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Stadion-Debatte in Münster
Christoph Strässer: "Das Spiel machen wir nicht mit!"

Preußen-Präsident Christoph Strässer. (Foto: Schulte)
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Münster – Die Westfälischen Nachrichten haben die laufende Debatte um das Stadionthema in Münster neu entfacht. Glaubt man den Aussagen der Beteiligten, rückt ein Stadion-Neubau innerhalb Münsters angesichts horrender Kosten in weite Ferne. Bei Preußen Münster herrscht Fassungslosigkeit.

Die Westfälischen Nachrichten hatten am Mittwoch das Thema Stadion in Münster neu befeuert. Die Suche nach einem Standort "stocke", heißt es. Das bestreitet die Stadtverwaltung auf westline-Nachfrage zwar energisch, aber gemeint ist natürlich: Ein Stadion-Neubau in Münster wird immer schwieriger. Und das dürfte unstrittig sein.

Die WN berichten über drei Standorte, die in die engere Auswahl gerückt waren: Die Steinfurter Straße, der Stadthafen 2 und der Hansa-Business-Park in Amelsbüren. Diese Information dürfte durchaus belastbar sein. In dem Text vom Mittwoch heißt es dann weiter: Die Stadt gehe davon aus, dass Erschließungskosten und der Grunderwerb extrem hohe Kosten verursachen könnten. Bis zu 70 Millionen Euro nennen die WN als Summe, die schlimmstenfalls investiert werden müssten, ehe überhaupt mit dem eigentlich Stadionbau begonnen werden könne.

Die Berichterstattung hat Wirkung auf verschiedenen Ebenen gezeigt. Die Aussagen der Stadtverwaltung bestätigen nur den Eindruck der meisten Preußen, dass der Verein in dieser Stadt einfach keinerlei Reputation besitzt. Und zum zweiten sorgen sie beim Verein mittlerweile nur noch für blanke Wut.

"Gravierender Vertrauensbruch"

Deutlich wie selten reagierte Preußen-Präsident Christoph Strässer auf westline-Anfrage. Dass diese Zahlen und Daten erneut öffentlich geworden seien, könne nur dem "Ziel dienen, das Projekt Standortsuche zu diskreditieren und politisch zu torpedieren." Spürbar verärgert nennt Strässer die Infos aus der Stadtverwaltung einen "gravierenden Vertrauensbruch gegen den SC Preußen Münster".

Zum Hintergrund: Der SC Preußen kannte diese neuen Zahlen schon seit vergangenem Montag. Da hatte Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) die veränderten Rahmendaten dem Klub mitgeteilt. Der Verein solle dazu Stellung nehmen - das war der Auftrag. Und vereinbart war Stillschweigen. Denn erst am kommenden Montag (3. Juli) sollten die Ratsparteien von Planungsdezernenten Robin Denstorff informiert werden. Dass die Zahlen nun doch vorab bekannt geworden seien, treibt Strässer durchaus Zornesfalten auf die Stirn.

Pikant: Gegenüber westline wollte die Stadtverwaltung am Donnerstag die Berichterstattung nicht kommentieren und verwies ausdrücklich auf den "nicht-öffentlichen" Prozess in der Verwaltung. Das darf man unter den gegebenen Umständen als grotesken Scherz bezeichnen - denn offensichtlich wird dieser "nicht-öffentliche" Prozess reihenweise von Verwaltungsseite unterlaufen.

Strässer bezweifelt die von den WN dargestellten Zahlen aus der Verwaltung. Sie "überraschen, zumal auch die Verwaltung bislang von deutlich geringeren Belastungen ausgegangen ist." Aus dem Planungsamt war zu erfahren, dass die bisher genannten etwa 20 Millionen Euro eine frühe Schätzung gewesen seien. Und dass die konkrete Zahl von verschiedenen Rahmenbedingungen abhänge. Das lässt sich schwer bestreiten - am Stadthafen 2 kämen sicher gewaltige Summen für die Erschließung zu.

Aber für den Bereich Steinfurter Straße mit direkter Anbindung an Bundesstraße und Autobahn, sowie für den Amelsbürener Hansa-Park dürfte das Argument einfach keinerlei Stichhaltigkeit besitzen. Beide Areale sind hervorragend angeschlossen und dass Parkplätze oder Straßenbeleuchtung ernsthaft in Bereiche zwischen 33 und 49 Millionen Euro vordringen könnten, wirkt abwegig. Nur zur Einordnung: Das nagelneue Chemnitzer Stadion hat knapp 27 Millionen Euro gekostet...

