertretern für Ärger. Denn die Liga hatte den vierten Absteiger (bisher drei) sozusagen als Eigenleistung akzeptiert. 

Derzeit ist das gesamte Thema wieder offen. Aber die Vertreter der Drittligisten haben sich in Frankfurt mit der DFB-Spitze um Präsident Reinhard Grindel und dem zuständigen Vizepräsidenten Peter Frymuth getroffen. Das Ergebnis ist eine klare Stellungnahme: "Einhelliges Meinungsbild unter den Drittligisten ist, die gemäß Beschluss vom außerordentlichen DFB-Bundestag am 8. Dezember 2017 gewünschte Reduzierung auf vier Regionalliga-Staffeln umzusetzen. Aus den vier Staffeln würden alle vier Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen. In diesem Szenario wäre für die Klubs der 3. Liga auch die Zahl von vier Absteigern weiterhin unstrittig", heißt es in der Mitteilung. 

"Sollten die Diskussionen in den Regional- und Landesverbänden nicht zu einer diesbezüglichen Lösung kommen, sondern gegebenenfalls zu einer Variante mit weiterhin fünf Staffeln der Regionalligen, würden die Vereine der 3. Liga dies nicht mittragen." Das würde dann auch bedeuten, dass die Liga den vierten Abstiegsplatz nicht mehr akzeptiert. Wobei noch zu klären wäre, welche Möglichkeiten die Liga überhaupt hätte, um etwas "nicht mitzutragen". Die Spielklasse wird vom DFB organisiert und verwaltet, der Verband hat das letzte Wort. 

Dennoch ist die Unruhe spürbar. "Die dauerhafte Beibehaltung von vier Abstiegsplätzen macht nur Sinn, wenn die Absteiger aus der 3. Liga die Gewährleistung haben, dass sie als Meister wieder direkt zurückkehren würden", so wird Michael W. Schwetjem Geschäftsführer von Fortuna Köln, zitiert.

Die Drittliga-Vereine hatten sich zuletzt auch selbst mit der Reform des Ligafußballs beschäftigt. Und sie schlagen selbst vor, unterhalb der 3. Liga und oberhalb der Regionalliga eine zweigleisige 4. Liga einzurichten. Das müsse nun geprüft werden, so der Vorschlag der Kubs. Das wäre dann eine weitere Spielklasse, die für ernsthaft ambitionierte Klubs das Ziel sein könnte. Vereine, die aus wirtschaftlichen oder infrastrukturellen Gründen gar kein Interesse an Profifußball oder 3. Liga haben, könnten dann in der fünften Klasse (Regionalliga) ihr Zuhause finden. Ambitionierte Klubs und Drittliga-Absteiger hätten dann mehr Raum und Möglichkeiten, wieder in den Profibereich zurückzukehren. 

Der ursprüngliche Zeitplan steht: Bis zum 19. April 2019 soll von den Klubs der 3. Liga und Regionalliga und von Landes- und Regionalverbänden ein konkreter Vorschlag vorgelegt werden, wie die künftige Auf- und Abstiegsregelung aussehen soll. 

An der Sitzung in der DFB-Zentrale nahmen teil:

Tom Eilers (Vereinsvertreter 3. Liga im DFB-Spielausschuss, SV Darmstadt 98), Sven-Uwe Kühn (Vereinsvertreter 3. Liga im DFB-Spielausschuss, Chemnitzer FC), Christian Seiffert (Vereinsvertreter 3. Liga im DFB-Spielausschuss, 1. FC Saarbrücken), Chris Förster (FC Carl Zeiss Jena), Christian Hock (SV Wehen Wiesbaden), Nico Schäfer (SV Wehen Wiesbaden),  Michael Klatt (1. FC Kaiserslautern), Robert Marien (F. C. Hansa Rostock), Ronald Maul (SV Meppen), Michael Scharold (TSV 1860 München), Manfred Schwabl (SpVgg. Unterhaching), Michael W. Schwetje (Fortuna Köln), Jürgen Wehlend (VfL Osnabrück)

Reinhard Grindel (DFB-Präsident), Peter Frymuth (DFB Vizepräsident), Heike Ullrich (Direktorin Verbände, Vereine und Ligen), Manuel Hartmann (Abteilungsleiter Spielbetrieb), Jochen Breideband (DFB), Frank Diehl (DFB), Jan Männer (DFB)

 

3. Liga - Das sind die 20 Klubs