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Wenn aus einem Traum Realität werden kann
Regionalliga in Sicht: Das ist die wunderbare Geschichte des ASC 09 Dortmund

(Symbolfoto: Schulte)
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Dortmund – Fußball in Dortmund ist Borussia Dortmund. Der BVB bestimt das Stadtbild und hat Fans auch weit über die Grenzen Dortmunds hinaus. Doch im Schatten des Bundesligariesen macht sich gerade ein Klub auf, neue Höhen zu erreichen. Das ist die wunderbare Geschichte des ASC 09 Dortmund in der Oberliga Westfalen im Frühjahr 2018.

Fußball in Dortmund. Das ist in der allgemeinen Wahrnehmung Borussia Dortmund. Der BVB begeistert oder verärgert die Massen und die Medien dokumentieren jeden Schritt des Vereins bis ins kleinste Detail. Doch Dortmund ist auch Amateurfußball. Abseits der Bundesliga-Welt macht sich im Südosten der Stadt gerade eine Mannschaft auf, ihr eigenes Fußballmärchen zu schreiben: Der ASC 09 Dortmund geht als Tabellenführer der Oberliga Westfalen in den Schlussspurt der Saison.

Die wunderbare Geschichte des ASC 09

Am Mittwochabend setzte sich die Mannschaft in einem Nachholspiel bei der Hammer Spielvereinigung durch und festigte die Tabellenführung weiter. Klar, dass Samir Habibovic im Gespräch mit westline da gute Laune hat. "Das Ergebnis war gut. Die erste Halbzeit ging klar an Hamm, dennoch haben wir 2:0 geführt. Wir hatten da einen überragenden Torwart. Dennoch haben wir, auch aufgrund der zweiten Halbzeit, verdient gewonnen", so der sportliche Leiter zu Beginn des Gesprächs. Doch um das Spiel am Mitwoch sollte es dabei nicht in erster Linie gehen.

Die Geschichte des ASC Dortmund in dieser Saison gleicht einem Traum. Einem Traum, der eigentlich viel zu unrealistisch ist, um wirklich daran zu glauben. In den letzten Jahren fand sich der ASC immer im unteren Drittel der Oberliga wieder, musste gegen den Abstieg kämpfen.

Und dann beginnt diese Saison und der Klub ist die Sensation des Jahres. Wie konnte es dazu kommen? "Das sind viele Aspekte", holt Habibovic aus. Und dann sagt er: "Wir haben einen Trainerwechsel gehabt (Adrian Alipour übernahm das Team im Herbst 2016). Wir haben auch aus finanziellen Gründen und aufgrund der Einstellung von Adrian und mir dann auf junge Leute gesetzt, haben dabei auch Glück bei den Einkäufen gehabt. Dazu haben wir die Trainingsintensität erhöht. Statt drei Mal in der Woche trainiert das Team mittlerweile vier Mal wöchentlich. Und da passten dann auf einmal viele Sachen zusammen."

Junge, hungrige Spieler

Fünf Spieltage sind es noch bis zum Ende der Saison. Der Vorsprung auf den ersten Verfolger beträgt derzeit sechs Punkte. Es sieht gut aus, dass der ASC zum Ding des Jahres im Dortmunder Fußball wird. Doch davon wollen sie beim ASC einfach noch nichts hören. "Es ist immer noch sehr, sehr eng. Natürlich wollen wir oben bleiben. Da, wo wir seit Wochen jetzt sind. Aber das nächste Spiel ist immer wichtig. Wenn wir jetzt am Wochenende gegen Siegen auch gewinnen, dann können wir weiterschauen.

Der Weg, gleichwohl in welcher Liga, soll auf jeden Fall wie bisher weitergehen. "Wir suchen nach jungen, hungrigen Spielern, die Lust auf Oberliga- oder dann sogar Regionalligafußball haben und die bei uns vielleicht den nächsten Schritt machen", so Habibovic. Mahnende Beispiele, wie es eben nicht funktioniert gebe es genug sagt der sportliche Leiter. "Man sieht ja bei Schalke (U23) sehr deutlich, wenn man Geld in die Hand nimmt und erfahrene Spieler dazuholt, dann garantiert dir keiner dass das gut geht. Wir sind eher der Meinung, dass wir mit jungen Spieler eher den Weg schaffen in der Oberliga oder dann sogar in der Regionalliga zu bleiben."

