Berichte aus der Regionalliga West

Unser Service... Unsere Texte aus der Regionalliga West exklusiv auf Facebook

Nach dem knappen Pokalaus gegen die Bayern
SV Rödinghausen stolz: „Davon können wir unseren Kindern erzählen“

Linus Meyer (Roedinghausen) jubelt nach seinem Tor zum 1:2 (Foto: Eibner Pressefoto)
Rödinghauser Runde nach Abpfiff... (Foto: dpa)
3

Osnabrück/Rödinghausen – Mit breitem Grinsen im Gesicht trat Linus Meyer kurz nach der Partie gegen den FC Bayern vor die vielen Mikrofone. Enttäuschung? War ihm nicht anzusehen, vielmehr Stolz auf das Erreichte. 

Er und das übrige Kollegium des SV Rödinghausen hatten dem deutschen Rekordmeister tapfer zugesetzt, dieser Ansammlung hochbefähigter Akteure, die letztlich nur mit 2:1 (2:0) gegen den Regionalligisten gewann. „Nach so einem knappen Ergebnis gegen die Bayern“, sagte Meyer, „darf man sich als Viertligist durchaus als Sieger fühlen“. Und er insbesondere.

Denn Meyer war es, der ebenso wie zuvor in Pokalrunde eins gegen Dynamo Dresden (3:2 n.V.) auch gegen die Münchner traf, diesmal zum viel umjubelten Anschlusstreffer. Von Kelvin Lunga fein per scharfer Flanke angespielt, sprintete der 26-Jährige schneller als Bayerns Rechtsverteidiger Rafinha ins Strafraumzentrum und schob den Ball vorbei an Manuel Neuer. „Ein Tor gegen den weltbesten Torwart“, staunte Meyer hernach, „das gelingt einem auch nicht alle Tage.“

Den Ablauf dieser denkwürdigen Szene beschrieb er so: „Ich habe gar nicht viel nachgedacht, habe einfach versucht, mich freizulaufen. Ich schieße ihn rein, realisiere es erst gar nicht, merke dann aber, dass die Fans jubeln. Ein toller Moment.“ 

Für ihn, die Mannschaft und die Anhänger. Sie allesamt bekamen neue Hoffnung, nachdem der Start noch denkbar schlecht verlaufen war. Zwei frühe Gegentore (8. und 13. Minute), außerdem ein von Renato Sanches verschossener FCB-Elfmeter (22.) – es hätte sich auch ein bayerischer Kantersieg entwickeln können. Dieses Szenario indes stand für Meyer trotz der heiklen Anfangsphase nie zur Debatte: „Wir haben eine brutale Mentalität, jeder ist brutal stark im Kopf“, erklärte er. „Außerdem haben wir uns vorgenommen, dass wir als Mannschaft zusammenhalten – egal, was passiert.“ Nach seinem Anschlusstreffer in der 49. Minute hatte er gar das Gefühl, den turmhoch favorisierten Bayern noch mehr zusetzen zu können. „Klar denkt man dann, da geht noch was“, sagte Meyer. „Leider hat es nicht ganz gereicht.“ 

Dennoch, so bilanzierte dieser Offensivspieler, „ist es ein überragendes Ergebnis.“ Das sogar noch besser hätte ausfallen können, hätte Angreifer Simon Engelmann zumindest eine seiner zwei Großchancen verwertet (26., 46.). „Mit ein bisschen mehr Glück geht davon noch einer rein“, sagte Mittelfeldspieler Franz Pfanne, der allerdings ebenfalls nicht lange hadern wollte. „Die zweite Halbzeit haben wir quasi 1:0 gewonnen. Und das sind die Bayern gewesen“, bemerkte er mit einem Lächeln. Für Rödinghausen sei dieses 1:2 ein „riesiger Erfolg“. Pfanne: „Davon können wir unseren Kindern erzählen, das ist der Wahnsinn.“ 

Kapitän Daniel Flottmann, der mit einem etwas zu stumpfen Einsatz gegen Sanches den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 0:2 verschuldet hatte, ärgerte sich zunächst über die in seinen Augen zuweilen arg unzureichende Schiedsrichterleistung von Timo Gerach („Wir wurden ein bisschen verpfiffen“), richtete den Blick dann aber fröhlich nach vorn: „Mit Sicherheit werden wir heute noch die ein oder andere Saftschorle zu uns nehmen. Da kann der Trainer sagen, was er will.“ Für Flottmann, der ansonsten solide verteidigte, sei das Spiel gegen die Bayern „das Highlight seines Lebens“ gewesen. Ein Erlebnis, „das ich nie vergessen werde“. 

Ebenso wie Torschütze Meyer, der zudem den Man-of-the-Match-Award erhielt und diesen stolz durch die Mixed Zone trug. „Der bekommt einen ganz besonderen Platz, das ist ganz sicher“, bekräftigte er grinsend. Und verschwand dann in der Osnabrücker Nacht.

 


Lade Forenbeiträge...

Regionalliga West


Weitere Artikel: Regionalliga West »