Wie im Profifußball
Jeden Montag 3. Liga: Neuer TV-Vertrag

(Symbolfoto: westline)
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Wie heißt es beim DFB so schön? Wer Dritter ist, will Erster werden. Oder so ähnlich. Das Motto für die 3. Liga zeigte schon vor längerer Zeit, wo die Reise hingeht: Zu Spieltagen, die sich bis zum Montag erstrecken. Ab sofort auch in Liga 3.

Der DFB nennt die Mitteilung freundlich "veränderte Spieltagsgestaltung". Gemeint sind damit die neuen Spieltage in der 3. Liga. Die erstrecken sich jetzt von freitags bis montags - und das jede Woche. Die Regelung greift ab Juli und mindestens bis 2022. So lange gilt nämlich der Medienrechtevertrag der 3. Liga, der nun in Kraft tritt. 

Das ist für die Klubs bittersüß. Die TV-Erlöse steigen um ein Viertel, das ist die "Belohnung" für das Entgegenkommen. Dagegen bleibt das Risiko, dass die Montagsspiele nicht in gleichem Maße Zuspruch finden. 

Dass die Montags-Partien um 19 Uhr für Auswärtsfans (aber auch berufstätige Fans) nicht ideal sind, ist auch klar und noch freundlich formuliert. Aus Sicht des DFB ergibt das aber Sinn. Die 3. Liga ist das "Premiumprodukt" des DFB unterhalb der beiden Bundesligen. Und wie es der Zufall will, geht die 3. Liga ab Juli auch in der wohl stärksten Besetzung aller Zeiten an den Start. Dass Vereine wie Kaiserslautern, 1860 München, Rostock, der KSC oder Cottbus in dieser Klasse um Punkte spielen, hätte zum Start der Liga 2008 auch niemand erwartet. 

Zur Erinnerung: Damals waren Klubs wie Emden, FC Bayern II, VfB Stuttgart II, Wuppertal oder Burghausen angetreten - begleitet von wenigen Traditionsklubs wie Union Berlin und Fortuna Düsseldorf. Das sind schon andere Zeiten. 

Dem DFB ist daran gelegen, dieses "Produkt" auch besser zu vermarkten. Seit längerer Zeit klagen die Drittligisten über vergleichsweise niedrige TV-Erlöse. Um aber einen höheren Betrag zu erzielen, braucht es eben auch ein Angebot. Und das sind die Montagsspiele. Ein Tag mehr für den Rechteinhaber, sein Produkt an Frau und Mann zu bringen. 

Das zu beklagen ist einfach, aber im Grunde eben auch sinnlos. Die 3. Liga ist eine Profiliga. Sie ist das Sprungbrett (samt direkter Aufstiegsmöglichkeit) in die DFL-Sphären. Fast alle Klubs in der 3. Liga spielen klar leistungsorientiert und haben das Ziel oder mindestens den Wunsch aufzusteigen. 

Wie schwierig es ist, die Liga finanziell zu stemmen, haben verschiedene Insolvenzen in den vergangenen Jahren gezeigt. Es gehört wohl auch zur Natur dieses Profi-Unterbaus, das mancher Klub sich übernimmt, um die eigenen Chancen zu erhöhen. Da kommt jeder zusätzliche Euro gerade richtig; und genau das will der DFB mit der besseren TV-Vermarktung natürlich auch erreichen. 

Das Geld werden die Klubs gerne mitnehmen und das Wehklagen der Fans höflich überhören. Was bleibt den Klubs anderes übrig? Anspruch und "Opfer" gehen in dieesem Fall einfach Hand in Hand. In der 3. Liga antreten, die klar positioniert ist und das durch ihr Teilnehmerfeld auch deutlich dokumentiert, aber das Spiel nicht mitspielen zu wollen? Das ist schwer zu argumentieren. 

Der Modus

Mit Beginn der Saison 2018/2019 werden die Regelspieltage an Wochenenden um einen Tag erweitert und nach einem festen Schema von Freitag bis Montag ausgetragen. Den Kern bildet weiterhin der Samstag mit sechs Begegnungen. 

Eröffnet wird der Spieltag der 3. Liga mit einer Partie am Freitagabend um 19 Uhr. Samstags folgen sechs Spiele, die zur gewohnten Drittligazeit um 14 Uhr angepfiffen werden. Für den Sonntagnachmittag sind zwei Partien vorgesehen, eine um 13 Uhr, die andere um 14 Uhr. Den Abschluss des Spieltags bildet künftig der Montagabend mit einer Begegnung um 19 Uhr. Mit der Ansetzung des regelmäßigen Montagsspiels wird für die 3. Liga im wöchentlichen Livefußball-Programm ein eigener fester Ankerplatz geschaffen, der die Wahrnehmung und mediale Reichweite der 3. Liga stärken soll.

Ausnahmen von diesem Schema bilden die letzten beiden Spieltage der Saison, an denen alle Partien jeweils zeitgleich am Samstag ausgetragen werden, sowie die Wochenspieltage. Darüber hinaus wird es an den Spieltagen unmittelbar vor den drei englischen Wochen sowie am letzten Spieltag vor der Winterpause (21. bis 23. Dezember) in der kommenden Saison keine Montagspartie in der 3. Liga geben. Speziell bei den Montagsspielen soll auf eine ausgewogene Verteilung der Ansetzungen unter den 20 Vereinen geachtet werden.

Live im TV

Die Telekom wird als Pay-TV-Partner und Host Broadcaster alle 380 Spiele pro Saison produzieren und live über EntertainTV sowie die Telekom Sport TV-Apps, mobile Endgeräte und auf telekomsport.de übertragen. Auch im frei empfangbaren Fernsehen wird die 3. Liga weiterhin umfassend zu sehen sein: Die ARD und ihre Landesrundfunkanstalten zeigen pro Saison 86 Spiele live - alle samstags. Die Partien am Freitag, Sonntag und Montag sind exklusiv live bei der Telekom zu sehen. Die Highlight-Berichterstattung im Free-TV, allen voran in der reichweitenstarken ARD-Sportschau und den Sportsendungen der Dritten Programme, kann in unverändertem Umfang fortgesetzt werden.

 


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