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Es geht um den DFB-Pokal
SC Verl bekommt sein Finalspiel beim SV Rödinghausen

(Foto: Ahlers)
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Verl – Das hat sich der SC Verl hart erarbeitet: Am Sonntagnachmittag bekommen die Ostwestfalen ihr persönliches Finalspiel um den sechsten Platz. Allerdings müssen sie auf Schützenhilfe hoffen. Und was steckt überhaupt hinter diesem merkwürdigen Ziel? Nicht weniger als die sehr realistische Chance auf den DFB-Pokal.

Eigentlich hatte der Sportclub Verl das Ziel DFB-Pokal, die erste Teilnahme seit dem Jahr 2010, schon abgehakt. Im Herbst 2017 unterlag die Elf von Trainer Guerino Capretti dem Bochumer Sechstligisten TuS Hordel im Westfalenpokal-Achtelfinale nach Elfmeterschießen, in der Tabelle weilte man im Abstiegskampf und hatte gewiss andere Sorgen, als sich über das Hintertürchen des besten westfälischen Regionalligisten doch noch ein Entscheidungsspiel um den nationalen Pokal zu sichern.

Damals war der SV Rödinghausen, Gegner am kommenden Sonntag, noch eine Spitzenmannschaft. Mittlerweile hat sie sich zum Mittelfeldteam abgestuft. Rödinghausen hat seinen ohnehin scheidenden Trainer Alfred Nijhuis vor einigen Wochen vorzeitig von seinen Aufgaben entbunden, nachdem dieser erstaunlich miese Ergebnisse hinterlassen hatte: Ein 1:7 in Wattenscheid etwa, oder ein 2:5 beim Bonner SC. Nun hat Rödinghausen sich stabilisiert und lauert ebenso wie Verl auf die finale Pokal-Chance.

Schützenhilfe vom KFC Uerdingen erwünscht

Denn die Konstellation ist vertrackt. Verl steht punktgleich mit dem SVR, hat aber das deutlich bessere Torverhältnis. Zwei Zähler vor beiden Kontrahenten steht der dritte Ostwestfale in der West-Staffel, der SC Wiedenbrück. Der bräuchte aufgrund seines Torverhältnisses einen Sieg im letzten Spiel der Saison, um in jedem Fall vor Verl und Rödinghausen zu bleiben. Die Krux: Wiedenbrück empfängt den KFC Uerdingen. Der spielt seit Wochen wie vom anderen Stern, braucht aber den Sieg dennoch, um Viktoria Köln im Kampf um die Meisterschaft zu distanzieren.

Das weiß der SC Verl, das weiß Guerino Capretti. „Die Jungs wissen, was wir noch erreichen können“, sagt er vor der abschließenden Auswärtsfahrt. Es dürfte wohl ein spektakuläres Spiel werden, ergänzt er. „Beide werden voll auf Sieg gehen.“ 72:63 Tore auf Seiten des SVR werden auf 47:29 Tore der Verler treffen – zwei Mannschaften mit völlig verschiedenen Schwerpunkten. „Das macht es doch interessant“, frohlockt Capretti. Er war als Spieler selbst mit dabei, als der SC Verl 2010 im DFB-Pokal mit 1:2 gegen 1860 München ausschied.

Erst nach Mallorca, dann zurück ins Training?

Bis Sonntagmittag ist folglich offen, ob sich die Spieler in die Sommerpause verabschieden dürfen oder sich auf ein weiteres Endspiel gegen den Oberliga-Meister, wahrscheinlich der ASC Dortmund, vorbereiten müssen. Capretti nimmt es pragmatisch: „Wenn es so kommt, werde ich einen Trainingsplan erstellen und die Mannschaft nochmals auf den Punkt vorbereiten.“ Zuvor fliegt die bereits am Montag nach Mallorca, Saisonabschlussfahrt. „Die paar Tage werden sie verkraften“, sagt der Trainer mit einem Schmunzeln.

Verdient hat es sich Kader wie Funktionsteam allemal, die Spielzeit zu feiern. „Viele Bilanzen lassen sich richtig gut an“, meint der Übungsleiter und deutet etwa auf die Heimstärke des SCV oder die Serie von 13 ungeschlagenen Spielen am Stück, die am Sonntag fortgesetzt werden soll. „Es ist keine perfekte Saison, dann wären wir Meister geworden“, meint Capretti. „Aber es ist eine sehr gute. Und schaffen wir es doch in den DFB-Pokal, wäre die Spielzeit top.

 


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