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Chefscout bei Preußen Münster im Interview
Kieran Schulze-Marmeling: "Wir brauchen Spieler, die für unsere Sache brennen!"

Chefscout Kieran Schulze-Marmeling. (Foto: Schulte)
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Münster – Kieran Schulze-Marmeling ist seit wenigen Wochen hauptamtlicher Chefscout beim SC Preußen Münster. Im großen westline-Interview spricht er über seine Aufgaben, Spielertypen und worauf er besonders achtet. 

Frage: Kieran, du bist jetzt neuer Chefscout beim SC Preußen Münster. Wenn du den nächsten Messi entdeckst, hast du also ausgesorgt… 

Kieran Schulze-Marmeling: (lächelt) Nein, leider nicht. Aber vielleicht könnte mir das eine Perspektive geben…

Also keine Mega-Kohle?

Nein. Aber das ist ja auch nicht meine Motivation, sonst wäre ich hier falsch. Es gibt allerdings Schlimmeres, als jeden Tag Fußball zu schauen…

Okay, dann erklär doch mal, was eigentlich zu deinen Aufgaben beim SCP gehört. Was machst du so?

Zuletzt ging es ja erst einmal um den Kader für 2018. Für die Zukunft ist wichtig, dass wir Strukturen anlegen. Wir müssen genau wissen, was wir vorhaben. Müssen Kandidaten ständig im Kopf haben. Ich möchte, dass wir interessante Spieler nicht zweimal gesehen haben, sondern zwölfmal. Es wird meine Aufgabe sein, auch Schattenkader zu entwerfen, damit wir vorbereitet sind, wenn Bedarf da ist.

Schattenkader?

Das ist im Grunde eine Aufstellung für jede Liga, die für den SCP in Frage kommt. Zunächst machen wir das natürlich nur für die erste Mannschaft, alles andere wäre für mich allein schwer zu stemmen.

Wie hast du deine ersten Tage im Job erlebt?

In den ersten Tagen war ich erst einmal oft am Trainingsplatz. Jetzt beginnt die Testspielzeit, die ist interessant. Viele Drittligisten testen gegen Regionalligisten, da kann ich viele Spiele in kurzer Zeit sehen und mir einen guten Überblick verschaffen. Wir sind aber mit dem aktuellen Kader noch nicht ganz fertig. Wir erhalten immer noch Angebote für Spieler – die prüfen wir für jetzt, aber auch später.

Ansonsten steht viel Videoscouting und Gespräche mit den Trainern an. Ich freue mich darauf, hier strukturelle Themen anzugehen, wenn der Kader steht. Welches Profil sollen Spieler besitzen? Wir starten in diesen Fragen bei Null. Aber genau das ist für mich spannend, das jetzt mitzugestalten.

Wirst du Einzelkämpfer bleiben?

Es gibt einige freie Mitarbeiter. Pascal Koopmann (Ex-Preuße und zuletzt für Lotte im Bereich Videoanalyse tätig, Anmerkung der Redaktion) wird uns vor allem im Bereich Videoscouting unterstützen. Auch Tobias Harink (U15-Trainer) hilft und Malte Metzelder ist ja auch noch da. Auch mit Cihan Tasdelen arbeite ich zusammen. Er ist vor allem mit der Gegnerbeobachtung beschäftigt. Finanziell ist derzeit ohnehin nicht mehr möglich. Allerdings besitze ich durch meine Trainerausbildung schon ein Netzwerk, das mich unterstützt. Das Live-Scouting werde aber vor allem ich selbst übernehmen.

Je mehr Leute, desto mehr muss man die Arbeit strukturieren, oder?

Richtig. Wichtig für uns ist eine einheitliche Vorgehensweise und Arbeit. Dafür haben wir Bewertungsbögen. Ich finde aber wichtig, dass es ein vertrauter Kreis bleibt. Ich muss wissen, wie diese Leute Fußball sehen.

Chefscout Kieran Schulze-Marmeling. (Foto: Schulte)

Was schaust du dir denn jetzt besonders an?

Natürlich sind die Regionalligen für uns interessant. Dort stehen die U-Teams der Profiklubs im Fokus. Und wir beschränken uns dabei nicht auf die West-Staffel, das sieht man ja auch an unseren Neuzugängen. Es geht aber auch um die 3. Liga. Und wir verfolgen auch die erste niederländische Liga. Alles andere ist derzeit nicht realistisch.

Für die Jugend leisten unsere Trainer schon großartige Arbeit im Scouting ihrer Jahrgänge. Die Dokumentation und Ausweitung dieser Aktivitäten haben wir im letzten Jahr schon intensiviert. Es muss allerdings in einem zeitlich zumutbaren Rahmen für unsere Trainer bleiben. Zum Glück haben wir da auch einige positiv Verrückte im Verein (lächelt).

Wie läuft der Austausch mit Trainer Antwerpen und Sportchef Metzelder?

Ich glaube, Malte habe ich am häufigsten am Telefon (lächelt). Wir sehen uns ein-, zweimal am Tag. Ohnehin laufen wir uns hier ja oft über den Weg, das ist sehr positiv. Dem Trainer versuche ich dann meine Eindrücke detailliert aufzuarbeiten. So arbeite ich ihm zu.

Diese Kommunikation ist wichtig?

Ja, unbedingt. Man merkt, wie schnelllebig das alles ist. Wenn wir nur einen Tag nicht miteinander sprechen, kann sich manches schon wieder verändert haben. Wichtig ist, dass wir zusammenkommen. Und wir werden uns dabei sicher auch mal reiben, das ist normal.

Apropos „reiben“: Warst du in die Kaderplanung für die neue Saison einbezogen?

Ich habe alle Neuzugänge gesehen, bevor sie verpflichtet wurden. Bei den jüngsten Transfers war ich eingebunden – und nein: Es war niemand dabei, den ich nicht positiv beurteilt hätte.

Anfang Juni war das Geraune noch groß… warum steht der Kader noch nicht. Auch der Trainer hatte das mal kurze via „Bild“ wissen lassen… 

Ich war ja selbst Trainer und verstehe, dass du deinen Kader schnell zusammen haben willst. Aber wenn du etwas machst, muss es zu mindestens 95 Prozent passen. Das bedeutet: Wir sollten wir uns unserer Sache sehr sicher sein und nicht einfach etwas machen, nur um was getan zu haben. Sonst nimmst du dir Optionen für später.

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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
4Karlsruhe88:6213
5Osnabrück710:5512
6Münster812:12012
7TSV 1860816:10611
8F. Köln811:11011

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