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Auf dem Send bepöbelt
Preußen Münster: Kapitän Schmidt stellt die Sinnfrage

Dominik Schmidt scheut keine klaren Worte - in guten wie in schlechten Zeiten.

Münster – Irgendwo zwischen Geisterbahn und Wilder Maus ist dem Kapitän der Geduldsfaden gerissen. Wenige Stunden nach der Preußen-Niederlage in Bielefeld stellte sich Dominik Schmidt am Samstag die Sinnfrage.

Auf dem Platz geht der robuste Innenverteidiger keiner Konfrontation aus dem Weg: Der Mannschaftskapitän des SC Preußen Münster stellt sich dem Gegner, legt sich bei Bedarf aber auch mit den eigenen Fans an.

"Meine Aufgabe ist es, die Mannschaft zu führen. Und da kann ich es nicht verstehen, wenn wir von der 5. bis zur 90. Minute ausgepfiffen werden. Und gleichzeitig wird erwartet, dass wir in genau dieser Zeit immer besser werden. Das ist doch absurd", sagt der 30-Jährige, der Konflikte gerne frontal angeht und Freund klarer Worte ist. "Ich verstehe den Frust, aber Becherwürfe und Beleidigungen noch vor dem Spiel, da hört die Freundschaft auf", sagt Schmidt mit Blick auf die vergangenen sportlich wenig erfolgreichen und für Fans wie Mannschaft nervenaufreibenden Wochen.

Wüst beschimpft und bepöbelt

Am vergangenen Samstag saß Schmidt seine Gelbsperre ab und beobachtete die Partie in Bielefeld mitten aus dem Preußenblock. "Zusammen mit Erik Zenga, Kevin Schöneberg und Marco Aulbach. Da war alles in Ordnung."
Das änderte sich wenige Stunden später in Münster. "Aaron Berzel und ich sind über den Send gegangen, weil wir noch was essen wollten. Da haben wir eine Gruppe von unseren Ultras getroffen. Wir sind dann hin und wollten mal abseits vom Platz ins Gespräch kommen, sind dann aber sofort von einigen aus der Gruppe wüst beleidigt und beschimpft worden."

Die beiden Spieler wurden von einigen Ultras vom Schlossplatz eskortiert. Eine "unglückliche Situation" wie Schmidt im Nachhinein beurteilt, möglicherweise die Situation, die für ihn das Fass zum Überlaufen brachte. "Ich weiß nicht, ob ich mir das noch antun muss. Ich halte immer den Kopf hin, spiele seit sieben Wochen mit Schmerzen am Syndesmoseband - und muss mich dann auf dem Platz und auch noch privat anpöbeln lassen."

"Überlege, ob ich noch für Preußen auflaufe"

Jetzt denkt Schmidt ernsthaft über Konsequenzen nach: "Ich überlege, ob ich mein Amt als Kapitän niederlege, ob ich in dieser Saison überhaupt noch auflaufe - und ob ich überhaupt noch für Münster spiele", folgt Schmidt auch jetzt seiner Politik der klaren Worte. "Als Kapitän stehe ich für die Mannschaft und vor der Mannschaft. Und wir sind immer noch 5. und nicht 18. Das, was hier in Münster passiert, gibt es woanders nicht. Nicht in Liga zwei und nicht in der Bundesliga. Da sind die Fans auch sauer auf ihre Mannschaften - aber erst nach dem Spiel, wenn es nicht klappt. Während des Spiels stehen auch 44 000 HSV-Fans wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft."

Schmidt weiß, dass er als Führungsspieler auch den Blitzableiter für den Frust der Fans geben muss, "das ist auch meine Aufgabe als Kapitän, aber irgendwann geht das auch zu weit. Bis auf das Spiel gegen Mainz kann ich mir spielerisch wirklich keinen Vorwurf machen und war immer einer der besten auf dem Platz. Ich frage mich, ob ich dafür weiter meine Gesundheit riskieren muss."

 

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