Fußball-Mix
Die Fußball-Blase: Wann wird sie platzen?

(Symbolfoto: Tim Kramer)

Neymars Transfer zu PSG im letzten Jahr war ein leuchtendes Beispiel dafür: In Europa werden die Preise im Fußballbusiness gerade in schwindelerregende Höhen getrieben. Und nicht nur die Franzosen scheinen durchzudrehen: Auch die British Premier League hat zwischen 2016 und 2019 Geschäfte mit Fernsehsendern abgeschlossen, deren Summen für Normalverdiener kaum vorstellbar sind. Die Konsequenz davon: Nicht nur das Budget der etablierten Clubs steigt ins Unermessliche, auch weniger etablierte Vereine haben plötzlich mehr Geld denn je zur Verfügung. Das macht die Star-Clubs erreichbarer für sie – aber vom Spielvermögen sind sie ihnen möglicherweise trotzdem nicht gewachsen. Experten beobachten die Entwicklungen mit großer Sorge: Sie rechen damit, dass schon bald die inflationäre Fußballblase platzt.

Internetgiganten strecken ihre Fühler aus

Doch woher kommt das ganze Geld, das auf einmal in den Fußball gesteckt wird? Ein Faktor sind sicherlich Internetgiganten wie Amazon, Netflix und Apple, die in dem Feld großes Potential erkennen. Netflix könnte etwa von Übertragungsrechten massiv profitieren, ebenso wie Amazon mit seinem Streaming-Dienst Amazon Prime. Momentan wird die British Premier League, eine der beliebtesten Fußball-Ligen weltweit, noch ausschließlich von Sky und BT übertragen, doch das könnte sich in drei Jahren ändern, wenn der aktuelle Vertrag ausläuft. Es ist kein Geheimnis, dass auch Sponsoren häufig tief in die Tasche greifen, um Fußballteams zu unterstützen. So unterzeichneten kürzlich Southampton, Newcastle United und fünf weitere Clubs einen Werbedeal mit der Social-Trading-Plattform eToro. Dies ist besonders interessant, da es auch Privatpersonen offensteht, in das Sportgeschäft zu investieren. Wer sich im Detail für die unterschiedlichen Märkte - auch bei eToro interessiert, liest am besten hier weiter. Und das ist nicht der einzige Sponsorendeal der Sportwelt, der Staunen lässt: So ließ Nike es sich insgesamt 140 Millionen Dollar kosten, dass Stargolfer Tiger Woods mit ihrer gebrandeten Kleidung herumlief.

Horrende Spielerkosten

Neymar ist kein Einzelfall: Die Kosten für neue Spieler schlagen bei Fußballvereinen regelmäßig stark zu Buche. Beispielsweise gaben die europäischen Vereine im Jahr 2017 knapp 6 Milliarden Dollar für Transfers aus. Spanien bewegte sich da mit seinen 40 Millionen an Ausgaben noch an der unteren Grenze. Mit 106 Millionen Dollar gab die Premier League 2,5-mal soviel aus. Nach Neymar war dabei Kylian Mappe der teuerste Spieler, der ebenfalls von Paris Saint-Germain für 214 Millionen Dollar aufgekauft wurde. Der Pariser Verein ist derzeit im Besitz eines wohlhabenden Emirs aus Qatar, der hinter finanziell unfassbaren Manövern wie der Akquise von Neymar steckt. Auch das verzerrt die finanziellen Verhältnisse auf dem Markt.

Hochphase wird nicht anhalten

Dennoch ist es wohl unvermeidbar, dass die Preise für Übertragungsrechte wieder sinken – und dann werden die Ligen kämpfen müssen, den gleichen Umsatz einzufahren wie in den vergangenen Jahren. In der Folge würden selbstverständlich auch die Gehälter der Superstars sinken und sie anfällig für weitere Wechsel machen – zum Beispiel in die Chinesische Superliga. Auf Fanseite könnten die Ticketverkäufe fallen oder Clubs zu Preisreduktionen gezwungen sein, die wiederum den Umsatz schmälern. Zudem dürfen clubspezifische Probleme nicht vergessen werden: So ist Manchester United etwa stark kreditgestützt und sollte sich möglicherweise um die Reduktion seiner Schulden kümmern anstatt um die Beschaffung neuer Supertalente.

Der Zeit sind auf dem Fußballmarkt große Summen in Bewegung – doch es wäre ein Fehler der Clubs, sich an diesen Zustand zu gewöhnen. Denn dann werden sie unsensibel gegenüber den Anzeichen, die ein Platzen der Blase ankündigen – und haben im Nachgang hart mit den Folgen zu kämpfen.

 

Tabelle

31. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3079:295070
2Dortmund3072:363669
3RB Leipzig3057:233461
4Frankfurt3058:352353
5M'gladbach3049:371251
6Hoffenheim3065:412450
7Bayer 043053:48548
8Bremen3052:421046
9Wolfsburg3048:45346
10Düsseldorf3040:59-1937
11Hertha BSC3041:48-736
12Mainz 053037:51-1436
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218
18Hannover3025:66-4115