Nationalmannschaft
12 Teams, 1 Titel, 4 Olympia-Plätze: So läuft die U21-EM

Hat das Halbfinale als Mindestziel für die EM in Italien und San Marino ausgegeben: U21-Trainer Stefan Kuntz. Foto: Armin Weigel (Armin Weigel)

Udine (dpa) – Als Titelverteidiger ist Deutschland Mitfavorit bei der U21-EM. Der knallharte Turniermodus erlaubt jedoch von Beginn an keine Ausrutscher. Minimalziel der DFB-Auswahl ist die K.o.-Runde - auch weil es in Italien und San Marino nicht nur um den EM-Titel geht.

Der deutsche U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz hat das Halbfinale als Mindestziel für die Fußball-EM in Italien und San Marino ausgegeben.

Das würde dem deutschen Nachwuchs nicht nur die Chance auf die Titelverteidigung eröffnen, sondern auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 perfekt machen. Dann wäre nur die Hälfte der derzeitigen U21-Profis noch spielberechtigt - auch wenn die Olympia-Regularien eine Ausnahme vorsehen. Das Wichtigste zur am Sonntag beginnenden U21-Europameisterschaft im Überblick:

Worum geht es bei dem Turnier?

Insgesamt zwölf Mannschaften spielen vom 16. bis zum 30. Juni den neuen U21-Europameister aus. Nur die Sieger der drei Gruppen sowie der beste Gruppenzweite ziehen ins Halbfinale ein. Die Semifinalisten lösen auch das Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Sollte sich England, das bei Olympia nicht startberechtigt ist, für das Halbfinale qualifizieren, wird der vierte Olympia-Starter in einem Playoff der beiden anderen Gruppenzweiten ermittelt.

Wer sind die Favoriten?

Die deutsche Auswahl zählt als Titelverteidiger zu den Mitfavoriten, auch wenn nur noch vier Europameister von 2017 dieses Mal im Kader stehen. Aber auch Gastgeber und U21-Rekordsieger Italien, Spanien und die im Nachwuchsfußball zuletzt dominierenden Engländer sind stark einzuschätzen. Dazu kommt Frankreich, das zahlreiche Bundesliga-Profis wie Ibrahima Konaté oder Jean-Philippe Mateta dabei hat. Außenseiterchancen dürfte auch Serbien mit dem von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid wechselnden Luka Jovic haben.

Wer steht im deutschen Kader?

Die Abwehrspieler Jonathan Tah und Lukas Klostermann reisen nach der EM-Qualifikation mit der A-Nationalmannschaft zur U21. Auch Bremens Maximilian Eggestein ist nach seiner A-Nominierung zurück bei der Auswahl von Stefan Kuntz. Benjamin Henrichs verfügt ebenfalls über Erfahrung im A-Team, dazu kommen in Waldemar Anton, Nadiem Amiri, Mahmoud Dahoud und Levin Öztunali vier U21-Europameister von 2017. Spieler wie Schalkes Keeper Alexander Nübel, Gladbachs Florian Neuhaus oder Augsburgs Marco Richter waren in der abgelaufenen Saison Stammspieler in ihren Clubs. Verzichten muss Kuntz auf die noch spielberechtigten A-Nationalspieler Leroy Sané, Julian Brandt, Timo Werner, Thilo Kehrer und Kai Havertz.

Wo kann man die Spiele im TV und im Internet sehen?

ARD und ZDF zeigen die Partien der deutschen Mannschaft. Die ARD überträgt die Gruppenspiele gegen Dänemark (17. Juni) und gegen Serbien (20. Juni), das ZDF ist bei der Partie gegen Österreich (23. Juni) dran. Das ZDF würde auch ein Halbfinale mit deutscher Beteiligung zeigen, die ARD ein Finale. Die internationalen Vorrunden-Spiele sowie die Halbfinals und ein mögliches Endspiel ohne deutsche Beteiligung sind bei Sport1 zu sehen. Zudem bieten ARD und ZDF im Internet Livestreams von ausgewählten Partien an.

Warum spielen bei dem Turnier auch ältere Profis mit?

Laut Festlegung der UEFA zählt bei der Nominierung für das Turnier nicht das Alter der Spieler zu Beginn des Turniers, sondern zum Start in die Qualifikation 2017. Stichtag ist damit der 1. Januar 1996 - Profis die an diesem Tag oder später geboren wurden, sind auch bei der U21-EM spielberechtigt. Im deutschen Kader sind beim Turnierstart alle Profis bis auf Arne Maier und Lukas Nmecha 21 Jahre oder älter.

Wer dürfte bei den Olympischen Spielen für Deutschland spielen?

Eine 1992 eingeführte Regel schreibt vor, dass beim Olympischen Fußball-Turnier nur Spieler mit einem Alter von maximal 23 Jahren teilnehmen dürfen. Lediglich drei Spieler im Kader dürfen älter sein. Stichtag für die Olympischen Spiele 2020 wäre damit der 1. Januar 1997 als Geburtsdatum. Von den 23 deutschen Profis im EM-Kader wären damit noch zwölf in Tokio spielberechtigt. Allerdings gab es zuletzt wegen der Interessen der Clubs immer wieder Streit um die Nominierung des Kaders für die Olympischen Spiele, die im August stattfinden.

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