(Foto: Schulte)

Parteien zicken

Angesichts der neuen Sachlage haben die Ratsparteien dafür gesorgt, dass vor der Sommerpause - und vor allem: vor der Bundestagswahl! - keinerlei Vorlage im Rat behandelt wird. Das Thema soll verschwinden bis nach der Wahl. Ohnehin wird die politische Lage immer deutlicher: Die CDU hat sich längst und mit bemerkenswerter Gleichgültigkeit aus jeder zielorientierten Diskussion um einen Stadion-Neubau verabschiedet. In der Fraktion ist eine Negativ-Stimmung eingezogen. Dort wirft man noch immer allen Ernstes dem Verein vor, sich "überraschend" von den Plänen an der Hammer Straße verabschiedet zu haben - und das, nachdem weder Stadt noch Politik in den vergangenen 25 Jahren eine Lösung gefunden haben.

Dazu kommt: Mit dem Koalitionspartner Bündnis 90/Grüne wäre eine städtische Kostenübernahme sowieso utopisch. Das muss man dem Verein ganz klar sagen: Mit der aktuellen Ratsmehrheit kann sich der Klub jede weitere Standortsuche schenken, es gibt dort keine Lösung, keinen Willen, kein Stadion, basta.

Wen immer man bei CDU oder Grünen fragt: Es geht dort immer noch nur um die Hammer Straße und dass sich der SC Preußen bitte darauf konzentrieren solle.

Strässer: "Hinweise auf positive Effekte fehlen"

Was den Preußen-Präsidenten derweil in Rage bringt, ist die vollständige Konzentration der Neubau-Debatte auf die "Negativ-Seite". Ihm fehle "jeder Hinweis auf positive Effekte bei erfolgreicher Umsetzung des Projektes in vielen Bereichen".

Was sei mit den Einsparungen für den Standort Hammer Straße im Neubau-Fall? Was sei mit Erbpachtzinsen, die für ein Grundstück vom Verein zu zahlen wären? Dass diese ganze Debatte nun mit völlig veränderten Zahlen geführt werde, sei "zum wiederholten Mal" eine "gezielte Indiskretion über interne Vorgänge".

Strässer dazu klar: "Das Spiel machen wir nicht mit. Wir werden kurzfristig das Zahlenwerk der Verwaltung überprüfen und die Ergebnisse veröffentlichen."

Denn für den Klub-Chef liegt auf der Hand, was heute in allen Städten als selbstverständlich anerkannt ist - nur in Münster offenbar zwischen Kiepenkerl und Prinzipalmarkt abhanden gekommen ist: "Attraktiver Fußball ist nur in einem attraktiven Stadion möglich. Das wollen wir weiterhin erreichen - und das nicht am Sankt Nimmerleinstag."

 

Überblick: Hier wird oder wurde neu gebaut...

Auswahl aktueller und ehemaliger Zweit- und Drittligisten, die in ihr Stadion investiert haben oder das planen.

Neubau aktuell und in den vergangenen Jahren: MSV Duisburg, Jahn Regensburg, 1. FC Magdeburg, FSV Zwickau, SV Wehen Wiesbaden, Chemnitzer FC, Hallescher FC, Hansa Rostock, FSV Frankfurt, SC Paderborn, SV Elversberg, Waldhof Mannheim, Kickers Offenbach, Arminia Bielefeld, Dynamo Dresden, MSV Duisburg, Fortuna Düsseldorf, FC Ingolstadt, FC St. Pauli
Umfassender Umbau: Vfl Osnabrück, SG Sonnenhof Großaspach, VfR Aalen, Sportfreunde Lotte, SV Meppen, Stuttgarter Kickers, Eintracht Braunschweig, 1. FC Heidenheim, SV Sandhausen
Zuletzt unverändert: Fortuna Köln, SpVgg Unterhaching, 1. FC Kaiserslautern, Greuther Fürth, 1. FC Nürnberg,
Neubaupläne bzw. im Bau: Carl-Zeiss Jena, 1. FC Saarbrücken, Holstein Kiel, Erzgebirge Aue, Union Berlin, SV Darmstadt,

Nicht bewertet: Werder Bremen II, 1. FSV Mainz 05 II

 


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Tabelle

38. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
8F. Köln3853:48554
9U´haching3854:55-154
10Münster3850:49152
11Jena3849:59-1052
12Aalen3848:57-950

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