Abschreckende Beispiele?

Die Planung der neuen Spielzeit verläuft derzeit zweigleisig: Der ASC Dortmund beschäftigt sich sowohl mit einer weiteren Spielzeit in der Oberliga als auch mit der Regionalliga West. Und manchmal müssen sie sich dabei zwicken und sichergehen, wirklich nicht nur in einem Traum gefangen zu sein. "Man sagt sich da schon: Ey das ist doch alles unglaublich. Und dann bekommst am Morgen nach so einem Spiele viele, viele Anrufe und Glückwünsche. Und das nicht nur aus dem Fußball, hier guckt gerade ganz Dortmund drauf. Das ist schon wirklich alles unglaublich", so Habibovic. Und der Stolz in seinen Worten ist dabei zu spüren.

Aber gehen wir mal einen Schritt weiter und denken uns den ASC in die Regionalliga West. Westfalia Rhynern und der TuS Erndtebrück kamen aus einer ähnlichen Situation in die Liga und sind - rein sportlich betrachtet - dabei krachend gescheitert und werden in der kommenden Saison vermutlich beide wieder Oberliga-Fußball spielen. Schreckt das ab oder macht das Angst vor dem Schritt in die vierte Liga? Samir Habibovic relativiert das etwas und sagt: "Rhynern hatte eine Trainerwechsel und sie haben viele wichtige Positionen verloren bevor sie in die Regionalliga gegangen sind. Sie haben nicht die Mannschaft behalten die sich in der Oberliga hatten. Ich bin der Meinung bei uns wäre das eine andere Sache. Wir behalten die Mannschaft, der Trainer bleibt und dazu werden wir uns natürlich noch verstärken. Ich bin da sehr positiv gestimmt."

Das Stadion Rote Erde

Ein Aufstieg in die Regionalliga hätte auch infrastrukturell einige Folgen. Das ASC-eigene Waldstadion in Aplerbeck ist in seinem Ist-Zustand nicht tauglich für die Regionalliga. Was genau der Verein zu machen hätte, erfährt er erst Anfang Mai, wenn der Sicherheitsbeauftragte des Westdeutschen Fußballverbandes die Anlage in Augeschein nimmt. Durch die grundsätzlichen Regularien der Regionalliga West habe man aber schon eine Idee, was an Umbaumaßnahmen anstehen würde. Ziel wäre es aber, so viele Spiele wie möglich auf dem eigenen Platz zu machen. "Da haben wir das eigene Catering. Das hat ja auch finanzielle Gründe", so Habibovic. 

Die Alternative für Risikospiele hat jedoch auch ihren Charme. Denn dann würde es aller Voraussicht nach in das Stadion Rote Erde gehen. Ein paar Details würden noch fehlen, doch grundsätzlich hat die Stadt dem ASC bereits bestätigt, dass er in der Roten Erde spielen darf. "Man freut sich natürlich, wenn man in der Roten Erde spielen darf. Und bin fest davon überzeugt, dass wir auch einiges an Zuschauern in das Stadion bekommen würden, die Regionalliga-Fußball sehen möchten. Nicht nur vom BVB II, sondern dann auch vom ASC 09", so Samir Habibovic abschließend.

Aus einem Traum kann Wirklichkeit werden

Fünf Spieltage trennen den ASC 09 Dortmund noch von der Meisterschaft, vom Aufstieg. Fünf Spieltage bis aus einem Traum eine wunderbare Wirklichkeit werden kann. So oder so, der ASC ist die Sportgeschichte der Stadt Dortmund im Jahr 2018. Und wo der Ärger und der Frust über den BVB regiert, da sollte auch Stolz auf die Nummer Zwei der Stadt entstehen. Denn der Fußball schreibt auch abseits seiner Hochglanzwelt so viele tolle Geschichten. Der ASC mit seiner blutjungen Mannschaft ist das beste Beispiel dafür.

 


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