Nations League
2:2 gegen die Niederlande: Die Folgen über den Abstieg hinaus

(Foto: dpa)
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Gelsenkirchen – Was für ein bitterer Abend auf Schalke. Trotz eines erneut ordentlichen Spiels der DFB-Elf und langer 2:0-Führung muss sich die deutsche Nationalmannschaft am Ende mit einem Remis gegen die Niederlande begnügen. Das könnte jetzt auch negative Auswirkungen auf die EM-Qualifikation haben …  

Das Spiel in Gelsenkirchen war für die deutsche Nationalmannschaft das letzte Länderspiel für das Jahr 2018. Und gleichzeitig auch das vorerst letzte in der Gruppe A der neugeschaffenen Nations League, denn schon vor dem Anpfiff stand fest: Deutschland steigt in Gruppe B ab. 

Nichtsdestotrotz wollte die Mannschaft noch einmal gewinnen. „Aus diesem Jahr, das insgesamt enttäuschend für uns war, wollen wir uns am Montag in Gelsenkirchen mit einem guten Spiel von unseren Fans verabschieden“, so der Bundestrainer im Vorfeld der Partie.

Das Spiel gegen die Niederlande war aber ohnehin weitaus mehr als nur ein Prestigeduell. Es ging auch um deutlich mehr als nur um eine Revanche für die 0:3-Niederlage in Amsterdam und einen halbwegs versöhnlichen Jahresabschluss mit den Fans. Es ging für das Team von Joachim Löw vor allem auch darum, es noch aus eigener Kraft in den Lostopf 1 für die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 zu schaffen. In diesen Topf kommen die besten 10 Mannschaften der Abschlusstabelle der Nations League. Zwei Teams der Gruppe A, in der sich insgesamt zwölf Mannschaften befinden, müsste die DFB-Elf daher hinter sich lassen, um in den begehrten Lostopf zu kommen. Mit einem Sieg gegen die Niederlande wäre dies problemlos möglich gewesen, denn damit hätte Deutschland Kroatien von Platz neun verdrängt. 

Jetzt aber muss die DFB-Elf zittern. Island liegt zwar mit vier Niederlagen hinter Deutschland. Ebenso aktuell noch Polen, die bisher nur einen Punkt in ihrer Nations-League-Gruppe sammeln konnten. Die Osteuropäer haben jedoch noch ein Spiel vor der Brust – am Dienstagabend gegen Portugal. Deshalb ist die Mannschaft jetzt auf Schützenhilfe aus Portugal angewiesen. Nur wenn die Portugiesen am Dienstag gegen Polen gewinnen, schafft es Deutschland noch in Lostopf 1. Gewinnt Polen oder spielt Remis, schnappt sich die Mannschaft um Robert Lewandowski den Platz im ersten Topf und Deutschland kommt in Topf 2. 

Die Folge: Die DFB-Elf kann schon in der Qualifikation auf einen Gegner wie Frankreich oder Spanien treffen. Wahrlich kein Glücksgriff, aber auch kein Weltuntergang: „Wir mögen es ja eigentlich, gegen solche Mannschaften zu spielen. Es war ja jetzt auch nicht so, dass wir gesagt haben, es ist schade, dass wir gegen die Niederlande und Frankreich spielen. Grundsätzlich wollen wir uns immer mit den Besten messen. Wir nehmen in der Qualifikation deshalb auch alles so an, wie es kommt“, so Kapitän Manuel Neuer nach dem Remis in den Katakomben der Schalker Arena. 

Es nehmen, wie es kommt und an den positiven Dingen ansetzen, so sieht es auch Toni Kroos: „Wir warten jetzt einfach die Auslosung ab. Wichtig ist, dass wir den Weg, den wir in den letzten Spielen jetzt eingeschlagen haben, weitergehen. Natürlich hätte es heute gut getan, ein Erfolgserlebnis mitzunehmen, um ein Stück weit bestätigt zu werden. Das war jetzt nicht so. Trotzdem müssen wir, was das Spiel an sich betrifft, nicht mit einem schlechten Gefühl gehen.“ 

Trotz des verpassten Sieges gegen die Niederländer betonte auch Manuel Neuer, dass die Mannschaft insgesamt wieder auf einem guten Weg sei: „Wir haben zwei gute Spiele gegen Frankreich gemacht. Eine gute Partie jetzt gegen Holland. Auch ein ordentliches Spiel gegen Peru und ein gutes gegen Russland.“ Klar, es sei trotzdem bei allem zu wenig rumgekommen. „Grundsätzlich kann man aber sagen, dass jetzt nicht alles katastrophal war.“ Natürlich, es sei bitter, wenn man sich jetzt die Tabelle anschaue. Aber bis auf das Spiel gegen die Niederlande in Amsterdam habe man das ein oder andere Gute doch gesehen. 

Widersprechen kann man dem nicht. So hat auch das Spiel gegen die Niederlande am Montagabend zweifelsfrei über weite Strecken das Prädikat gut verdient. Das offensive Dreigestirn aus Serge Gnabry, Leroy Sané und Timo Werner sorgte wie schon am Donnerstag gegen Russland immer wieder für Tor – und Kontergefahr. Etwas, das bei der WM zu den ganz großen Problemen der DFB-Elf zählte. 

Trotz ausgestrahlter Torgefahr blieben dennoch auch gegen die Niederlande viele Chancen ungenutzt. So ehrlich muss man am Ende auch sein. Auf dem richtigen Weg aber ist die Mannschaft sicherlich. Auch wenn trotzdem im kommenden Jahr noch viel Arbeit auf Löw und sein Team wartet und es einen Hammer-Gegner in der Qualifikationsgruppe geben könnte. 

Aber zumindest gibt es auch hier etwas, das schon jetzt Hoffnung macht: Aus allen Gruppen für die EM-Endrunde 2020 qualifizieren sich nicht nur die Sieger, sondern auch die Zweitplatzierten. 

Jetzt aber ist erstmal Winterpause für die Nationalmannschaft …  

 


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