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Aufsichtsrat springt ein
Crowdfunding: SG Wattenscheid sieht sich gerettet

(Foto: Schulte)

Wattenscheid – Die SG Wattenscheid ist vorerst gerettet. Zwar war die Crowdfunding-Aktion weit von ihrem Ziel entfernt - bis Aufsichtsratschef Oguzhan Can wieder einmal einsprang. Es geht weiter an der Lohrheide. 

350.000 Euro wollte die SG Wattenscheid über ein Crowdfunding einsammeln. Geld, das der Klub nach eigenem Bekunden dringend braucht, um die Saison zu beenden und eine Zukunft in der Regionalliga zu haben.

Am Montagabend wäre die Aktion ausgelaufen - und noch am Morgen sah es bitter aus. Weit entfernt von den erhofften 350.000 Euro lag die versprochene Summe bei rund 150.000 Euro. Und im Falle des Nichterreichens der Zielsumme wäre kein einziger Cent geflossen.

Den Durchbruch machte erneut einer, der schon seit einiger Zeit Geld in den klammen Klub pumpt. Aufsichtsratschef Oguzhan Can "stockte" die Summe auf und hievte das Crowdfunding damit über die erforderliche Hürde.

Nun darf und muss das Geld eingesammelt werden. Aber zunächst freut sich die SG Wattenscheid über eine Last-Minute-Rettung. Can und der Klub hatten in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass es künftig darauf ankomme, die finanzielle Last auf weitere Schultern zu verteilen. In der Vergangenheit war Can immer wieder eingesprungen mit seinem Unternehmen "Wattenscheider Tennis-Camp" (WTC). Eine weitere Beteiligung hatte Can auch davon abhängig gemacht, dass sich mehr Partner finden, die der SG Wattenscheid helfen. 

Zuletzt hatte der Klub den früheren Schalker Vorstandsvorsitzenden Josef Schnusenberg für den Aufsichtsrat gewinnen - er will sich dann auch ordentlich zur Wahl stellen. Schnusenbergs "Verpflichtung" sollte Kontakte herstellen, aber im laufenden Crowdfunding war sein Einfluss wohl noch nicht in größere Investments umzusetzen. 

Wie nachhaltig der aktuelle Erfolg der SGW hilft, ist eine völlig offene Frage. Der einstige Bundesligist fristet im Ruhrgebiet ein Schattendasein, zieht kaum größere Zuschauerzahlen an und lebt seit vielen Jahren an der "Armutsgrenze". Dass Gehälter mit erheblicher Verspätung ausgezahlt wurden, war in den vergangenen Jahren fast normal. Und zwischendurch knirschte es auch häufig zwischen den Klubverantwortlichen.

Es muss dem Trainerteam und der Mannschaft umso höher angerechnet werden, dass sie in der Regionalliga noch oberhalb der Abstiegsränge steht. Zuletzt überraschte sie sogar mit einem sensationellen 3:0-Sieg gegen den souveränen Tabellenführer Viktoria Köln.

Mitgliederversammlung im März

In einer Mitteilung äußerte sich die SG Wattenscheid am Montag unter anderem so: "Besonders wichtig wird es sein, transparenter gegenüber den Mitgliedern und den 09-Anhängern zu werden. Um diese Transparenz zu dokumentieren, werden wir spätestens für März 2019 zu einer Mitgliederversammlung einladen, um nicht nur die üblichen Regularien abzuarbeiten, sondern auch unsere Visionen für die Zukunft vorzustellen", so Oguzhan Can. 

"Die vergangenen Wochen waren für uns alle turbulent und nervenaufreibend. Die zahlreichen Aktionen der 09-Anhänger haben uns sehr beeindruckt und eindrucksvoll bewiesen, dass der Verein noch lebt." 

Geplatzte Träume

Noch im Frühjahr war eine spektakuläre Zusammenarbeit mit dem Hamburger Start Up "Haalo" ebenso spektakulär gescheitert, nachdem der Partner abgesprungen war. Gemeinsam hatten Klub und das Unternehmen des früheren Microsoft-Managers Peter Jaeger die SG Wattenscheid zum "digitalsten Klub" Europas aufbauen wollen. 

 

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