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Infoabend
Ausgliederung: "Mit dem Status quo wird Preußen Münster nichts..."

Frank Westermann, Aufsichtsrat, und Christoph Strässer, Präsident. (Foto: Schulte)
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Münster – Der SC Preußen Münster möchte seine erste Mannschaft ausgliedern. Jetzt endlich gibt es die ersten belastbaren Informationen dazu - der Klub erklärte sich am Dienstagabend seinen Mitgliedern.

Nach fast zwei Stunden war dann alles gesagt für den Moment. Der SC Preußen stellte seine Pläne zur Ausgliederung der Profi-Mannschaft in eine Kapitalgesellschaft vor. Rund 170 Mitglieder entließen die Klubführung um kurz nach 21 Uhr mit Applaus. Rechtsanwalt Christoph Schickhardt hatte zuvor die Eckdaten skizziert und auch dargestellt, wie sich ambitionierte Vereine heute aufstellen müssen.

Und das ist die Kernbotschaft des Vereins: Man will die Ausgliederung, um zusätzliches Kapital zu erlangen. Dieses Kapital soll dann als "Anschubfinanzierung" genutzt werden, um den Etat zu erhöhen, die Mannschaft zu verstärken und den lang ersehnten Sprung in die 2. Bundesliga zu erreichen.

Das ist der zentrale Gedanke nach dem "Warum überhaupt?". Aber sowohl Schickhardt wie auch die Klubführung mühten sich darzustellen, dass ein moderner Verein heute ohnehin anderen Ansprüchen genügen muss als noch vor 20 Jahren. Die Realität zeige: Der klassische e.V. wird zur Ausnahme, Kapitalgesellschaften zur Regel.

Fragen aus dem Publikum, warum denn Vereine wie Schalke oder Mainz weiter in dieser Form arbeiteten, ließen sich einleuchtend beantworten: Diese Klub spielten ja bereits in der Bundesliga und seien überdies längst wie Unternehmen geführt. Wichtigste Aussage zum SCP: "Mit dem Status quo wird der SC Preußen Münster aber nichts."

Der Sportrechtsanwalt Schickhardt ließ da keine Zweifel: Wer Geld geben soll, werde das nicht einem Verein geben, in dem es keinerlei Aufsicht über dessen Einsatz gebe. Sondern eben nur in eine Kapitalgesellschaft, die berichtspflichtig ist und die Finanzen transparent.

Wichtig war allen Beteiligten zu sagen, dass der Verein immer das Sagen behalten werde. Der Verein besitze als Gesellschafter die Stimmmehrheit - aber sei zudem aus der Haftung raus. Heißt: Ginge eine Kapitalgesellschaft in die Insolvenz, sei das Geld der Anleger futsch, nicht aber das Geld des Vereins. Diese Trennung gibt Sicherheit, erhält aber zugleich den Zugriff der Mitglieder und des Vereins auf alles, was in der Kapitalgesellschaft geschehe.

 

´Viele Fragen wurden gestellt, natürlich. Schickhardt gab sich Mühe, jede Frage ernsthaft zu beantworten. Um einen Punkt kreiste die Debatte lange: "Verkauft" der Verein "Anteile"? Antwort: Nein. Wer sich einkauft, tut dies in der Kapitalgesellschaft, beispielsweise einer KGaA. Der Verein hat damit nichts zu tun, lediglich die KG verfüge dann über größere Mittel.

Deutlich werden sollte auch, dass all die Ideen und Pläne des Klubs nicht zwingend zu einem größeren Erfolg als heute führen würden. "Wir können scheitern", so Strässer und Seinsch unisono und mehrfach. Garantien gebe es nicht, für nichts. Aber die Grundlage sei eben erheblich besser.

Aber wo würde denn der Verein landen, wenn die Ausgliederung nicht zum gewünschten Ziel führte? Na, eben da, wo er heute bereits steht. Der Schaden minimal, die Chance groß: So in etwa sollen die Mitglieder das verstehen.

Natürlich hänge der Erfolg immer auch von den handelnden Personen ab. Aber das gelte ja heute für den Verein wie morgen für eine Kapitalgesellschaft.

Investor, Sponsor, Partner... wer gibt welches Geld?

Und auch dies wurde diskutiert: Wer soll denn eigentlich "investieren" in eine SC Preußen Münster GmbH & KGaA? Das Wort "Investor" versuchten Schickhardt und Co. zu umschiffen, wo immer möglich. Investoren würden Rendite erwarten - aber mit "Fußball verdienen außer Spielern und Beratern nur wenige", so Schickhardt.

Geldgeber mit Rendite-Erwartung erwartet der Klub nicht, eher regionale Kaufleute und Unternehmen, die aus Leidenschaft für "ihren" Verein mithelfen wollen. "Partner" sollen das sein. Aber diese Partner würden eben auch sicherstellen wollen, dass ihr Geld vernünftig und sauber verwendet wird. Das sei in einer Kapitalgesellschaft viel leichter zu prüfen als in einem Verein, der nicht einmal seinen eigenen Mitgliedern darüber detailliert Rechenschaft ablegen muss. Wer die jüngsten beiden Jahreshauptversammlungen des Vereins Preußen Münster miterlebt hat, dürfte ein Lied davon singen können...

Das war die klare Botschaft: Leidenschaft für den Verein sei gefragt. Zahlen sind schwer zu fassen in dieser Phase, aber am Dienstag machte auf einmal die Zahl 5 Millionen die Runde. Wohl eher beispielhaft genannt, könnte das ein erstes (durchaus ambitioniertes) Ziel sein. Diese 5 Millionen Euro würden verwendet werden können, um das Team zu verstärken. Anschubfinanzierung eben.

Im Gegensatz zu diesen "Partnern" stünden die klassischen Sponsoren, deren Gelder durch eine Gegenleistung aufgewogen würden - also Bandenwerbung und Ähnliches.

Ach übrigens: Geldgeber für eine Kapitalgesellschaft sind völlig unabhängig als tatsächlich klassische Investoren für einen Stadionbau. Beide Themen hängen nur indirekt zusammen, aber die Geldgeber kämen mit komplett verschiedenen Erwartungen.

Ambitionierter Zeitplan und hohe Hürden

Der Klub drückt bei dem Thema auf die Tube. Nach dem Wunsch des Präsidenten soll noch vor der Sommerpause eine außerordentliche Mitgliederversammlung über die Ausgliederung entscheiden. Das sei sinnvoll, weil direkt anschließend die Saisonplanung beginne und man das Thema vorher erledigt haben wolle. Plausibel, aber ein wirklich enger Zeitplan, der die (organisierende) Geschäftsstelle an die Grenzen bringen wird.

Eine andere Hürde ist hausgemacht. Der Verein müsste laut eigener Satzung, so die Einschätzung der beteiligten Juristen, im Grunde gar kein Votum der Mitglieder einholen. Strässer betonte aber, dass diese Entscheidung keinesfalls ohne die Mitglieder getroffen würde. Und mehr noch: Die Zustimmung zu einer Ausgliederung müsste schon die 75 Prozent erreichen... das wäre eine höhere Zahl als selbst für eine Satzungsänderung notwendig wäre. Eine hohe Hürde. Aber der breite Applaus für die Vorstellung deutet zumindest an, dass viele Mitglieder der Ausgliederung zumindest nicht ablehnend gegenüberstehen.

 

 

 

 


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