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Spätes 1:1 gegen Alemannia Aachen
SC Verl: Schon neun Remis und trotzdem gute Laune

(Foto: Privat)
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Verl – Unentschieden lassen den SC Verl meist mit gemischten Gefühlen zurück, schließlich streut der ostwestfälische Regionalligist in jüngerer Vergangenheit davon viel zu viele ein. Beim 1:1 gegen Alemannia Aachen war die Ausgangslage jedoch eine besonders knifflige – und die Erleichterung bei Trainer, Fans und der außergewöhnlich jungen Mannschaft riesig.

17 und damit exakt die Hälfte aller Punktspiele hatte der SC Verl in der Saison 2017/18 mit einer Punkteteilung absolviert. Es war ein Ärgernis für Trainer Guerino Capretti und den Vorsitzenden Raimund Bertels, das in dieser Saison eigentlich nicht wieder passieren sollte. Doch was geschieht? Die Ostwestfalen sind drauf und dran, den selbst aufgestellten Regionalliga-West-Rekord in dieser Spielzeit zu übertrumpfen.

Im Anschluss an das 1:1-Remis gegen Alemannia Aachen war die leidige Remisflut jedoch zunächst nicht in den Köpfen der Beteiligten. Es war schließlich ein weiteres Match, das in die Rubrik „Punktgewinn“ eingeordnet werden durfte – Matthias Haeder war es, der in der 89. Minute nach zuvor vielen nicht bis zum Ende gebrachten Angriffen den ersehnten späten Ausgleich erzielte.

Jeder durfte mit dem Ausgang zufrieden sein

Etwa Tausend der 1.349 Zuschauer an der Verler Poststraße rettete dieser sehenswerte Treffer den Abend, die übrigen haderten mit ihrem Schicksal und Schiedsrichter Marco Goldmann. Tatsächlich hatte dieser die Gäste aus der Kaiserstadt in der Zweikampfbewertung meist eher benachteiligt – eine Folge davon war der späte, allerdings berechtigte Platzverweis per Ampelkarte für Linksverteidiger Patrick Salata (83.). Verls Jannik Schröder hatte etwa zehn Minuten zuvor noch Glück gehabt, für ein Nachtreten nur die Gelbe Karte gesehen zu haben. 

Schlussendlich durfte aber jeder mit dem Spielausgang zufrieden sein. Alemannia Aachen, weil es nach den drei längst vergessenen Auftaktniederlagen sein mittlerweile zehntes Spiel am Stück ohne Niederlage aneinandergereiht hat. Und Verl, weil es trotz größter Personalnot vor den Kracher-Wochen in Dortmund sowie gegen Viktoria Köln kein Negativerlebnis verkraften muss. Fünf Stammspieler fielen angeschlagen oder gesperrt aus - Jan Schöppner (19), Janik Steringer (20), Anton Heinz (20) und Fabian Brosowski (19) machten aus dem SC Verl eine jugendliche Rasselbande.
 

(Foto: Privat)
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Heinz überzeugt – Haeders Erfahrung bringt den Punkt

Das Quartett zeigte allerdings in puncto Willen und Laufbereitschaft zu jeder Zeit, dass sie große Lust hatte, die plötzliche Bewährungsprobe zu ihren Gunsten zu nutzen. „Wir wurden im Training heiß gemacht“, sagte etwa der 20-jährige Anton Heinz, der seine Sache auf dem linken Flügel auffällig gut machte. „Es macht Spaß, mit unseren Talenten zu arbeiten und sie durch Spielpraxis einen Schritt weiterzubringen“, sagte Trainer Guerino Capretti dazu.

Einzig das Quäntchen Präzision fehlte in zahlreichen Aktionen. Und so brauchte es in der vorletzten Minute schließlich die geballte Erfahrung des langjährigen Verlers Matthias Haeder (29), der nach drei geblockten Abschlüssen und viel Hektik im Aachener Sechzehnmeterraum die Ruhe behielt, erst einen Haken schlug und dann den Ball kompromisslos in den linken Torwinkel nagelte. „Dafür bin ich doch da“, sagte der Torschütze nach Spielende ganz salopp. „Die Älteren müssen nun auch Verantwortung übernehmen. Aber unsere Jungs haben das heute richtig gut gemacht.“
 

 


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