Berichte aus der Regionalliga West

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Serie: Juwelen der Regionalliga
Tim Knipping - der Innenverteidiger mit großer Erfahrung

Tim Knipping (Foto: Borussia/Verheyen)
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Im zweiten Teil unserer Serie haben wir Tim Knipping im Interview, Abwehrspieler bei Borussia Mönchengladbach II. Der 23-Jährige durfte in Saarbrücken schon zwei Jahre Drittligaluft schnuppern, konnte dort mehrere namhafte Clubs aus dem DFB-Pokal kicken, bekam beim Abstieg des FCS von einem Fan einen Faustschlag verpasst und sieht bei seinem aktuellen Verein noch Chancen auf die zweite Meisterschaft in Folge. Gründe genug also, mal genauer nachzufragen...

Die Spielzeit in der Regionalligen neigt sich dem Ende zu und bei vielen interessanten Spielern laufen die Verträge aus, was sie für andere, höherklassige Vereine und Fans derselben sehr interessant macht. Daher möchten wir auf westline.de ein paar vielversprechende Talente, Aufsteiger und „Comebacker“ vorstellen. Wer weiß, vielleicht sieht man den ein oder anderen im nächsten Jahr schon auf der großen Profi-Fußballbühne.

Im zweiten Teil unserer Serie „Juwelen der Regionalliga“ geht es um Tim Knipping. Der 23-Jährige Innenverteidiger spielt in der Regionalliga West für Borussia Mönchengladbach II.

 

Hallo Tim, Du hast mit 1,90m eine gute Größe als Innenverteidiger und hast durch eine Vielzahl von Kopfballtoren auch schon Deine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt. Zieht es Dich geradezu nach vorn?

Tim Knipping: Ich glaube, als Fußballer gibt es letztlich doch nichts Schöneres, als ein Tor zu schießen. Und für einen Innenverteidiger gilt das vielleicht ganz besonders, da man nicht so oft in diese Situationen kommt. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich bei Standards auch fast immer mit nach vorne darf.

In dieser Saison hast Du beim Spiel in Wattenscheid gleich zwei Mal getroffen, einmal in der Nachspielzeit der ersten Hälfte und dann kurz vor Schluss und damit das Spiel quasi alleine entschieden. Aber welches war bisher Dein schönstes Tor bzw. an welches erinnerst Du Dich am liebsten?

Ein besonders schönes fällt mir da nicht ein. Aber ich erinnere mich sehr gerne an das Tor, das ich in der vergangenen Saison im BORUSSIA-PARK beim 4:0 gegen Uerdingen erzielt habe. In diesem Spiel haben wir die Meisterschaft klar gemacht, meine Familie war im Stadion – da war das Tor so etwas wie das i-Tüpfelchen. Das war ein sehr besonderer Moment in meiner bisherigen Karriere.

Wo siehst Du Deine sonstigen Stärken?

Ich glaube, ich bin – wie angedeutet – recht kopfballstark. Das ist sicherlich auch etwas meiner Größe geschuldet. Durch meine Erfahrung, die ich in der 3. Liga gesammelt habe, verfüge ich zudem über eine gewisse Zweikampfstärke. Und während meiner Zeit bei Borussia habe mich auch im spielerischen Bereich entwickelt. 

Du hast in Deiner Karriere schon einige Erfahrungen sammeln dürfen - in der 3. Liga bei Saarbrücken, in der Regionalliga-West bei Gladbach II – und bist mit 23 Jahren noch sehr jung. In welchen Bereichen kannst Du Dich noch verbessern?

Ich bin noch jung, deshalb gibt es in allen Bereichen sicher noch Luft nach oben. Man kann ständig dazu lernen.

Gerade in Saarbrücken hast Du ja einiges mitgemacht. Positiv wie negativ. Fangen wir mal mit dem Schönen an. Ihr seid 2013/2014 bis ins Achtelfinale des DFB-Pokals gekommen, habt Werder Bremen und Paderborn rausgehauen und seid dann am späteren Vize-Pokalsieger Borussia Dortmund gescheitert:

Beschreib mal das Gefühl, als junger Spieler gegen so namhafte Gegner zu spielen.

