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SC Verl: Capretti verlängert – Bertels fordert härteres Durchgreifen

Guerino Capretti ist seit Anfang 2017 Trainer des SC Verl. (Foto: Schulte)

Verl – Der SC Verl hat auf der Trainerposition nun klar Schiff gemacht: Guerino Capretti, seit 21 Monaten an der Seitenlinie der Ostwestfalen, hat einen Vertrag bis Juni 2021 unterschrieben. Vorsitzender Raimund Bertels sieht darin einen logischen Vorgang – und hat einige Worte zu finanziell schwächelnden Liga-Kontrahenten übrig.

Die Erleichterung war den Beteiligten anzumerken: Guerino Capretti und der SC Verl, das passte in den vergangenen Monaten einfach. So wurde die Verlängerung mit dem Übungsleiter aus Sicht des Vereinsvorsitzenden Raimund Bertels zur Formsache. „Da hat es auf keiner Seite langen Gesprächsbedarf gegeben“, sagt der 51-Jährige. Und warum auch? Die Bilanz spricht für den Trainer.

Nur elf seiner 61 Ligaspiele hat Capretti verloren – das klingt der Bilanz eines Aufstiegsanwärters, wenn da nicht die zahlreichen Unentschieden wären. „Das eine oder andere war schon ärgerlich“, sagt der 36-Jährige rückblickend. Viel wichtiger aber ist ihm sein „Projekt“, wie er es nennt. „Und das braucht seine Zeit“, so Capretti. „Es ist schön, dass ich die nun bekomme. Es macht viel Spaß, mit dieser Mannschaft zu arbeiten, sie weiterzuentwickeln.“

Weiterhin Trainer und Lehrer zugleich

An der Motivation für die in einem Monat startende Rückrunde mangelt es ohnehin nicht. „Auch ohne die persönliche Planungssicherheit wäre ich mit dem gleichen Elan in die Vorbereitung gegangen“, meint Capretti. Nach wie vor unterrichtet er nebenbei an einer Gütersloher Realschule vertretungsweise, es ist ein Pensum, das „noch gut zu handeln“ sei. Nachmittags geht es dann weiter auf den Trainingsplatz – in der Wintervorbereitung teils sogar zweimal täglich. Und das hat einen guten Grund. 

„Wir brauchen die Einheiten, um in Tritt zu kommen“, sagt Capretti. Beim ersten Auflaufen nach der gut einmonatigen Pause beobachtete er „unsaubere erste Ballkontakte“ ebenso wie wenig harmonische Bewegungsabläufe, „das Übliche eben“, so der Coach. Vier Wochen Zeit hat er bis zum Heimspiel gegen den FC Kaan-Marienborn, vorher stehen sechs Testspiele – allesamt in der Tönnies-Arena in Wiedenbrück – auf dem Plan, das erste an diesem Samstag gegen den BSV Rehden. 

Langemann beendet die Regionalliga-Karriere

Dann soll nach Möglichkeit bereits der wohl einzige Wintertransfer eingetütet sein: Der SC Verl sucht nach einem Ersatz für Offensiv-Allrounder Stefan Langemann. Dieser kam auf den Verein zu mit der Bitte, den Vertrag aufzulösen – ihm lag ein lukratives Jobangebot bei Automaten-Konzern Gauselmann vor, für das er nun seine höherklassige Karriere beendet. „Das war nicht leicht für uns, aber Stefan hat sich immer korrekt verhalten“, sagt Capretti. „Da kann ich mich nicht hinstellen und sagen: Ich erlaube dir das nicht.“ 

Zuständig für die Verpflichtung ist wiederum Bertels, der vor allem die Flexibilität von Langemann schätzte. „Das sollte der Neue auch mitbringen.“ Ansonsten tut sich auf dem Verler Transfermarkt – im Gegensatz zu manchem Regionalliga-Kontrahenten – nur wenig. Der SCV kann ebenso ruhigen Gewissens betrachten, wie sich so mancher Liga-Kontrahent mit finanziellen Nöten herumschlägt.

Doch Bertels klagt auch an, was etwa beim Wuppertaler SV geschehen ist, dessen Spieler jetzt reihenweise den Klub verlassen. Eine Saison müsse seriös durchfinanziert sein, meint er. Transfers auf Pump sind ihm ein Dorn im Auge. Auch, weil Verl im Sommer direkt betroffen war: Der Sportclub hatte Stürmer Dejan Bozic fast schon verpflichtet, ehe sich dieser in letzter Sekunde dem Chemnitzer FC anschloss. Der hat sich nun bei seiner Wiederaufstiegs-Planung offenkundig finanziell übernommen, vermeldete im Oktober ein Defizit von 500.000 Euro. 

„So etwas ermüdet“, sagt der SCV-Vorsitzende, nach dessen Willen härter durchgegriffen werden sollte: „Wer zahlungsunfähig ist, der sollte absteigen müssen.“

 

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