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Bis zu 20 Partien - trotz Kritik
Sport1 überträgt auch in der neuen Saison die Regionalliga

TV-Übertragung im Fußball (Symbolfoto: Schulte)
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Der TV-Sender "Sport1" nennt sie die "Königsklasse der Amateure": die Regionalliga. Auch in der kommenden Saison werden Spiele aus der vierten Liga im TV übertragen.

Die Rede ist von einer "Erfolgsgeschichte" und von "Reichweiten-Rekorden" und was so klingt, muss selbstverständlich eine Fortsetzung erhalten. Gesagt, getan: "Sport1" überträgt auch in der neuen Saison 2016/2017 die Regionalliga live. Bis zu 20 Partien pro Saison sollen gezeigt werden.

Das ist die reine Nachricht, die am Freitag in die Mailfächer der Redaktionen flatterte. Garniert mit sehr höflichen Aussagen wie der von Hermann Korfmacher, Präsident des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV). "Ich freue mich, dass unsere Partnerschaft mit SPORT1 in die nächste Runde geht und wir weiter gemeinsam Maßstäbe im Amateurfußball setzen können", wird er zitiert.

Und auch der Chef des Bayerischen Verbandes, Rainer Koch, sieht das ähnlich: "Die Livespiele auf SPORT1 geben dem Amateur-Spitzenfußball eine tolle Plattform. Und die Regionalliga-Übertragungen sind eine echte Erfolgsgeschichte. Das belegen die hohen Einschaltquoten."

Proteste

Selbstverständlich wird die teilweise heftige Kritik aus den Fanszenen ebenso höflich unterschlagen. Dass die Livespiele dafür sorgen, dass Partien unter der Woche stattfinden und damit für Fans teilweise kaum zu erreichen sind, bleibt unerwähnt. Dass die Livespiele zwar Ruhm und Ehre bringen, aber Zuschauer kosten, ist kein Thema. Protestbanner der Art "Scheiß Sport1" sind kein Thema. Die Proteste in den Stadien werden ausgeblendet - das ist die andere Seite der Medaille.

Teilweise hatten Klubs wie Waldhof Mannheim angekündigt, solche Liveübertragungen nur noch zu akzeptieren, wenn der Anfahrtsweg für Fans 150 Kilometer nicht überschreite.

Die "Hesseisch-Niedersächsische Allgemeine" hatte noch im September 2015 berichtet, dass die TV-Gelder für diese Übertragungen letztlich auch sehr überschaubar ausfielen - pro Partie zahle "Sport1" nur 7.500 Euro an den jeweiligen Verband. Und die Gesamtsumme werde dann am Ende auf viele Mannschaften umgelegt. "Wirklich viel bleibt den einzelnen Klubs dann nicht", schreibt die Zeitung.

Die Vereine dürften dem Thema allerdings mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen. Für sie geht es um ganz pragmatische Themen. Neben dem Ärger mit den eigenen Fans und ausbleibenden Zuschauern geht es für sie eben auch um die "Sichtbarkeit" für Sponsoren. TV-Übertragungen gelten als prestigeträchtig und lassen sich bei Werbepartnern gut "verkaufen".

Einschaltquoten

Durchschnittlich erreichte "Sport1" in der abgelaufenen Saison 350.000 Zuschauer pro Spiel. Dabei stachen einzelne Partien heraus. Die Partien zwischen Worms und Saarbrücken sowie Kickers Offenbach gegen Elfversberg sahen jeweils rund 470.000 Zuschauer im Schnitt, teilweise waren bis zu 760.000 Zuschauer mit auf Sendung. Es handele sich dabei um die besten Werte seit Beginn der Regionalliga-Übertragungen, so der Sender.

 


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