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Rasenplatz unter Last
Preußen Münster droht am Wochenende ein Stadion-Chaos

Das Preußenstadion im Sommer 2017. (Foto: Schulte)

Münster – Vielleicht feiert der Karlsruher SC am Samstag in Münster den Zweitliga-Aufstieg. Am Tag darauf soll die U23 der Preußen im selben Stadion einen weiteren Schritt in Richtung Oberliga-Aufstieg machen. