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Mit 33 Jahren
Oliver Kirch: „Ich beende meine Karriere“

Oliver Kirch beendet seine Karriere. (Foto: dpa)
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Paderborn – Oliver Kirch hat viel erlebt. Und viele Klubs gesehen. Verl. Gladbach. Kaiserslautern, Dortmund natürlich, zuletzt den SC Paderborn. Nach dem Abstieg der Schwarz-Blauen zieht Oliver Kirch jetzt seinen eigenen Schlusspunkt. westline verriet er, was er vorhat: seine Karriere an den Nagel zu hängen.

Als ihm BVB-Trainer Thomas Tuchel im Sommer 2015 einen Wechsel nahegelegt hatte, unterschrieb Oliver Kirch für zwei Jahre beim Bundesliga-Absteiger SC Paderborn. Dort wollte er eine Führungsrolle übernehmen und einfach Spaß am Fußball haben. Leider lief die Spielzeit weder für ihn persönlich, noch für den Klub nach Plan. Auch sein Vertrag verlor aufgrund des Abstiegs in die 3. Liga seine Gültigkeit. Auf westline-Anfrage bestätigte der 33-Jährige das Ende seiner aktiven Profi-Laufbahn.

„Verspüre keine große Wehmut“

„Ich bin mit dieser Entscheidung komplett im Reinen und verspüre keine große Wehmut“, erklärte Kirch. Den Gedanken „Oh Gott, ich bin kein Fußballer mehr“, habe er nicht. Gereift ist die Entscheidung in seinem Kopf bereits vor einigen Wochen. Eine kleine Hintertür hätte es allerdings gegeben: „Wenn jemand aus China angerufen und mir 3 Millionen Euro netto geboten hätte, wäre ich vielleicht noch mal ins Grübeln gekommen“, flachst ein völlig entspannt wirkender Kirch. Ein solches Angebot kam letztlich nicht.

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Lust, noch einmal umzuziehen, habe er nicht mehr gehabt. Der jetzige Ex-Profi lebt mit seiner Frau Jana und seiner acht Monate alten Tochter in Bielefeld . Deshalb kam ihm das Angebot aus dem knapp 50 Kilometer entfernten Paderborn durchaus entgegen. „Damals fühlte es sich gut an, dort hinzuwechseln“, so Kirch, der aber auch sportlich noch einiges mit dem SCP vor hatte. Leider erfüllten sich die Ziele mit dem Zweitligisten nicht. Als er Ende August in letzter Minute vom BVB nach Paderborn wechselte, war sein Muskelfaserriss noch nicht ganz ausgeheilt. Nach einer zweiwöchigen Länderspielpause spielte er drei Spiele hintereinander innerhalb kürzester Zeit, dann brach die alte Verletzung wieder auf. „Falscher Ehrgeiz“, bereut Kirch heute. In der Rückrunde war er – anders als im Internet zu lesen- fit, wurde aber schlichtweg nicht mehr für den 18er-Kader berücksichtigt.

„Nie darüber definiert, Fußballer zu sein“

„Die vergangene Saison hat mir sehr viel Lust geraubt. Es ist sicher nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte“, gibt der gebürtige Soester einen Einblick in seine Gefühlswelt. Ohne mithelfen zu dürfen, musste er mitansehen, wie Paderborn in die Drittklassigkeit rauschte. Sein Kontrakt bei den Ostwestfalen verlor an Gültigkeit und Kirch stand vor der Frage: Weitermachen oder aufhören? Er entschied sich für die zweite Variante. Er wollte nicht einfach irgendwo unterschreiben, „nur um das Ende hinauszuzögern. Ich habe mich nie darüber definiert, Fußballer zu sein.“

Kirch redet offen darüber, dass es ihm wohl auch schwergefallen wäre, sich mit einer neuen Aufgabe zu identifizieren. „Ich habe bei den verschiedenen Stationen (Anm. d. Red.: u.a.Gladbach, Kaiserslautern, Bielefeld) meiner Karriere gemerkt, dass die Identifikation nicht bei jedem Klub gleich war. Ob man etwas mehr oder weniger Sympathien aufbringt, wirkt sich dann schon ein wenig auf die Leistung aus.“ Ob er jetzt einen Anruf von Rudi Völler fürchten muss, der Marcell Jansen vorgeworfen hatte, den Fußball nie geliebt zu haben? Kirch lacht und sagt: „Ich werde ja auch schon 34 im nächsten Monat, Marcell war ja noch etwas jünger“. Grundsätzlich teilt er aber dessen Position. Kirch ist sich auch sicher, dass auch die Fans solche klare Entschlüsse bevorzugen, weil es unglaubwürdig erscheint, in dem einen Jahr das Trikot des alten Vereins mit der gleichen Zuneigung zu tragen, wie nach der Sommerpause das des neuen Klubs.

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