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Klub reagiert mit Stellungnahme
Stadion-Neubaupläne des SC Preußen Münster sind vorerst gescheitert

Das Preußenstadion im Sommer 2013. (Foto: Schulte)
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Münster – Der SC Preußen Münster kann seine Neubaupläne in Bösensell wohl zu den Akten legen. Nach westline-Informationen ist das Projekt in der Nachbargemeinde nach heftigen Bürgerprotesten tot.

Interview: Preußen-Präsident Christoph Strässer: "Wir sind wieder bei Stand Null"

Bis zuletzt hatte der SC Preußen Münster um einen Stadionneubau in Bösensell gerungen. Doch nach westline-Informationen ist das Projekt nun tot. Nach heftigen Bürgerprotesten war zuletzt die Stimmung für das Projekt schon arg angeschlagen. Auch Preußen-Präsident Christoph Strässer hatte beim Fanstammtisch am vergangenen Montag noch davon gesprochen, dass ohne die geplante Absichtserklärung das Thema "tot" sei. 

Nun scheint es, als habe der Grundstücksbesitzer in Bösensell angesichts der breiten Ablehnung seine Zusage zurückgezogen. Ohne Grundstück kein Neubau. Damit ist das ambitionierte Projekt für ein bundesligataugliches Stadion vorerst abgeschlossen. Sofern der Klub keinen anderen Standort aus dem Ärmel schüttelt, bleibt nun der lange als "Plan B" bezeichnete Umbau an der Hammer Straße. 

Und genau dazu hatte die CDU-Ratsfraktion am Freitagabend auch eine passende Pressemitteilung im Angebot, die "zufällig" ausgerechnet jetzt betont, dass man zur Zusage stehe, noch für den Haushalt 2019 eine zweistellige Millionensumme in den Etat einzustellen. westline hatte das schon am 23. Oktober berichtet. Der Zeitpunkt der Mitteilung um 18.33 Uhr - eigentlich ohne konkreten Anlass - deutete schon an, dass Probleme auftreten könnten. 

Letter of Intent

Noch am vergangenen Montag hatte Preußen-Präsident Christoph Strässer über den Zeitdruck beim Projekt in Bösensell gesprochen. Bis zum Ende des Jahres sollte eine Absichtserklärung unterzeichnet sein, in der sich die beteiligten Behörden, Parteien und der Klub auf das Projekt vereinbaren. Diese Erklärung sollte bis zum Jahresende vorliegen, andernfalls würden auch die möglichen Geldgeber ihre Bereitschaft überdenken. Das Projekt sei dann tot, hatte Strässer formuliert. 

Seit über einem Jahr hatte der SCP mit dem Sendener Bürgemeister Sebastian Täger (und anderen Beteiligten) über das Projekt gesprochen. Stillschweigen war vereinbart, um zunächst in so etwas wie "Vor-Vorüberlegungen" einzutreten. Doch nachdem die Debatte nach einem WN-Bericht Anfang Oktober plötzlich Fahrt aufnahm, wuchs die Kritik am Projekt plötzlich erheblich. Das führte nun ultimativ zum Scheitern der Neubaupläne. 

Allerdings durfte der Klub auch nicht mehr unbedingt auf die allergrößte Zustimmung der eigenen Mitglieder oder Fans hoffen. Eine (nicht-repräsentative) Umfrage beim Fanstammtisch hatte auch unter den Fans ein deutlich ambivalentes Stimmungsbild gegeben. Während viele noch für einen Neubau außerhalb der Stadt plädieren, wollen ebenso viele anderen diesen Weg nicht unbedingt mitgehen. 

Der SC Preußen hatte zuletzt immer darauf gesetzt, dass die starke Zustimmung zur Ausgliederung auch eine Art "Auftrag" für die Neubaupläne gewesen sei. Aber da ging es ja noch um die Neubaupläne in der Stadt Münster. Die Zustimmung für einen Neubau außerhalb der Stadt wackelte aber zuletzt doch spürbar. 

Kritische Töne auch aus Bösensell

Im Gespräch mit westline hatte zuletzt aber auch der (parteilose) Sendener Bürgermeister Sebastian Täger betont, dass letztlich der Bürgerwille entscheide. "Hätte man gewusst, dass wir nach einem Jahr noch nicht weiter sind als zum Beginn, hätten wir die Bürger von Beginn an gefragt." Und wenn der Bürgerwille eben so sei, dass man gar nicht erst in die Vorplanungen einsteigen solle, dann wäre das gesamte Projekt vielleicht viel schneller beendet gewesen.

Täger über den Fortgang der Neubaupläne in Bösensell: "Das wird hier nicht mehr lange dauern." Dass sich diese Vorhersage so schnell bewahrheiten würde, war da noch nicht abzusehen.

