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Spätes 1:1 im Nachholspiel
SC Verl: „Auf unserem Rasen besiegt uns keiner“

(Foto: westline)
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Verl – Auf den SC Verl ist in dieser Saison vor heimischem Publikum Verlass – Niederlagen gibt es keine. Auch nicht gegen Borussia Dortmund II. Dabei sah es lange, sehr lange danach aus. Umso emotionaler reagierte Trainer Guerino Capretti auf den Last-Minute-Ausgleich. „Das tut unfassbar gut“, sagte er kurz nach Abpfiff.

Binnen Sekunden durchlebten Fans, Verantwortliche und Spieler am Dienstagabend ein Gefühlschaos. 89 Minuten lang hatten sich die Defensivreihen der BVB-Amateure und des SC Verl hochaufmerksam gezeigt, Großchancen waren demzufolge Mangelware. Dann köpfte Gianluca Marzullo eine Flanke von rechts aus kurzer Distanz an den Pfosten. Capretti schlug an der Seitenlinie die Hände über dem Kopf zusammen, ahnend, dass er sich mit null Zählern würde abfinden müssen. „Noch so eine Chance gibt es normalerweise nicht“, sagte der Übungsleiter.

Aber seine Elf kam noch einmal in die Nähe des gegnerischen Kastens, und das genügte. Denn Rechtsverteidiger Patrick Choroba hatte sich für seinen bereits fünften Saisontreffer etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Er nagelte den Ball ansatzlos mit einer bogenförmigen Flugkurve unter die Latte. „Ein irres Tor“, staunte Capretti, der wenige Minuten zuvor den Ausgleichstreffer mit Jubelsprüngen gefeiert hatte.

„Ist halt doch nicht so leicht hier, was?“

Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Noch in der Nachspielzeit vergab Verl im Gewühl die große Gelegenheit auf das 2:1. Es wäre des Guten zu viel gewesen. Nur noch Jan Lukas Liehr hatte Mitte der zweiten Halbzeit eine große Chance für Verl, vergab leichtfertig. Auf der Gegenseite vergab Dortmund zwei aussichtsreiche Konter. 

 

Zuvor hatten die BVB-Youngster den SCV mit der 1:0-Führung im Rücken – Sören Dieckmann hatte nach 14 Minuten ähnlich sehenswert genetzt – ganz cool abgekocht und nicht in den eigenen Strafraum gelassen. Es war ein Regionalliga-Spiel auf gutem Niveau, über dessen Ergebnis sich Verls Anhänger zurecht freuten. Schließlich war eine der spielstärksten Mannschaften der Liga zu Gast. „Ist halt doch nicht so leicht hier, was?“, frotzelte ein Rentner nach Spielende in Richtung von Gästecoach Jan Siewert, der nur noch entnervt abwinkte.

„Hätten damals nicht umziehen dürfen“

Auch Verl hatte wieder einmal in der Defensivarbeit überzeugt. Fünf Gegentore hat der Sportclub in den ersten acht Ligaspielen des Jahres 2018 erst kassiert. „Ich bin zufrieden mit der Art und Weise, wie sich die Mannschaft präsentiert hat“, sagte Capretti. „Auf unserem Rasen besiegt uns diese Saison keiner.“ Eine Aussage, die streng genommen nicht ganz korrekt ist – eine Heimpleite ist in den Statistiken verbucht. Die Begegnung absolvierte Verl allerdings witterungsbedingt als „Gast“ in der Wiedenbrücker Tönnies-Arena, verlor dort gegen Düsseldorf II. „Wir hätten damals nicht kurzfristig umziehen dürfen“, sagte Capretti und meinte das durchaus ernst.

Ganz nebenbei: Das 1:1 gegen den BVB II stellte den Abschluss des 6. (!) Spieltags dar, das Spiel war mehrere Male verschoben worden. Schon in drei Wochen treffen sich die beiden Teams zum ebenfalls verlegten Rückspiel (ursprünglich für Ende Februar terminiert) wieder – dann in der „Roten Erde“.

 

 


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