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Standortsuche
Ein Preußenstadion in Albachten?

Die A43 im Norden der Fläche, kurz vor dem Kreuz Münster-Süd. (Foto: Schulte)
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Münster – Die Diskussion um ein künftiges Preußenstadion geht in die spannende Phase. Bis Ende März sollen belastbare Aussagen her - aber mögliche Standorte sind durchaus definiert. In Albachten beispielsweise.

Die "Westfälischen Nachrichten" berichten am Mittwoch über (mindestens) einen "neu" entdeckten Standort für einen Stadion-Neubau. Er soll am Autobahnkreuz Münster-Süd, südlich der A43, liegen.

Desweiteren sei die Fläche am Hessenweg im Norden der Stadt weiterhin ein Thema - ein Areal, das schon vor 15 Jahren geprüft wurde und letztlich für nicht realisierbar gehalten wurde.

Die Stadt Münster bestätigt auf Anfrage keinen dieser Standorte. Christian Schowe, Leiter des Planungsamtes, dazu: "Nicht vor Ende März" werde man sich zu diesen Standortfragen äußern, so sei es mit dem Klub vereinbart.

Nach westline-Informationen ist aber Albachten tatsächlich ein ernsthafter Vorschlag. Ins Spiel gebracht wurde er von einem Preußen-Sympathisanten aus Albachten, nicht von der Stadt. Dass damit zumindest die grundsätzliche Verfügbarkeit wahrscheinlicher wäre, könnte man unterstellen.

Klub hat Rahmenbedingungen erklärt

Die Detailinformationen, die der Verein verabredungsgemäß bis zum 31. Januar einreichen sollten, sind offenbar eingegangen. Am Mittwochmittag lagen sie im Stadtplanungsamt allerdings noch nicht vor, wie Christian Schowe erklärt. Man sei auf der Suche danach...

Mangels offizieller Stellungnahmen ist vieles derzeit spekulativ. Aber dass es unterschiedliche Auffassungen über Realisierbarkeit, Zeitrahmen und ähnliche Dinge gibt, liegt auf der Hand.

Viele Fragen stellen sich: Müsste für den Standort Albachten ein eigener Autobahnanschluss her? Der Verein glaubt das eher nicht, sieht die nicht weit entfernte Abfahrt Senden als ausreichend an. Eine Erschließungsstraße zur Fläche südlich der A43 müsste aber in jedem Fall her. Wer sich dort heute umschaut, findet nur Kreisstraßen und winzige Wege. Schwer vorstellbar, dass dort 20.000 oder 30.000 Zuschauer einen Weg finden würden. Das dürfte wohl auch Ergebnis der Stadtplaner sein.

Sollte eine eigene Autobahnabfahrt notwendig sein, wäre dies wohl ein K.O.-Kriterium. Zumindest für eine kurzfristige Lösung. Im nicht weit entfernten Amelsbüren dauerte es nämlich weit über neun Jahre von der Beschlussfassung bis zur Eröffnung. Die planerische Debatte reichte sogar noch länger zurück. Das ist also keine Perspektive für eine schnelle Realisierung.

Und auch der Bahnhof Albachten: Ein kleiner Bahnhaltepunkt inmitten eines Wohngebiets und in engen Straßen. Sollen dort ernsthaft Sonder- oder Entlastungszüge mit hunderten Gästefans (und Preußenanhängern) halten? Die Bahnstrecke ist zweigleisig, allerdings auch eine IC-Trasse (Strecke Recklinghausen - Münster). Hier hat auch die Bahn ein Mitspracherecht und die nimmt sich noch mehr Zeit als die Stadt... Das alles sind ernsthafte Hürden.

Und da ist ja auch noch der planerische Akt. Im Flächennutzungsplan müsste unter Umständen eine weitere Stadion-Fläche ausgewiesen werden. Bislang gibt es in Münster nur zwei solcher Flächen: Hammer Straße und Nieberdingstraße.

Um eine neue Fläche auszuweisen, braucht es Gutachten, Prüfungen. Wie ist es mit dem Thema Parken? Wie gut erreichbar ist ein Standort mit Auto, Fahrrad oder ÖPNV? Und wie sieht es mit Lärmemission aus? Gibt es Anwohner, die geschützt werden müssen?

Solcherlei Fragen gehören zum planerischen Prozess, noch ehe die Politik einen Beschluss fassen kann. Und dann muss ein Bebauungsplan her - für die Hammer Straße wird das am Ende über zweieinhalb Jahre gedauert haben... Kurzfristig ist anders und in Münster scheint das Thema Stadion nicht die höchste Priorität zu genießen.

Was übrigens einer der Gründe ist, warum der Verein sich aus dem jahrelangen Hickhack energisch befreit hat und nunmehr ziemlich offensiv über einen Neubau nachdenkt. Lieber entschieden auf eine große Lösung drängen als mit halber Kraft auf eine beschränkte Lösung. An diesen Kurswechsel müssen sich Politik und Verwaltung nach wie vor gewöhnen.

