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Nach dreieinhalb Jahren
Münster: Rat beschließt Bebauungsplan für das Preußenstadion

Das Preußenstadion. (Foto: Schulte)
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Münster – Nach dreineinhalb Jahren Arbeit hat der Rat der Stadt Münster am Mittwochabend den Bebauungsplan für ein ausgebautes Preußenstadion beschlossen. Damit wäre rein planerisch der Weg für ein Stadion für bis zu 20.000 Zuschauer frei.

Im Wortlaut: So lief die Ratsdebatte am Mittwoch

Wer am Mittwochabend Zeuge der Debatte um das Preußenstadion sein wollte, musste reichlich Zeit mitbringen. Erst Tagesordnungspunkt 45.3.2 brachte das Thema auf den Tisch - und da lagen dann schon mehr als vier Stunden Ratssitzung hinter allen Beteiligten. Es waren aber ohnehin keine interessierten Preußenfans zu Gast, also war das wohl zu verschmerzen. Lediglich Aufsichtsratschef Frank Westermann, Sport-Geschäftsführer Malte Metzelder und Aufsichtsrat Friedrich Lukas hatten die Debatte verfolgt. 

Die Entscheidung stand aber im Grunde schon vorher fest: Mit den Stimmen von CDU und Grünen (also der Ratsmehrheit) beschloss der Rat den Bebauungsplan Nummer 568. Die politischen Positionen und Argumente waren längst ausgetauscht. Die SPD hatte sich am Mittwoch enthalten - mit leichten Bauchschmerzen. Am Ende überwog aber die pragmatische Erkenntnis, dass der Bebauungsplan immerhin besser als der Status Quo wäre. In der Diskussion hatte die SPD immer für eine Aufgabe der Hammer Straße geworben. Mit den Verkaufserlösen der Fläche könne man einen anderen Standort in Münster herrichten, so die Idee. Dafür gab es aber keine Mehrheit im Rat. 

Ein Antrag der FDP wurde ebenfalls abgelehnt: Die Demokraten schlugen vor, den Bebauungsplan um ein weiteres halbes Jahr zu verschieben, damit der SCP Zeit habe, sich um seine Angelegenheiten in Bösensell zu kümmern. Der Wille der übrigen Parteien, das leidige Thema vom Tisch zu haben, war aber offensichtlich größer. 

Der "Sportpark Berg Fidel" ist also nunmehr rechtskräftig. Im Dezember 2014 (!) hatte der Rat das gesamte Verfahren angestoßen, nachdem der bestehende Bebauungsplan keine Rechtssicherheit mehr bot. Warum das Verfahren so lange dauerte? Die Stadtverwaltung hatte stets auf die komplexen Rahmenbedingungen verwiesen, aber es ist offensichtlich, dass nach der veränderten Ausrichtung des SC Preußen Münster im Herbst 2016 nicht mehr der richtige Druck auf dem Kessel war. 

Wie auch immer: Auf dem Papier hat die Stadt (und damit auch der SC Preußen) jetzt die Möglichkeit, auf dem Gelände an der Hammer Straße ein mindestens zweitliga-taugliches, vollüberdachtes Stadion für maximal 20.000 Zuschauer zu errichten. Zudem zwei weitere Trainingsfelder, mehrere Parkdecks und weitere Parkflächen, sowie ein neues Funktionsgebäude. Neben der heutigen Sporthalle Berg Fidel kann zudem ein kleiner Bürgerpark entstehen. 

 

Sportchef Malte Metzelder, Aufsichtsratschef Frank Westermann und Aufsichtsrat Friedrich Lukas (v.l.). (Foto: Schulte )

Die Entscheidung am Mittwoch hat aber auch eine andere Seite. Mit dem Beschluss des Bebauungsplans ist nämlich ein weiterer Ausbau des Stadions über 20.000 Zuschauer hinaus auf Sicht ausgeschlossen. Dafür bräuchte es jetzt in jedem Fall ein völlig neues Verfahren. Und genau hier liegt das Problem. Für ein auf 20.000 Zuschauer begrenztes Stadion findet der SC Preußen keinen Investor. Auch nicht jene, die sich jetzt bereits für einen Neubau zur Verfügung gestellt haben. 

Inhaltliche Sackgasse

Alle Umbaumaßnahmen müsste also der SCP zusammen mit der Stadt finanzieren. Über genau dieses Thema gibt es aber keinerlei Übereinkunft, keine Absprache, keine gemeinsame Basis. Eine inhaltliche Sackgasse, die der Klub seit Monaten beklagt. 

Von der Stadt(-politik) gibt es keine belastbaren Zahlen über Miete oder Finanzierung. Und ohne diese Basis könnte der SCP, selbst wenn er wollte, keine Entscheidung treffen. Er kann den Standort unter diesen Rahmenbedingungen nicht einmal bewerten. 

Im Verlauf der vergangenen Monate (und auch dank mancher irritierender Äußerungen aus den Ratsparteien) war die Geduld vieler Anhänger und Freunde des Klubs längst aufgebraucht. Das Wort "Bebauungsplan" dürfte bei vielen nur noch für ein müdes Lächeln sorgen.

Dabei ist der Bebauungsplan keine unwichtige Sache. Er ist nichts, über das Preußenfans locker hinwegsehen sollten. Falls der SCP mit seinen Stadionneubau-Plänen scheitern sollte, ist dieser Bebauungsplan nämlich der Rettungsanker. Ohne Bebauungsplan stünde der Spielbetrieb der Preußen an der Hammer Straße plötzlich auf wackeligen Füßen. Ganz leichtfertig sollte der Umgang mit diesem politischen Beschluss also nicht erfolgen. 

Mit dem Ziel eines "Letters of intent" für den erhofften Neubau außerhalb der Stadtgrenzen ist der SC Preußen nämlich in Verzug. Schon im Frühjahr war diese gemeinsame Willenserklärung als Nahziel formuliert, aber bis heute gibt es sie nicht. Und wer die Komplexität und Dauer des gesamten Prozesses betrachtet, wird auch wissen, welche Arbeit auf den Klub zum Beispiel in Bösensell wartet. 

 


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