Preußen Münster auf Twitter & Facebook

Unser Service... Preußen-Artikel exklusiv auf Twitter @westline_scp und Facebook

Unterhaching zu Gast
Marco Antwerpen: "Spieler sind auch frustriert"

Sandrino Braun. (Foto: Schulte)
76

Münster – In der Hinrunde war das Duell Unterhaching gegen Preußen Münster noch richtig heiß. Beim 1:1 war Münster Tabellendritter, Unterhaching lauerte knapp dahinter. Ein Spitzenspiel. Am Samstag dagegen geht es um extrem wichtige Punkte, da wird das wohl ein zähes Ding. Und die allgemeine Lage macht auch nicht unbedingt Mut. 

Man muss ja nicht drumherumreden. Wenn am Samstag der SC Preußen Münster auf die SpVgg Unterhaching trifft, ist das zäher Liga-Alltag zweier angeschlagener Teams. In der Hinrunde, Anfang Oktober, standen beide Teams prächtig da in der Tabelle. Da war gute Laune überall. 

Nun: Seit dem Winter zeigt die Formkurve beider Teams doch arg nach unten. Münster stürzte bis auf Platz 12 der Tabelle. Unterhaching wurde zuletzt auch etwas abgehängt - nur ein Sieg sprang in 2019 heraus. Münster kam immerhin auf zwei. 

In der Tabelle lässt sich das Ergebnis für beide Teams wunderbar ablesen: In der Hinrunde belegten beide Klubs Platz 5 und 6. In der Rückrunde Platz 15 und 18. Von wegen Frühlingserwachen.

"Ich war schon überrascht, dass Unterhaching so abgestürzt ist", gab Preußen-Trainer Marco Antwerpen am Freitag zu. Für ihn zählen die Gäste aus Münchens Umland zu den stärkeren Teams der Liga. Aber personell musste die SpVgg zuletzt eben auch auf einige wichtige Spieler verzichten. Das macht sich bemerkbar.

Für den SC Preußen gilt das ja auch, aber aus anderen Gründen. Immer mal wieder fehlen Spieler mit Sperren und Krankheit, jetzt musste Rufat Dadashov auch schon wieder zur Nationalmannschaft Aserbaidschans. Damit steht der SC Preußen ohne einen einzigen Stürmer da. Die Kaderplanung für die aktuelle Saison weist hier einen eklatanten Fehler auf, den der Preußentrainer auch immer wieder betont. Fast schon gezwungenermaßen muss Cyrill Akono aushelfen. "Wir sind der einzige Drittligist, der einen U19-Stürmer aufbieten muss", so Antwerpen nüchtern. Die Situation nervt den Trainer gewaltig - nicht erst seit heute, sondern seit dem ersten Saisontag an. Immer wieder hatte er auf die dünne Personallage hingewiesen, aber aus all den hochfliegenden Plänen und Ankündigungen beim SCP wurde doch am Ende ein ziemlich laues Lüftchen.

Nun ist das nicht mehr zu ändern. Eigentlich wollte das Team noch mal Platz 4 angreifen. Faktisch hatte der SCP aber zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde 18 Punkte geholt und steht jetzt bei 9. Da hinken alle ganz gewaltig den eigenen Ansprüchen hinterher.

Es wird für dieses Team erst einmal darum gehen, sich möglichst schnell aller theoretischen Abstiegssorgen zu entledigen. Und dann kann man auch diese Saison zu den Akten legen und irgendwie einen weiteren Anlauf nehmen. Viel Zuversicht verbreitet die Klubführung dazu nicht gerade, aber das ist ein anderes Thema. 

Zuhause müssen Punkte her

Immerhin: "Wir haben sieben Punkte Vorsprung", betont Antwerpen mit Blick auf die Tabelle. Richtig große Panik herrscht also nicht, aber das gilt eben auch nur, solange der SCP auf sein Pfund "Heimstärke" bauen kann. Da die Mannschaft auswärts deutlich weniger holt, müssen die Punkte eben im Preußenstadion her. Gegen Rostock klappte das bekanntlich nicht - und das darf sich der SCP schlichtweg nicht zu oft erlauben.

Warum der SCP im Vergleich zum Herbst so schwächelt? "Die Mannschaften stellen sich auf uns ein. Die wissen eben auch, was uns stark macht", so Marco Antwerpen. "Unser eigenes Pressing wird überspielt, wir haben keine Ballgewinne im letzten Drittel. Unsere Standards sind nicht mehr so effektiv. Im Grunde müssen wir alles über die Spieleröffnung lösen und das ist schwierig für uns." 