Das waren schon ganz besondere Momente. Ich war ja noch etwas jünger und das Stadion in Saarbrücken bei den Spielen so gut wie ausverkauft. Besonders das Spiel gegen Bremen habe ich natürlich positiv in Erinnerung, da wir das auch gewonnen haben. Da hat man am eigenen Leib erfahren, dass der Pokal tatsächlich seine eigenen Gesetze schreibt.

Was nimmt man aus diesen Partien alles für die eigene Karriere mit?

Eine ganze Menge. Man hat gemerkt, was in einem einzigen Spiel alles möglich ist, wenn man sich voll reinhängt. Und man hat gegen Spieler gespielt, die in einer Liga aktiv sind, in der man auch mal irgendwann landen will. Das war schon schön.

Hast Du Dir ein Trikot ergattert?

Gegen Bremen habe ich mir das Trikot von Marko Arnautovic gesichert. Aber nicht für mich, sondern für meinen besten Freund. Er ist Österreicher und riesiger Arnautovic-Fan. Zuerst habe ich gedacht, dass ich das Trikot von ihm gar nicht bekomme. Schließlich hatten wir Bremen geschlagen, und Arnautovic meinte nur, ich bekäme es später in der Kabine. Aber dann hat er mir das Trikot extra von einem Betreuer bringen lassen – das war eine tolle Aktion.

Wer war der härteste Gegenspieler oder an wen erinnerst Du Dich heute noch, weil er besonders gut, nett, gemein war?

Es war schon etwas Besonderes, gegen Spieler wie Aubameyang oder Mkhitaryan zu spielen. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Konter von ihnen, der mich hat spüren lassen, mit was für einer Schnelligkeit und Power solche Spieler wirklich unterwegs sind. Von daher kann ich schon gut nachvollziehen, dass viele Mannschaften Probleme mit der Offensive der Dortmunder haben.

Es folgten einige Trainerwechsel beim FCS, weil es in der Liga nicht so lief. Was macht das mit einem jungen Spieler, wenn auf der Trainerbank ständig jemand anders sitzt? Wie wirkt sich das auf die eigene Entwicklung aus?

Ich würde sagen, dass ich davon tendenziell eher profitiert habe. Ich habe generell viel während meiner Zeit in Saarbrücken gelernt. Klar können Trainerwechsel für einen jungen Spieler auch mal schwierig sein, besonders wenn man sich gerade erst festgespielt hat. Aber ich habe Trainerwechsel immer als neue Herausforderungen betrachtet, mich neu zu beweisen und aufzudrängen. Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie, man kann von jedem eine Menge lernen.

Ihr wart mit Saarbrücken bereits zwei Spieltage vor Schluss abgestiegen und doch entlud sich der Frust eines Fans am allerletzten Spieltag, als er Dir – damals im Alter von 21 Jahren – im Kabinengang mit der Faust ins Gesicht schlug. Wie sind Deine Erinnerungen an diese Situation? Wie lange hast Du gebraucht, um das zu verarbeiten?

Ich kann mich noch sehr genau an die Situation erinnern. Ich hatte an dem Tag nicht gespielt, weil ich verletzt war. Und nach der Niederlage hatten Fans versucht, sich Zugang zu unserer Kabine zu verschaffen. Ich habe mich dann vor die Kabine gestellt und versucht, die Situation zu beruhigen und den Fans klar zu machen, dass das nicht geht. Und dann hat eben einer von denen plötzlich ausgeholt. Man muss dazu sagen: Man sollte den Frust der Fans auch verstehen. Das sind Leute, die ihr ganzes Leben mit diesem Verein verbringen und viel Kraft für diesen Klub aufbringen. Dass sich dann in so einer Situationen auch mal Emotionen aufstauen, ist nachvollziehbar. Aber selbstverständlich wurde mit dem Faustschlag eine Grenze überschritten, so weit darf es nie kommen. Ich habe nach der Szene viel mit meinem Vater darüber gesprochen und wir haben gemeinsam entschieden, auf eine Anzeige zu verzichten. Der Täter hat sich später dann persönlich bei mir entschuldigt – und damit war die Sache für mich auch gegessen.

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