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SV Schermbeck überrascht
Sportfreunde Siegen: Regionalliga-Aufstieg nach 1:2-Niederlage vertagt

Vor Anpfiff rauchte es im Gästeblock in Schermbeck. (Foto: Jan Ahlers)
Enttäuschung pur bei den Akteuren der Sportfreunde Siegen. (Foto: Jan Ahlers)
Farbenfroh und lautstark präsentierte sich der Gästeanhang der Sportfreunde Siegen. (Foto: Jan Ahlers)
Die Volksbank-Arena in Schermbeck. (Foto: Jan Ahlers)
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Schermbeck – Es möchte bei den Sportfreunden Siegen einfach (noch) nicht klappen: Ein einziger Punkt hätte den Siegerländern doch beim Auswärtsspiel beim SV Schermbeck bereits zum Aufstieg in die Regionalliga West gereicht. Eine 1:2 (0:2)-Pleite lässt die rund 400 mitgereisten Anhänger nun weiter zittern, während sich der heimische SVS urplötzlich wieder Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen darf.

Es war ein großer Auflauf am Pfingstmontag in der Volksbank-Arena zu Schermbeck. Die Gemeinde nahe Dorsten empfängt für gewöhnlich um die 200 Zuschauer, heute waren es sicher dreimal so viele: Den Sportfreunden Siegen sei Dank, die eigentlich eine große Aufstiegsparty feiern wollten: Aufgrund der deutlichen 0:3-Niederlage des Verfolgers SV Lippstadt 08 gegen Eintracht Rheine brauchte der Tabellenführer nur einen mickrigen Punkt beim Tabellenvorletzten.

Das war Grund genug für eine mittlere dreistellige Anzahl an rot gekleideten Gästefans, eine Gesamtstrecke von über 300 Kilometern am Feiertag zurückzulegen – trotz der ungesicherten Zukunft, die Sportfreunde plagt ein Loch von rund 300.000 Euro im Etat, überwog die Vorfreude auf die nahende Regionalliga-Rückkehr. Die Zaunfahnen-Beschmückung des Gästeblockes sowie die Stimmung überhaupt waren dieser Spielklasse bereits angemessen. Kurz vor Anpfiff rauchte es sogar kurz in roten Fahnen, daraus wird in der Oberliga aber keine große Sache gemacht. Nicht einmal eine mahnende Durchsage des Stadionsprechers folgte.

Der SV Schermbeck - ein Angstgegner für die Sportfreunde Siegen?

Was auf dem Platz folgte, war dagegen reichlich Unheil für die von Trainer Ottmar Griffel trainierten Gäste: Nur zwei Minuten waren gespielt, als der SV Schermbeck einen Elfmeter zugesprochen bekam. Tuncay Turgut blieb gegen Dominik Poremba eiskalt (2.). „Das gibt es doch gar nicht“, stöhnten die Allesfahrer auf der Haupttribüne und analysierten: „Hier in Schermbeck haben wir uns immer schwergetan – immer diese ollen Teams aus dem Tabellenkeller…“

Ja, die Sportfreunde bissen sich an wacker kämpfenden Schermbeckern die Zähne aus. „Die spielen ja heute sogar Fußball!“, erkannte ein älterer Zuseher, der eindeutig dem Gastgeber zuzuordnen war. Platz 17 bedeutet für den SVS höchste Abstiegsnöte – ein Sieg war am 32. Spieltag Pflicht, um den SC Paderborn 07 II vielleicht noch abfangen zu können.

Und der Sportverein zeigte sich weiter gewillt und darüber hinaus hocheffizient: Eswin Vreven erhöhte kurz vor dem Seitenwechsel (41.) nach einem Fehler von Poremba, der einen Schuss nach vorne abwehrte und dann machtlos war. Zugegeben: Dankbar war der Job für die Keeper nicht. Auf dem Schermbecker Grün wuchsen nicht nur zahlreiche Gänseblümchen, auch war das Gras übersehen von Unebenheiten. Gepflegte Kombinationen waren kaum möglich. Dann war Pause – 0:2 aus Sicht der Sportfreunde Siegen.

Plötzlich wechselt der Torhüter die Schuhe…

„Die müssen jetzt aber hellwach aus der Pause kommen, sonst geht hier gar nichts mehr!“, wusste man im Gästeblock bei Bier und Bratwurst (für zwei Euro!), während sich die Akteure auf die zweiten 45 Minuten einschworen. Und während die Gäste ihr Heil in der Offensive suchten, verwickelte Schermbeck den Ligaprimus immer wieder in kleine Gefechte abseits des Spielgeschehens. Geschickt wurde das Spielgerät versteckt und nicht herausgegeben, „das ist doch lächerlich!“, schrie eine Sympathisantin der Siegener.

 


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