Der SCP kommt kaum noch in die gefährlichen Bereiche und auch deswegen sprangen zuletzt nur wenige Torchancen heraus. Ein Grund, warum es das Trainerteam nun mit anderen, schlichteren Mitteln versuchen will (oder muss). 

Die Idee: Flanken schlagen, bis der Arzt kommt. Im Training wurde das eigens geübt. Egal wie, der Ball muss vor das Tor und dann müssen dort auch Preußen stehen, die zum Ball gehen. "Einfach vor die Kiste hauen", nannte Antwerpen das am Freitag bewusst flapsig. "Da musst du nicht kreativ sein." 

Schwächelnde Mannschaft

Es hilft natürlich auch nicht, dass der SCP oft umstellen muss. Man kann durchaus diskutieren, ob nun eine "erste Elf" sinnvoll ist. Aber beim SCP ist dieser Tage kaum ein Spieler wirklich so nachhaltig in Form, dass sich Wechsel automatisch verbieten würden. Antwerpen nüchtern: "Die einzigen, die hier dauerhaft ihre Leistung abrufen, sind Kittner, auch Menig, Heidemann und Klingenburg." Das hat sicher auch etwas mit dem Kopf zu tun. "Die Spieler sind natürlich nicht zufrieden, sind frustriert. Aber da musst du gegen ankämpfen", fordert der Trainer. "Da musst du dich entgegenstemmen!" 

Das hatte er schon zuletzt betont. Beim SCP geht zu oft nach Rückschlägen im Spiel der Kopf nach unten. Ein Rückstand setzt nicht eine Trotzreaktion in Gang, sondern macht die Stimmung kaputt. Und deswegen verliert der SC Preußen praktisch immer, sobald er einmal in Rückstand liegt. 

Dieses Phänomen ist auffällig, zeigt aber auch, wie es um den Willen, die Leidenschaft, die Überzeugung bestellt ist. Derzeit ist das alles eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. "Hilft aber nichts", sagt der Trainer. "Die Erfolgserlebnisse musst du dir erarbeiten!" 

Bangen um Cueto und Klingenburg

Einer, der zuletzt wenigstens mal für Tempo sorgte, droht dagegen auszufallen. Lucas Cueto plagte sich mit einem Problem am Hüftbeuger herum - am Freitag war er deswegen noch beim Arzt. Sein Einsatz steht auf der Kippe. René Klingenburg war in der vergangenen Woche krankheitsbedingt völlig raus, kehrte Anfang der Woche schlapp und müde zurück. "Im Grunde geht es bei ihm erst seit Donnerstag bergauf", so Antwerpen. "Aber wir können nicht auf ihn verzichten, da kommt er durch." 

Gegner Unterhaching kommt ja auch mit einem "Rucksack". Den Gästen stecken jetzt drei englische Wochen in Folge in den Knochen. Ein Fußballprofi müsse eine englische Woche zwar wegstecken können, aber zuletzt war Unterhaching ja wirklich fast im Vier-Tage-Rhythmus unterwegs. "Das müssen wir vielleicht zu unserem Vorteil nutzen."

Dazu muss aber der Ball mal wieder vor das Gästetor. Dort liegen die Probleme des SCP, nicht in der Defensive. Viele Chancen lassen die Preußen ja nicht zu, aber das alles hilft nichts, wenn vorne Dauer-Flaute herrscht. 

Nun denn: Am Samstag zählt es. Vermutlich werden die Zuschauer wieder durchschnittlich interessiert sein. Im Vorverkauf gingen 4.400 Karten weg. Das reicht normalerweise nur für eine 5 vorne. Und dann ist ja noch Send. Die besten Argumente könnte (und müsste) der SC Preußen selbst liefern. Dazu braucht es Siege und eine Trendwende. 

 

 

 

 


Lade Forenbeiträge...

Nächstes Liga-Spiel

3. Liga, 32. Spieltag
Preußen Münster - SV Meppen
Freitag, 5. April, 19 Uhr
Liga-Spielplan | SCP-Spielplan
Kader | Forum

Weitere Preußen-Termine

Datum Termin  
Di, 23.04.

Fanstammtisch
Früh bis Spät

19.06

Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
4Halle3438:29957
5Würzburg3446:39746
6Münster3441:40146
7Rostock3341:43-246
8TSV 18603443:36745

SC Preußen Münster