Zögern hier, vorwärts dort

Für den Verein, das ist klar, zählt keine Mittelfristigkeit mehr. Die Zeitschiene ist klar formuliert und der Verein steht dazu. Baureife sollte bis 2018, spätestens 2019 herrschen. So hatte es Walther Seinsch bereits im Oktober formuliert und so ist es auch aus der Klubführung zu hören. Das ist ein mehr als ambitionierter Zeitplan, gerade in Münster. Aber nicht jede Stadt lässt sich derartig viel Zeit... das ist die mitschwingende Drohung. Immer wieder hat die neue Klubführung betont, ein Stadion in Münster bauen zu wollen. Aber das Extrem, sich außerhalb der Stadtgrenzen umschauen zu müssen, das ist eben ein Szenario, das nicht aus der Welt ist.

Die entscheidende Frage ist natürlich noch unbeantwortet. Wer zahlt für die ganze Geschichte? Fast sicher ist, dass die Stadtpolitik nicht dafür zu haben sein wird, millionenschwere Investitionen in Grundstückskauf oder Erschließung zu tätigen. Das ist weder politisch noch wirtschaftlich zu machen und in Münster schaut auch die Bezirksregierung genauer hin, wenn es um das Thema Stadion geht.

Es wird also nur mit Investor gehen - und hier hängt buchstäblich alles von der Ernsthaftigkeit von Walther Seinsch ab. Haben seine Ankündigungen Hand und Fuß? Gibt es Investoren, die er für dieses Projekt gewinnen kann?

Im Verein scheint die Überzeugung zu herrschen, dass das so ist. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass ein ähnlich gelagertes Projekt bereits funktioniert hat.

Nur die Erfahrungen eines Klubs, der zuletzt vor einem Vierteljahrhundert 2. Liga spielte, sprechen dagegen. Die vielfältigen Enttäuschungen und Rückschläge jedesmal, wenn ein neues Stadion zum Thema wurde. Vielleicht wird Ende März der Blick auf das Thema klarer. Für den Verein ist der Kurs aber bereits deutlich: Dies ist die Chance und der Klub ist absolut gewillt, sein Glück diesmal in die eigenen Hände zu nehmen.

Scheitern ist möglich

Wie sagte Walther Seinsch? "Es ist möglich, dass wir scheitern." Für diesen Fall, aus welchen Gründen auch immer, hat der Verein den Plan B. Dieser Plan B ist im Grunde die Rückkehr zum alten Plan A... also den Umbau an der Hammer Straße. Wenigstens eine Zukunft für die 2. Liga wäre damit vorstellbar. Ob der SCP mit einem Stadion der Größe bis 20.000 Zuschauern dauerhaft wettbewerbsfähig wäre? Der Trend in der 2. Liga geht zu deutlich größeren Stadien. Schwierig würde es.

Und falls ein Stadionneubau zwar möglich wäre, aber erst in fünf, sechs Jahren? Dann müsste der Klub bis dahin einfach an der Hammer Straße im alten Stadion "überleben". So sind die Alternativen.

Der aus der Politik häufig formulierte Weg der sportlichen Vorleistung, nach einem Modell á la Freiburg, ist im Grunde naiv. Weder ist der Fußball auf dem Stand der Zeit, als Vereine wie Freiburg oder Mainz ihren Weg begannen. Noch sind die Voraussetzungen ähnlich. In Münster ist vermarktungstechnisch nichts mehr möglich. Das alte Preußenstadion gibt nichts her, womit man einen Aufstieg nach dem Vorbild anderer Vereine planmäßig angehen könnte. Die Zeiten haben sich geändert und Münster wurde mit seinem uralten Stadion schlicht abgehängt. Daran trägt die Stadt und ihre Politik einen großen Anteil und schon deshalb ist der Plan des Klubs gerechtfertigt, sich selbst auf den Weg zu machen.

Bebauungsplan Berg Fidel

Wichtig in diesem Zusammenhang. Das aktuell laufende Bebauungsplanverfahren für den Standort Hammer Straße läuft ungeachtet der Diskussion um einen Neubau-Standort weiter. Unverändert ist Stand der Dinge, dass bis zum 2. Quartal die Offenlegung des Bebauungsplans erfolgen kann.

 

Update

Am Mittwochnachmittag meldete sich der SC Preußen ebenfalls noch einmal zu Wort - mit einer erneuten Absage an jeden öffentlichen Kommentar. Hier die Mitteilung des Klubs:

Der Vorstand und der Aufsichtsrat des SC Preußen 06 e.V. Münster haben der Stadt Münster, wie verabredet, das Anforderungsprofil für einen Stadionneubau zugeleitet. Dieses Profil wurde nach intensiven Beratungen mit einem angesehen Planungsunternehmen erstellt, das schon mehrere Stadionprojekte sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene begleitet hat.  

„Wir gehen nun von einer eingehenden Überprüfung unseres Anforderungsprofils durch die Stadt und entsprechenden Vorschlägen für die Realisierung eines solchen Projektes bis zum 31. März aus. So ist es mit der Stadt vereinbart“, sagt Vereinspräsident Christoph Strässer. Über Details werde man bis Ende März aber nicht mehr reden: „Wir halten uns an die Absprache mit der Stadt,bis zu diesem Zeitpunkt keine öffentliche Auseinandersetzung über konkrete Standorte zu führen und gegenseitige Informationen weiterhin vertraulich zu behandeln“, so Strässer weiter.  
 

 


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