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55 UEFA-Mitglieder starten in die EM-Qualifikation

Trainer Ronald Koeman geht mit den Niederlanden als Favorit in die EM-Quali. Foto: Federico Gambarini (Federico Gambarini)

Düsseldorf (dpa) – Auf dem Weg zur EM 2020 müssen die 55 UEFA-Mitglieder einen Qualifikationsmarathon bewältigen. Vier der 24 Teilnehmer werden erst gut zehn Wochen vor dem Turnierstart in zwölf Ländern feststehen. Vor allem für die WM-Verlierer steht viel auf dem Spiel.

Komplizierter Modus, langwieriger Verlauf. In dieser Woche beginnt der Kampf um die 24 Startplätze für die EM 2020.

Die ersten 20 Tickets für das historische Pan-Europa-Event in zwölf Ländern werden bis November in zehn Gruppen vergeben, bevor die Staffelsieger der Nations League in einer Playoff-Runde weitere vier Teilnehmer ausspielen. Neben den Deutschen wollen mit Italien und Spanien zwei weitere zuletzt gestrauchelte Fußball-Großmächte die Qualifikation für einen Neuaufbau nutzen. Darüber hinaus steht der erste Auftritt des wohl stärksten deutschen Gruppengegners Niederlande im Fokus.

Drei Tage vor dem vermeintlichen Topspiel der Gruppe C am Sonntag in Amsterdam gegen die DFB-Auswahl eröffnen die Holländer in Rotterdam gegen den 78. der Weltranglisten aus Weißrussland den Kampf um die ersten beiden Plätze, die den direkten Weg zur Endrunde ebnen.

Nach dem Sieg in der Nations League vor Weltmeister Frankreich und Deutschland ist Bondscoach Ronald Koeman in einer für ihn ungewohnten Situation: «Wir waren noch nie ein echter Favorit für einen Wettbewerb unter meiner Leitung.» Als Außenseiter gehen die weiteren Kontrahenten Nordirland und Estland ins Rennen, die sich zeitgleich in Belfast gegenüberstehen.

Nicht nur die Deutschen stehen unter Erfolgsdruck. Ähnlich wie Bundestrainer Joachim Löw setzt auch Italiens Coach Roberto Mancini auf eine Verjüngung des Teams. Die in Russland erst gar nicht vertretene «Squadra Azzurra» steht in den Spielen am 23. gegen Finnland und am 26. März gegen Liechtenstein vor lösbaren Aufgaben.

Dritter im Bunde der WM-Geschädigten ist Spanien. Nach dem Achtelfinal-Aus in Russland nimmt der Weltmeister von 2010 und Europameister von 2012 in den Partien gegen Norwegen (23. März) und drei Tage später auf Malta einen neuen Anlauf. Auch Chefcoach Luis Enrique überraschte bei der Berufung seines 23-köpfigen Kaders. So erhielten Koke (Atlético Madrid) und Real-Madrid-Spielmacher Isco keine Einladung.

Dagegen setzt Titelverteidiger Portugal auf altbewährte Kräfte. Das Comeback von Cristiano Ronaldo soll dem Team zu einem ähnlichen Höhenflug wie vor vier Jahren verhelfen. Der fünfmalige Weltfußballer kehrte für die Spiele gegen die Ukraine am 22. März und drei Tage später gegen Serbien in das Aufgebot zurück. Für den Torjäger von Juventus Turin wäre es der erste Auftritt im Nationaltrikot seit der WM 2018 in Russland.

Die meisten Bundesligaprofis stehen in den Aufgeboten der österreichischen und Schweizer Mannschaft. Österreichs deutscher Nationalcoach Franco Foda geht mit insgesamt zwölf Deutschland-Legionären in die Spiele gegen Polen (21. März) sowie am Dienstag darauf in Haifa gegen Gastgeber Israel.

«Die Polen sind Favorit, doch der Favorit muss nicht immer gewinnen. Wir müssen uns nicht kleiner machen, als wir sind», sagte der einstige Bundesligaprofi Foda. Dass Israel von dem Österreicher Andreas Herzog trainiert wird, erhöht den Reiz der Begegnung.

Ähnlich wie Foda setzt auch der Schweizer Nationalcoach Vladimir Petkovic auf bundesligaerprobte Profis. Wieder im Aufgebot sind Manuel Akanji (Dortmund), Breel Embolo (Schalke) und Admir Mehmedi (Wolfsburg), die in der letzten Nations-League-Partie gefehlt hatten. «Wir haben zwei sehr schwierige Spiele vor uns», sagte Petkovic mit Bezug auf die Duelle mit Georgien (23. März) und Dänemark (26. März).

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