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Auf in ein wildes Abenteuer: Das ist der Oberliga-Aufsteiger Holzwickeder SC

(Foto: Dellbrügge)
(Foto: Dellbrügge)
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Holzwickede – Mit gehörigem Vorsprung setzte sich der Holzwickeder SC in der Westfalenliga durch und durfte den Aufstieg in die Oberliga bejubeln. Eine Rückkehr nach über 20 Jahren! Grund genug für uns, dem Verein mal einen Hausbesuch abzustatten...

Holzwickede ist eine kleine Stadt am östlichen Rand des Ruhrgebiets. Dortmund liegt um die Ecke. Knapp 18.000 Menschen leben hier. Und hier schreibt ein formal noch ganz junger Klub gerade seine Erfolgsgeschichte: Der Holzwickeder SC. Im Frühjahr gelang dem Klub die Meisterschaft in der Westfalenliga und damit verbunden der Aufstieg in die Oberliga Westfalen. Drei Jahre nach der Vereinsgründung ist der Klub also bereits in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse angekommen.

Doch der "HSC" ist eigentlich keiner dieser neureichen Klubs, die sich in eine Liga eingekauft hat und mit großem Budget durch die Ligen zieht. Der Holzwickeder SC ist eine Fusion aus den beiden Klubs SV Holzwickede und der SG Holzwickede.

Lange Geschichte

Gerade erstgenannter Klub hat bereits eine lange Geschichte im westfälischen Amateurfußball und hat Erfahrung mit der Oberliga Westfalen. Zuletzt spielte der Vorgängerklub des heutigen HSC zwischen 1993 und 1997 in der Liga, die damals allerdings noch eine andere war. es war die Zeit vor der eingleisigen 3. Liga, die Oberliga war bis 1993/1994 die dritthöchste, ab 1994 die vierthöchste Spielklasse im deutschen Fußball.

Und schon in den 70-er Jahren hatte der Verein große Zeiten. Damals wechselte der ehemalige BVB-Spieler Dieter "Hoppy" Kurat als Spielertrainer nach Holzwickede und führte den Klub in die höchste Amateurklasse. Zu Zeiten der Fusion vor drei Jahren spielte der SV in der Westfalenliga, war jedoch eher im unteren Teil der Tabelle zu finden.

Seit dem "Neustart" als HSC ging es stetig bergauf. Das erste Jahr schloss der Klub als Zehnter der Westfalenliga ab. Bereits ein Jahr danach gelang die Vizemeisterschaft. Und die Saison 2017/2018 schloss das Team als souveräner Meister ab. Mit 13 Punkten Vorsprung fuhr die Mannschaft von Trainer Axel Schmeing über die Ziellinie, der Aufstieg stand schon lange vor dem letzten Spieltag fest.

Junger Kader

Und hier sind wir jetzt im Sommer 2018 angekommen. Am Dienstag lud der Verein zur Vorstellung der Neuzugänge in das Montanhydraulik-Stadion ein. An einem herrlichen Sommertag riecht es sofort beim Betreten das Stadions nach Rasen. Das Spielfeld bekam offenbar gerade eine Behandlung und wurde auf die Saison vorbereitet. Doch weg vom romantischen Geruch und den Gedanken an einen Sommerkick kommt dann auch die Mannschaft nach und nach aus der Kabine gelaufen. Und eines fällt sofort auf: Diese Mannschaft ist jung. Sehr jung sogar.

Und das ist auch gewollt so: "Die Fusion hat vor allem die Jugendarbeit gestärkt. Da legen wir sehr großen Wert drauf und man sieht ja auch, dass wir Erfolg damit haben. Wir sind zuerst mit unserer zweiten Mannschaft in die Bezirksliga aufgestiegen (2017). Und das mit sehr vielen jungen, eigenen Leuten hier aus dem Umfeld. Und da sind auch Spieler dabei, die jetzt den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft geschafft haben", sagt der zweite Vorsitzende Udo Speer im Gespräch mit westline.

 

Oberliga als Bühne

"Die wirklich sehr gute zweite Mannschaft war im letzten Jahr unser großes Glück", ergänzt der sportliche Leiter Tim Harbott. Und erklärt dann: "Wir haben nicht nur runter gegeben, sondern konnten auch hochziehen. Und die Spieler haben dann alles aus sich herausgeholt und uns zum genau richtigen Zeitpunkt unterstützt. Das hat uns soweit gebracht, gerade auch in den englischen Wochen, dass wir da die Punkte geholt haben und uns schon schnell an die Spitze setzen konnten."

Und mit jungen, hungrigen Spielern soll es auch weitergehen beim Holzwickeder SC. Er setze lieber auf diese Jungs, die ihre Erfahrungen im hochklassigen Amateurfußball machen wollen und die Oberliga auch als Bühne für sich nutzen können, so Harbott weiter.

Und das Ausbilden von eigenen Spielern spare zudem auch noch eine Menge Geld, weil keine Ablösen gezahlt werden müssten. Das, so der sportliche Leiter, sei der Weg seines Klubs. Und für den HSC sowieso der einzig gangbare Weg, denn im direkten Umfeld liegen einige Konkurrenten und auch der große BVB aus Dortmund habe seine Augen schließlich überall.

Wildes Abenteuer

In der Oberliga angekommen freut sich Harbott nun auf die Saison: "Ich bin schon mehrfach nach der Herangehensweise gefragt worden und sage immer wieder: Wir sind in Anführungsstrichen der SC Freiburg dieser Liga. Wir sind eine junge, wilde Truppe, die die Oberliga als wildes Abenteuer sieht."

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