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"Verhältnis zerrüttet"
SG Wattenscheid und Haalo: Millionen-Kooperation löst sich in Luft auf

(Foto: Schulte)
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Wattenscheid – So schnell löst sich das millionenschwere Mega-Projekt in Luft auf. Gut zwei Monate nach Bekanntgabe der spektakulären Kooperation zwischen der SG Wattenscheid und dem Startup Haalo ist die Sache beendet. 

Im Juli erst hatten der Regionalligist Wattenscheid 09 und das Hamburger Startup Haalo eine Kooperation spektakulären Ausmaßes angekündigt. Binnen fünf Jahren sollte die SGW den großen FC Barcelona mit seiner digitalen Reichweite übertreffen. Große Reden, große Worte.

Als am Dienstagabend dann zwei der führenden Köpfe aus dem Aufsichtsrat des Klubs ihre Ämter aufgaben, warf das schon Fragen auf. Und am Mittwochnachmittag flatterte dann die Mitteilung von Haalo auf den Tisch. Das Unternehmen "beendet die Zusammenarbeit mit der SG Wattenscheid", heißt es dort. Und weiter: "Wir sehen die Grundlagen unserer Kooperation als irreversibel zerrüttet, von daher ist eine Zusammenarbeit mit dem Verein nicht mehr möglich“, erklärt Peter Jaeger, der Geschäftsführer.

Große Pläne

Angeblich habe Haalo vom Rücktritt der beiden Initiatoren in Wattenscheid erst durch die Medienberichte erfahren. "Die Kooperation mit der SG 09 Wattenscheid e.V. basierte auch auf der Initiative dieser beiden Personen“, sagt Peter Jaeger. „Von ihrem Rücktritt haben wir weder durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates noch durch den Vorstandsvorsitzenden Kenntnis erlangt, sondern durch Pressevertreter." Bemerkenswert in dem Zusammenhang, dass einer der beiden Personen (Lukas Bennemann) Mitgründer des Startups selbst ist ...

Haalo hatte erst Anfang Juli das Projekt vorgestellt - damals stellte das Unternehmen der SG Wattenscheid bis zu fünf Millionen Euro in Aussicht. Für den Herbst war ein "Initial coin offering" geplant, bei dem Investoren Anteile hätten erwerben können. Geld für die SG Wattenscheid wäre den Plänen nach erst geflossen, wenn ein Kapital in Höhe von 25 Millionen Euro eingesammelt wäre. Das sollte über ein Crowdfunding mittels einer Kryptowährung geschehen. 

In Wattenscheid wollte das Unternehmen den Fußballsport neu gestalten und "digitalisieren": Mit Apps für den Stadionbesucher, einem eSports-Team, einem gewaltigen Campus für Startups und ein Nachwuchsleistungszentrum. 

Die spektakulären Pläne wirkten schon im Juli ambitioniert, jetzt endet das Projekt, noch ehe es überhaupt begonnen hat. Offen ist derzeit noch, ob Haalo einen neuen Anlauf mit einem anderen Partner plant. 

Peter Jäger, CEO bei Haalo. (Foto: Schulte)
Oguzhan Can (Aufsichtsrat SGW), Christof Wieschemann (Aufsichtsrat) und Peter Jäger (Haalo), v.l. (Foto: Schulte)
Aufsichtsrat Christof Wieschemann. (Foto: Schulte)
(Foto: Schulte)

 


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