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Stadion-Kommentar
Der Befreiungsschlag für Stadt und Preußen Münster

Das Preußenstadion - mittelmäßig akzeptabel. (Foto: Schulte)

Die Stadt Münster und der SC Preußen werden das alte Stadion an der Hammer Straße umbauen. Das steht nun fest. Die Lösung ist nicht perfekt, sie war nicht das Ziel, aber die Entscheidung jetzt ist trotzdem wichtig und richtig.

Dazu: Kein Neubau mehr: Preußen Münster bleibt an der Hammer Straße

Dazu: Das sagt der Preußen-Präsident zu den Umbauplänen für das Preußenstadion

Was soll man drumherumreden? Die Entscheidung, das städtische Stadion an der Hammer Straße umzubauen, ist die einzige Entscheidung, die jetzt noch zu treffen war. Man kann sich auf die Hinterbeine stellen, wie man will: Es gab keinen anderen Weg und das endlich anzuerkennen und entschlossen zu handeln, war richtig und überfällig. 

Das bedeutet nicht, dass die Beteiligten "ungeschoren" davonkommen sollten. Es ist eine Schande, wie vollständig und selbstsüchtig die Ratsmehrheit dem Verein eine Möglichkeit verbaut hat, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Über Jahre hatte die Politik dem Klub die Nieberdingstraße vor die Nase gehalten, aber zugleich stets betont, der Verein müsse schon selbst Investoren anbringen.

Als er das nun tat, war es nicht gut genug und die Nieberdingstraße entpuppte sich als gar nicht verfügbar. Glattwegs am ausgestreckten Arm hat die Politik den Klub verhungern lassen, hat alle Neubaupläne entweder vorsätzlich torpediert (Keine Standortsuche in Münster!) oder bräsig ausgesessen (Bösensell). Das ist ein Armutszeugnis und ein Verhalten, das zur völligen Zerrüttung im Verhältnis zu jedem Preußenfan geführt hat.

Niemand soll sagen, die Neubaupläne seien unausgegoren oder wenig greifbar gewesen. Der Klub bekam ja nie die Chance, aus den Plänen etwas Konkretes zu erstellen. Nein, nein, nein: Die Stadt und ihre Politik haben dem SC Preußen Münster eine vielleicht einmalige, historische Chance genommen, einen ganz neuen Kurs einzuschlagen. Es wäre so spannend gewesen zu verfolgen, wie sich dieser Klub hätte entwickeln können, wenn man ihn pfleglich behandelt hätte. Aber das werden wir niemals erfahren, das Thema ist durch.

Am Freitag, bei der Vorstellung der Umbaupläne, sprachen nun alle brav vom "Blick nach vorn". Und das ist ja im Grunde auch richtig. Aber dies ist ein Blick nach vorn unter Zwang. Kein Blick aus purer Überzeugung, sondern schlichtweg die Folge politischen Handelns, das jetzt keinen anderen Weg mehr zuließ. Das sollten Preußenfans niemals vergessen. 

Aber.

Aber die Sache hat eben auch eine andere Seite. Niemals zuvor - lediglich im Falle des Preußenparks ganz kurz - stand der SC Preußen Münster so dicht vor einem umfassenden Stadionumbau. Die Pläne von heute hätten vor drei Jahren Jubelstürme ausgelöst. Aber das ganze Gerede von Bundesliga und 40.000 Zuschauern hat den Blick der meisten Fans verkleistert. Die Visionen, verstärkt durch einen Visionär mit Erfolgsnachweis, trafen auf einen Nerv beim SCP. Da war eine Erlösung in Sicht, ein gewaltiges Aufatmen nach elend langer Kurzatmigkeit. Endlich ein Plan! Endlich eine Idee! Und greifbar schien das alles auch. Kein Wunder, dass praktisch alle dem SCP folgten. Jeder Hinweis auf die bevorstehenden Probleme wurde als schädlich abgetan. Niemand wollte hören, dass die Realität hier bitter zuschlagen würde.

Nun ist genau das geschehen. Aber was Klub-Präsident Christoph Strässer sagt, hat Gewicht und Gültigkeit: Ein "Quantensprung" ist das Ergebnis vom Freitag tatsächlich. Der Klub hat jetzt eine Perspektive. Diese Perspektive sollte auch möglichen Geldgebern ein sicheres Gefühl geben. Wer 20.000 Zuschauer als "Aufstiegsverbot" bezeichnet oder aber Perspektivlosigkeit beklagt, der hat sich schlichtweg verrannt. In den vergangenen Jahrzehnten hatte der SC Preußen niemals 20.000 Zuschauer im Schnitt angezogen. Zuletzt vor 30 Jahren waren mehr als 20.000 Fans im alten Stadion. Es ist absurd, diese Zahl willkürlich als nicht zukunftsfähig oder weltfremd zu brandmarken. Mit 20.000 Zuschauern wäre der SCP erheblich (!) besser aufgestellt als Osnabrück, als Aue, Ingolstadt, Mannheim, Chemnitz, Heidenheim, Paderborn, Darmstadt, Oberhausen, Regensburg, Halle, Zwickau, Erfurt, 1860 München und, und, und. 

Was für all diese ambitionierten Klubs, die teilweise viel länger Bundesliga oder 2. Bundesliga gespielt haben, gut ist, kann für den SCP nicht schlechter sein. Etwas anderes zu ehaupten, ist komplette Realitätsverweigerung.

Kommt der SCP jemals in "Verlegenheit", plötzlich Zuschauermassen dieser Zahl zu bewegen, hat er ein Luxusproblem. Und zwar derart, dass sich dann weder Stadt noch Investoren weigern können, den SC Preußen als "brandheißen Scheiß" zu sehen. Der Politiker wäre noch nicht geboren, der einen Bundesliga-Aufsteiger vor die Wand fahren ließe... aber das ist eben heute noch ganz weit weg. 

Also: Der Klub kann sich jetzt sammeln, in den Gesprächen mit der Stadt das Bestmögliche herausholen - und dann seine Zukunft gestalten. Dafür war dieser Befreiungsschlag so wichtig. Schluss mit Wolkenkuckucksheimen, ran an die Arbeit!

 

 

Nächstes Liga-Spiel

3. Liga, 19. Spieltag
Preußen Münster - FSV Zwickau
Samstag, 15. Dezember, 14 Uhr
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Datum Termin  
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Tabelle

19. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
4Halle1823:16733
5U´haching1837:191831
6Münster1828:25329
7Wiesbaden1835:251027
8Rostock1826:27-126

SC Preußen Münster