Nationalmannschaft
Deutsch-Kasache Schmidtgal: Im Internet entdeckt

Heinrich Schmidtgal ist in der 2. Bundesliga für Rot-Weiß Oberhausen aktiv.

Berlin (dpa) – Den Flug nach Almaty startete Heinrich Schmidtgal quasi noch als Tourist. Erst pünktlich in der Woche vor der Partie gegen Deutschland bekam der in Westfalen aufgewachsene Mittelfeldspieler seinen offiziellen kasachischen Reisepass.

Weil das Dokument im September nicht vorlag, hatte der 24-Jährige im ersten EM-Qualifikationsspiel in Österreich (0:2) noch zuschauen müssen. Bei der 0:2-Niederlage gegen Belgien durfte er dann zeigen, wie wichtig er für uns ist, lobte Coach Bernd Storck.

Der deutsche Trainer hat den Profi von Rot-Weiß Oberhausen für die Nationalelf der ehemaligen Sowjetrepublik rekrutiert - über das Internet. Auf Steckbriefen recherchierte Storck die Geburtsorte von Spielern, in Schmidtgals Lebenslauf findet sich in dieser Spalte der Eintrag Jessik. Als er zwei Jahre alt war, zog seine Familie aus dem Südosten Kasachstans nach Deutschland. Mit 18 stand Schmidtgal im Oberliga-Kader des SC Verl, wechselte zum VfL Bochum und spielt seit 2009 für Oberhausen in der 2. Bundesliga.

Gegen seine zweite Heimat rechnet sich Schmidtgal (Deutschland ist klarer Favorit) eher wenig aus - und genießt vielmehr den Aufenthalt in seinem Geburtsland: So schöne, große Berge wie dort gibt es im Ruhrgebiet halt nicht.