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Achtmal Regionalliga und mehr...
Wo kommen die Bundesliga-Spieler des SC Paderborn eigentlich her?

(Foto: dpa)
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Paderborn – Es ist ein kleines Wunder, was der SC Paderborn vollbracht hat: Der Durchmarsch aus der dritten in die erste Liga mit einer Mannschaft, die nahezu ohne jede Erfahrung, aber mit unglaublichem Zusammenhalt und Spielfreude sich den Aufstieg verdient hat. Wo aber kommen die zum Großteil unbekannten Spieler überhaupt her?

Leopold Zingerle
Der Torhüter ist 25 Jahre alt und wurde beim FC Bayern München ausgebildet – ein Einsatz bei den Profis war ihm nicht vergönnt. Über den 1. FC Magdeburg landete er in Paderborn, zum Zeitpunkt der Verpflichtung hatte er lediglich 21 Drittliga-Spiele in seiner Vita stehen. Nun sind eine komplette Saison in der 3. Liga sowie in der zweiten Bundesliga hinzugekommen, in 69 Spielen kassierte Zingerle 78 Gegentore.

Mohamed Dräger
Rechtsverteidiger Dräger ist noch bis 2020 ausgeliehen vom SC Freiburg, für den er zweimal als Joker in der Bundesliga schnuppern durfte. Stammkraft war er vor seinem Engagement in Ostwestfalen lediglich in der Regionalliga Südwest, jetzt darf er bald gegen die Sternchentruppen aus München, Dortmund und Leipzig ran.

Sebastian Schonlau
Der gebürtige Warburger erlebte als Einziger die komplette Achterbahnfahrt des SC Paderborn hautnah mit, ausgerechnet in der Bundesliga-Saison 2014/15 aber war er an Viertligist Verl ausgeliehen worden. Stammspieler wurde Schonlau aber erst in einer Saison zum Vergessen: 2016/17 wäre es ohne die verweigerte Zulassung für 1860 München in die Regionalliga gegangen, es war der dritte sportliche Abstieg in Folge. Umso bemerkenswerter, dass Schonlau sich kontinuierlich verbesserte und mittlerweile sogar noch fester gesetzt ist als vor zwei Jahren.

Uwe Hünemeier
Auch Hünemeier jubelte bereits 2014 über den Bundesliga-Aufstieg, war in der Folge nicht aus der Startelf zu verdrängen. 37 BL-Spiele kann der 33-Jährige insgesamt vorweisen und ist damit mit Abstand der erfahrenste Akteur dieser Auswahl. Nach dem Beginn des Absturzes, dem sofortigen Wiederabstieg 2015, löste womöglich auch Hünemeiers Wechsel ins englische Brighton extreme defensive Schwächen beim SCP aus. Im Sommer 2018 kehrte er zurück.

Jamilu Collins
Jamilu wer? Bislang spielte der nigerianische Linksverteidiger ausschließlich in Bulgarien und Kroatien – dann schlug Paderborn, entweder im Vertrauen auf das hauseigene Scouting oder in der Hoffnung auf einen blinden Glücksgriff, Anfang 2018 bei Collins zu. Mittlerweile ist der 24-Jährige Nationalspieler, dazu spielte er in ausnahmslos jedem Spiel und wird auch in der Bundesliga zunächst als Stammkraft eingeplant werden.

Klaus Gjasula
Mittelfeld-Abräumer Gjasula, der in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert, spielte bis zu seinem 26. Lebensjahr nicht höher als Regionalliga. Beim Halleschen FC machte er auf sich aufmerksam, nun fungiert der zweikampfstarke und keine Gelbe Karte scheuende Albanier als ausgleichende Kraft im technisch versierten, aber grazilen und wenig robusten Paderborner Kader.

Philipp Klement
Klement deutete sein Potenzial als Anspielstation und Ballverteiler mit starker Übersicht jahrelang in der zweiten Mannschaft von Mainz 05, in den Tiefen der Regionalliga. Dass er zweimal in der Bundesliga eingewechselt wurde – geschenkt. Viele Experten sahen seine Ansätze, niemand aber wollte zugreifen. Bis der SC Paderborn kam und aus Klement, der in dieser Spielzeit mit 16 (!) Toren als Mittelfeldspieler rekordverdächtige Treffsicherheit bewies, einen der begehrtesten Spieler der zweiten Liga machte. Ein Abgang ist nicht unwahrscheinlich.

Kai Pröger
Noch so ein Spätstarter: Kai Pröger hatte in den ersten sieben Jahren seiner Profikarriere, zwei Drittliga-Kurzeinsätze für Mainz 05 II außen vor, einzig in verschiedenen Regionalliga-Staffeln gespielt – das aber meist mit sehr zuverlässiger Tor- und Vorlagenquote. Paderborn legte bei Rot-Weiss Essen eine kleine Summe auf den Tisch, stellte Pröger mutig in die Startelf und könnte ihn wohl schon jetzt für das Vierzig- bis Fünfzigfache wieder verkaufen. Clever gemacht.

Sebastian Vasiliadis
Ausgebildet beim VfR Aalen, konnte dieser seinen „Shootingstar“ im Vorjahressommer nicht mehr halten, Paderborn ergatterte sich die Dienste des damals 20-Jährigen ablösefrei. Ähnlich wie Klement ist Vasiliadis nicht physisch, sondern auch im Kopf ziemlich flink unterwegs und hat dazu einen mehr als ordentlichen Abschluss. Die zweite Liga kannte er vor dem Kapitel SCP nicht, die Bundesliga ist erst recht völliges Neuland.

Christopher Antwi-Adjei
Antwi-Adjei steht wohl wie kein zweiter für die beeindruckende Strategie von Paderborns „Macher“ Markus Krösche, auf völlig unbekannte Namen zu setzen. Antwi-Adjei entstammt aus keinem Nachwuchsleistungszentrum, ist vielmehr ein Straßenkicker, der sich in der Oberliga und schließlich Regionalliga bei der TSG Sprockhövel – heute wieder biederer Fünftligist - weiterentwickelte. In einem Westfalenpokalspiel 2017, als der SC Paderborn kurz vor dem sportlichen wie wirtschaftlichen Kollaps stand, fiel Antwi-Adjei alias „Jimmy“ dem SCP auf. Jetzt schreibt er mit ihm ein Märchen.

Sven Michel
Sportfreunde Siegen, Gladbach II, Energie Cottbus, SC Paderborn: Sven Michel ist mit seinen 28 Jahren lange ein passionierter Viert- und Drittligakicker mit einigen Zweitliga-Einsätzen als Bonus für die eigene Vita gewesen. In Paderborn wurde er 2017/18 zum Knipser, war in 63 Ligaspielen an stolzen 48 Toren beteiligt. Die Bundesliga ist für ihn – ähnlich wie für neun (!) seiner Teamkameraden aus der Startformation vom Sonntag – ein ziemlich neues Kapitel.

 

Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1Köln3484:473763
2Paderborn3476:502657
3Union3454:332157
4Hamburg3445:42356

 

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