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Wirbel im Trainingslager
SC Paderborn: Nick Proschwitz, ein Schniedel und ein ahnungsloses Opfer

Es gibt Wirbel um das Trainingslager des SC Paderborn. Foto: Friso Gentsch (Friso Gentsch)
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Paderborn – Im Trainingslager des SC Paderborn in der Türkei soll es zum Eklat gekommen sein. Der Verein berät jetzt intern über die Geschehnisse, über die es widersprüchliche Aussagen gibt. Vielleicht war die erste, harsche Reaktion gar nicht angezeigt..?

Jetzt ist erst einmal Aufarbeitung angesagt - vielleicht wäre das von Beginn an der bessere Weg gewesen. Der SC Paderborn 07 versucht auf einer Krisensitzung, einen angeblichen Eklat im Trainingslager aufzuklären. Es gebe entsprechende interne Gespräche, sagte Vereinssprecher Matthias Hack der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Bis zum Nachmittag seien keine weiteren Informationen zu erwarten. Der Verein wolle «keine vorschnellen Entscheidungen» treffen, sagte Hack weiter.

Die beiden ostwestfälischen Zeitungen Neue Westfälische und das Westfalenblatt hatten berichtet, dass sich der Paderborner Profi Nick Proschwitz in der Bar des Mannschaftshotels im türkischen Belek entblößt habe. Das schilderte auch ein Augenzeuge in einem Telefonat mit der dpa. Allerdings befand dieser sich nach eigenen Angaben rund 15 Meter vom Ort des Geschehens entfernt. Klar sei, dass vier Personen das entblößte Gesäß des Spielers gesehen hätten.

Dem Spieler, der seine Hose heruntergezogen haben soll, droht die Suspendierung. Mehrere Versuche der dpa, den Profi telefonisch für eine Stellungnahme zu erreichen, schlugen fehl.

Laut Medienberichten sollen sich Paderborner Spieler bereits zuvor im Hotel ungebührlich verhalten und Blumenkübel beschädigt haben.

"Opfer" ist überrascht

Ein vermeintliches Opfer von Belästigung stellte die Darstellung des Vorfalls in den Medien als falsch dar. «Als ich gestern Morgen aufstand, wusste ich nicht, dass ich in der Nacht zum Samstag angeblich sexuell belästigt worden bin. Ich erfuhr es erst aus der Zeitung», sagte die Frau der dpa.

«Sexuell belästigt worden, das sei hier noch einmal definitiv gesagt, bin ich zu keinem Zeitpunkt. Belästigt hat mich erst die falsche Berichterstattung», sagte die Frau, die für die Agentur arbeitet, die das Trainingslager der Mannschaft von Trainer Stefan Effenberg organisiert hatte.

«Davon, dass ein Paderborner Spieler eintrat, in zwei Metern Abstand an seiner Hose zog und sofort wieder ging, nahmen wir kaum Notiz», sagte sie am Montag. Sie habe mit anderen Spielern und dem Paderborner Zeugwart in der Hotel-Lobby gesessen.

Dieser Darstellung widersprach der Augenzeuge, der namentlich nicht genannt werden wollte, in einem Telefonat mit der dpa. Demnach hätten vier Personen, die in der Bar an einem anderen Tisch saßen, deutlich das entblößte Gesäß des Paderborner Spielers gesehen. Der Profi habe sich dabei mit dem Unterleib in Richtung der Frau befunden. Am Tisch der Spieler sei dann gestikuliert worden. Der Augenzeuge schilderte, der Betroffene habe seine Hose etwa 20 bis 30 Sekunden heruntergezogen.

An den Gesprächen beim Tabellen-16. der 2. Liga sollen Effenberg, Vereinspräsident Wilfried Finke und Geschäftsführer Michael Born teilnehmen.

Eine insgesamt eigenartige Geschichte, in der vielleicht auch Paderborns Präsident ohne nähere Detailkenntnis übers Ziel hinausgeschossen war.

Der Paderborner Tross war am Sonntag aus Belek nach Ostwestfalen zurückgekehrt. Für Dienstagnachmittag war zunächst eine Einheit im neuen Trainingszentrum am Paderborner Almepark Nord geplant. Effenberg hatte zum Abschluss der vorangegangenen zentralen Vorbereitungsmaßnahme geäußert, seine Jungs hätten «sehr gut mitgearbeitet und viele Dinge umgesetzt, die wir erwarten. Wir haben einige neue Erkenntnisse gewonnen. Damit bin ich absolut zufrieden.»

 


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