Kommentar
Uerdingen und der DFB: Plötzlich klemmt das Konto...

(Symbolfoto: dpa)
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Der KFC Uerdingen darf also doch in der 3. Liga spielen. Schön für die Krefelder. Aber die ganze Geschichte wirkt doch bei genauerer Betrachtung eher seltsam.

Jetzt dürfen sie in Krefeld also doch jubeln. Der KFC Uerdingen darf in der 3. Liga spielen. Und wenn man den ziemlich grellen Tönen aus Uerdingen glaubt, soll diese 3. Liga ja nur eine Durchgangsstation sein. Der russische Präsident hat große Pläne, viel Geld und wenig Zeit. Erfolg auf Steroide, man kennt das aus Leipzig, früher aus Wolfsburg oder Hoffenheim. Das ist aber ein anderes Thema. 

Wie der DFB erklärt hat, dass Uerdingen trotz einer "möglichen Fristüberschreitung" aufsteigen darf, wirft Fragen auf. Dass der Klub 1,2 Millionen Euro am Tag vor dem Fristende überwiesen hat, dass das Geld zwar rechtzeitig eingegangen war, aber die Wertstellung irgendwie nicht klappte... aha. Der DFB habe, so sagt es Vizepräsident Dr. Rainer Koch, erst einmal erforschen müssen, wie der Geldtransfer zwischen Banken so vor sich geht. Immer wieder erstaunlich, wie ahnungslos dieser Verband gelegentlich ist, wenn es um Geldflüsse geht, oder? Aber auch das ist ein anderes Thema. 

Das eigentlich Seltsame aber ist: Diese Ausschlussfristen sind seit Jahren bekannt. Die Nachforderungen des DFB ebenfalls. Dutzende - hunderte Male? - werden Vereine in den vergangenen Jahren solche Fristen erfolgreich eingehalten haben. Dass der Verband sehr ungemütlich werden kann bei Verspätungen, Widerreden oder Nichterfüllung von Auflagen, können andere Klubs sicher bestätigen. Duisburg, Essen, Wilhelmshaven...

Und nun will also der DFB überhaupt keine Ahnung davon gehabt haben, warum zwischen Geldeingang und "Valutierung" viel mehr Zeit vergehen kann als gedacht. Man muss ja nicht direkt unterstellen, dass der DFB unter allen Umständen einen Aufstieg der unbotmäßigen "Pyrotechniker" und "Spielabbrecher" aus Mannheim verhindern wollte. Oder dass der offensichtlich sehr vermögende Geldgeber des KFC demnächst eine Spende für den Verband einreicht.

Plötzlich sorgt eine "Bankenlogistik" für den Beinahe-Ausschluss des KFC? Selbst wenn das stimmt, müsste man den Klub angesichts dieser wirklich ausgesprochen naiven und unprofessionellen Vorgehensweise mit einem Punktabzug bestrafen. Einfach so, wegen Dummheit.

Nun geht das natürlich nicht. Aber dass am Ende wirklich niemand irgendetwas für irgendetwas kann, das ist lächerlich. Ganz einfach.

 


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