Investoren-Haltung unklar

Völlig offen ist zu diesem Zeitpunkt, welche Folgen das "Aus" in Bösensell für den SCP haben könnte. Die Ausgliederung des Profibereichs, die noch im Januar 2018 mit breiter Zustimmung der Mitglieder erfolgte, hatte bisher wenig Ergebnisse gezeigt. Rund 5 Millionen Euro Kapital wollte der SCP eigentlich einwerben, davon ist der SCP weit entfernt. Auch das hatte Christoph Strässer zuletzt klar mit der engen Verknüpfung zwischen Investment und Stadionbau erklärt. Offenbar war die Zurückhaltung möglicher Geldgeber doch stärker dem Thema Stadion geschuldet, als das zugegeben oder bekannt war. 

Ob der "Plan B" an der Hammer Straße Investoren dazu bringt, ihr Geld im SCP anzulegen, ist jetzt die völlig offene Frage.

 

Die Mitteilung des SC Preußen Münster

Mit großem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass ein Standort in Senden-Bösensell für ein neues Münsterlandstadion als Spielstätte für den SC Preußen Münster nicht mehr zur Verfügung steht. Damit ist nicht nur für den SC Preußen Münster eine große Chance vertan, sondern für die gesamte Region.

Nach mehr als einem Jahr intensiver Arbeit überrascht diese Begründung für das „Aus“. Es hat zwar bezüglich der Übertragung der Grundstücke keine verbindliche Zusage gegeben, die grundsätzliche Bereitschaft hierzu war jedoch durchgehend Stand der Verhandlungen und Grundlage dafür, dass es überhaupt zu diesen Verhandlungen kommen konnte.

 Wir haben diese Entscheidung zu akzeptieren, über deren Hintergründe trefflich spekuliert werden kann.

 Da die Option des Neubaus in Senden-Bösensell erklärtermaßen die absolute Präferenz bei den Planungen des Vereins für die Zukunft hatte, werden sich die Gremien mit der nun entstandenen Situation auseinandersetzen und über Alternativen diskutieren und entscheiden müssen.

 Mit dem aktuellen „Aus“ für den Standort Bösensell ist eine schwierige Situation entstanden. Alle Beteiligten sind dazu aufgerufen, sich zusammenzusetzen und schnellstmöglich andere Lösungen zu finden. Wir, die Gremien des SC Preußen Münster, sind dazu bereit und werden nach dem erforderlichen Denkprozessen schnellstmöglich unsere Vorschläge präsentieren.

Die Pressemitteilung der CDU

Nach dem bedauerlicher Weise aufgrund der massiven örtlichen Bürgerproteste absehbaren Scheitern der Pläne des SC Preußen Münster, in Bösensell ein neues Fußballstadion zu errichten, hat die CDU-Ratsfraktion ihre Haltung bekräftigt, das Stadion an der Hammer Straße in Münster mindestens zweitligatauglich auszubauen. „Wir stehen zu unserem Wort, dem SC Preußen eine realistische Perspektive zu geben und sind gern bereit, uns zügig mit der Vereinsführung darüber zu verständigen“, sagte Fraktionschef Stefan Weber bei der Haushaltsklausurtagung seiner Fraktion am Freitag (2. November) in Billerbeck. 

„Ein stadtnahes Münsterland-Stadion in Bösensell wäre verkehrstechnisch mit Autobahnanschluss und Bahnhof geeignet. Aber gut, dass wir das Stadion an der Hammer Straße nie aufgegeben haben und hier umsetzen können, was derzeit machbar ist“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe. Die SC Preußen-Führung habe nach einer Bösenseller Bürgerveranstaltung mit massivem Protest gegen das Vorhaben bereits neue Signale gesetzt. Markus Lewe: „Jetzt ist es besser, den Spatz Hammer Straße in der Hand zu pflegen als der Taube auf dem Bösenseller Dach nachzuweinen.“ 

Die Stadt hat als Eigentümerin in das Preußenstadion an der Hammer Straße, das sie dem Verein kostenfrei überlassen hat, in den vergangenen Jahren bereits 10 Mio. Euro investiert. Nach der Verabschiedung des Bebauungsplans „Sportpark Berg Fidel“ in diesem Jahr sind die planungsrechtlichen Voraussetzungen eines mindestens zweitligatauglichen Stadions mit 20.000 Zuschauern geschaffen. Die CDU will nun in Haushaltsplan für das Jahr 2019 einen Betrag in zweistelliger Millionengröße zur weiteren Modernisierung und zum Ausbau des Stadions einstellen, sagte Fraktionsvorsitzender Stefan Weber. Das Preußen-Stadion könne mit einer geschlossenen Rundum-Tribüne zu einem Zuhause für die vielen Preußenfans werden.

 


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Samstag, 15. Dezember, 14 Uhr
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19. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
4Halle1823:16733
5U´haching1837:191831
6Münster1828:25329
7Wiesbaden1835:251027
8Rostock1826:27-126

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