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Viel Applaus für Rot-Weiß Oberhausen
Keine 3. Liga für RWO: Traum platzt im Saisonfinale

(Foto: Ahlers)
(Foto: Ahlers)
(Foto: Ahlers)

Oberhausen – Lange hoffte Rot-Weiß Oberhausen auf den Aufstieg in die 3. Liga, doch am Samstag sollte es nicht sein. Beim 3:3 (1:1)-Remis gegen den SC Verl zeigte RWO viel Willen, aber auch reichlich Nervosität - die Aufholjagd kam zu spät und hätte ohnehin nichts gebracht, weil Spitzenreiter Viktoria Köln keine Schwäche zeigte.

Sechs Tore, 8.000 Zuschauer und grandiose Stimmung - all das reichte am Samstagnachmittag nicht für das kleine Fußballwunder von der Emscher: Rot-Weiß Oberhausen bleibt trotz aufopferungsvollem Kampf viertklassig, Viktoria Köln darf nach sieben Jahren Regionalliga erstmals auf nationale Ebene aufsteigen.

Alles war angerichtet im Stadion Niederrhein, und tatsächlich bugsierte sich RWO nach 16 Spielminuten erstmals am einen Punkt besser platzierten Tabellenführer aus Köln vorbei: Während die Viktoria nämlich im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach II zunächst keine Tore vorlegte, so war es Cihan Özkara, der den zu weit aus dem eigenen Kasten geeilten Verler Torhüter Robin Brüseke mit einem Heber aus großer Distanz überwand. Das Stadion stand kopf.

Plötzlich wird Oberhausen nervös - und dafür bestraft

Doch Oberhausen vergab erst eine große Chance zum Nachlegen und wurde dann zunehmend nervöser. Der SC Verl, dessen Mannschaftsfahrt nach Mallorca unmittelbar nach Abpfiff startete, konnte das schnell ausnutzen und spürbar befreit von jedem Druck die Kontrolle übernehmen. Der Ausgleich von Aygün Yildirim (33.), er war zu dem Zeitpunkt folgerichtig. Bis zur Pause passierte nichts mehr, auch weil Brüseke nochmals stark gegen Özkara parierte.

Es waren erst wenige Sekunden nach der Pause gespielt, da kam der Schock für RW Oberhausen: Anton Heinz erhielt auf dem linken Flügel zu viele Freiheiten, versuchte sein Glück einfach und profitierte davon, dass sein Schuss entscheidend und unhaltbar abgefälscht wurde (47.). 2:1 für die Gäste! Plötzlich wurde es totenstill, Oberhausen brauchte zwei Tore. Und es kam noch schlimmer, als Daniel Hammel auf 3:1 erhöhte (72.) und auch Viktoria Köln in Führung gegangen war. Der Aufstieg war wieder weit entfernt.

RWO geht volles Risiko und belohnt sich fast dafür

Oberhausen aber raffte sich voller Willen, das Wunder zu schaffen, nochmals auf. Selbst der verschossene Elfmeter von Özkara nach gut 75 Minuten wurde weggesteckt, und als der kurz zuvor eingewechselte Tarik Kurt im Gewühl das 2:3 erzielte (82.), da erwachten die achttausend Besucher nochmals. Jannik Löhden erzielte zu Beginn der fünfminütigen Nachspielzeit sogar noch das 3:3 (90. +2), Brüseke musste einen letzten Schuss um den Pfosten lenken (90. +5). Dann war RWO geschlagen - selbst ein Sieg hätte letztlich nichts genutzt, weil Viktoria Köln das knappe 1:0 gegen Gladbach über die Zeit brachte.

So regierte zunächst die Enttäuschung, die Gastgeber sanken mit Abpfiff resigniert zu Boden. Die Fans bewiesen hingegen ein feines Gespür, klatschten mit ihren Spielern auf und feierten die zwar ungekrönte, aber dennoch fantastische Saison. Der nächste Anlauf erfolgt im kommenden Jahr; dann stoßen aber mit den Sportfreunden Lotte und Fortuna Köln zwei ambitionierte Absteiger aus der 3. Liga hinzu.

 

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