Preußen Münster auf Twitter & Facebook

Unser Service... Preußen-Artikel exklusiv auf Twitter @westline_scp und Facebook

Sprachlosigkeit beim SC Preußen Münster
Kevin Rodrigues Pires: "Das ist schwer in Worte zu fassen"

(Foto: Sanders)
191

Münster – Fassungslos standen die Spieler nach Abpfiff auf dem Platz: Der SC Preußen Münster hatte da gerade sein viertes Spiel in Folge verloren. Jubeln durfte nur Fortuna Köln, während die Profis des SCP nach Worten rangen. 

Es dauerte am Samstag ziemlich lang, ehe die Spieler von Fortuna Köln den Weg in die Gästekabine fanden. Da waren die meisten Profis des SC Preußen Münster längst an den wartenden Journalisten vorbeigeeilt. Lust zur reden hatte kaum jemand, Erklärungen niemand parat. "Es ist schwer das in Worte zu fassen", gab Kevin Rodrigues Pires unumwunden zu. "Die gerätst nach fünf Minuten in Rückstand, dann wird es auf diesem Platz schwierig. Wir haben aber auch die Ordnung verloren." 

Der frühere Lotteraner wiederholte auch nur, was seine Mitspieler in den vergangenen Wochen einige Male gesagt hatten. "Wir müssen uns alle hinterfragen. Das war nicht die Leistung, die wir abrufen wollten. Und gerade jetzt nach dem Spiel weiß ich wirklich nicht, was ich sagen soll." 

Wille war nicht das Problem. Aber irgendwie ist dem SC Preußen Münster seit November ein bisschen die Linie abhandengekommen. Mit individuellen Fehlern ist das alles nicht zu erklären, wenngleich die ständigen Patzer oft zu Gegentoren führten und die Spiele natürlich nicht einfacher machten. 

Noch im September und Oktober lieferte der SCP teils starke Leistungen ab und schob sich bis auf Platz 2. Seitdem klappt kaum noch etwas. Vier Punkte holten die Adler seit Anfang November. Einen hart erkämpften Punkt gegen 1860 München, einen überzeugenden Dreier gegen Schlusslicht Braunschweig. Aber fünf Niederlagen setzte es eben auch - in Großaspach, gegen Halle, in Karlsruhe, gegen Zwickau und Köln. 14 Gegentreffer kassierte das Team in diesen fünf Niederlagen, fast drei pro Spiel. Das ist natürlich eine haarsträubende Bilanz. Insbesondere der vermeintliche Vorteil, vier der letzten fünf Spiele in 2018 daheim absolvieren zu können, verwandelte sich in ein Desaster mit drei Heimpleiten. 

Fabian Menig musste in der Dreierkette diesmal links aushelfen und redete auch nicht drumherum. "Klar verwässern die vier Niederlagen den Gesamteindruck extrem. Der letzte Eindruck bleibt hängen." Im Augenblick tue das ziemlich weh. "Das nehme ich auch mit in die Weihnachtstage rein." Über die insgesamt starke Hinrunde wollte er nach dem Spiel gegen Köln gar nicht reden. Das tat stattdessen Trainer Marco Antwerpen. Der hatte schon vor dem Fortuna-Spiel und auch danach betont: "Mit 29 Punkten haben eine herausragende Hinrunde gespielt, das lasse ich mir von niemandem schlechtreden." 

Nun hatte eigentlich auch niemand die insgesamt starke Hinserie in Frage gestellt. Es ist wohl der Fluch des eigenen Erfolgs, der den SCP jetzt einholt. Hätte man Fans und Freunde des Klubs vor der Saison gefragt, ob sie Platz 7 zur Winterpause nehmen würden, hätte alle zugestimmt. Oberes Tabellendrittel? Das ist für eine Mannschaft des SC Preußen Münster angesichts der sportlichen Stagnation der vergangenen Jahre wahrlich eine Leistung - und erst recht mit Blick auf die defensive Transferpolitik der Preußen. 

Antwerpen verwies erneut auf die schwierige Kaderzusammenstellung - nicht als Ausrede, sondern zur Einordnung. "Für einige ist es schon eine Herausforderung, in der 3. Liga zu spielen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Intensität hier eine andere ist, als wenn du gegen Siegen oder Essen spielst." Das merke man den Spielern auch körperlich an. 

Auch einer wie René Klingenburg, über dessen sportliche Ambitionen zuletzt diskutiert wurde, ist ja mit seinen 24 Jahren noch ein junger Spieler. Er wirkt auf dem Feld nicht so, aber de facto absolviert auch der frühere Schalker seine erste Saison in der 3. Liga und damit in höherklassigen Fußball.

Wie schwankend daher die Leistungen der Neuzugänge aus Oberliga und Regionalliga sein können, konnten auch Zuschauer sehen. Niklas Heidemann verlor irgendwann im Herbst den Schwung der ersten Wochen und Monate. Westfalenliga-Neuzugang Jannik Borgmann hatte "mehr oder minder selbst eine Pause signalisiert", wie Antwerpen betonte. Für Dominik Lanius war der Sprung nicht leicht; und nicht vergessen: Auch Rufat Dadashov brauchte anfangs etwas Zeit, um sein Spiel der neuen Klasse anzupassen. 

Ole Kittner verfolgte das Spiel gegen Köln von außen. Seine Rote Karte und seine vorherige Geldbsperre kostete ihn drei Spiele - und den SC Preußen drei Niederlagen. Seine ordnenden Fähigkeiten vermisst das Team derzeit spürbar - auch wenn er allein nicht Garant für Punkte ist. Zufall war es aber eher nicht, dass mit Kittner die einzigen Zu-Null-Spiele im November und im Dezember eingefahren wurden. In Karlsruhe musste er beim Stand von 0:1 mit Rot vom Feld. Anschließend brach Chaos aus, in jeder Hinsicht. 

Aber gegen Köln lief wieder alles von Beginn an falsch. "Wir hatten uns so viel vorgenommen", so Fabian Menig bitter. "Wir hatten einen klaren Plan, aber haben das nicht umgesetzt, sind gar nicht richtig ins Spiel gekommen, hatten keine Wucht, keine zweiten Bälle. Da war kein Pressing - und so sieht ein Spiel dann aus."

Man müsse in der Vorbereitung die "Basics" wieder einbekommen. "Basics", das ist so etwas wie das Schlüsselwort beim SCP in diesen Wochen. Basics bedeutet: Erst einmal kein Gegentor kassieren, Positionen halten, keine Fehler machen. Menig: "Es hilft nichts, wir müssen die Köpfe freikriegen und dann mit neuem Elan in die Restserie starten." 

Was etwas nach Durchhalteparole klingt, ist aber dennoch richtig. Die Pause kommt gerade rechtzeitig. Für den Trainer fast sogar etwas spät. "Ich hätte auch schon vor zwei Wochen in die Pause gehen können", so die etwas sarkastische Auskunft von Antwerpen. "Unsere Schlüsselspieler wirken etwas ausgelaugt." Jeder Fehler, alles, was falsch läuft, beschäftige das Team auf dem Platz sofort. "Das spielt dem Gegner in die Karten."

Prompt fehlt dieser eine Schritt, die eine gedankenschnelle Reaktion, die paar Prozente. Und das genügt in der 3. Liga, um auch gegen Teams mit überschaubaren Qualitäten zu verlieren. An jedem Spieltag ist das bei wechselden Teams zu beobachten. 

Jetzt steht Weihnachten an, ein paar Tage ohne Fußball. "Das müssen wir nutzen, um körperlich zu regenerieren, mental abzuschalten", so Antwerpen. Der Trainer ist seit Sonntag weg vom Fußball. Das muss man allen Preußen empfehlen. Abhaken, mit Glühwein nachspülen und im Januar wieder angreifen. 

Spielplan

22.03.2019
Fortuna Köln
19:00
VfR Aalen
23.03.2019
FC Carl Zeiss Jena
14:00
KFC Uerdingen
Hallescher FC
14:00
SV Wehen Wiesbaden
Karlsruher SC
14:00
FC Hansa Rostock
SC Preußen Münster
14:00
SpVgg Unterhaching
SG Sonnenhof Großaspach
14:00
FC Würzburger Kickers
TSV 1860 München
14:00
SV Meppen
24.03.2019
1. FC Kaiserslautern
13:00
VfL Osnabrück
Sportfreunde Lotte
14:00
Eintracht Braunschweig
25.03.2019
FSV Zwickau
19:00
FC Energie Cottbus

 


Lade Forenbeiträge...

Nächstes Liga-Spiel

3. Liga, 30. Spieltag
Preußen Münster - SpVgg Unterhaching
Samstag, 23. März, 14 Uhr
Liga-Spielplan | SCP-Spielplan
Kader | Forum

Weitere Preußen-Termine

Datum Termin  
 

-

 

Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
10Uerdingen2933:43-1040
11Meppen2939:39039
12Münster2934:36-238
13SF Lotte2927:31-436
14F. Köln2929:46-1735

SC Preußen Münster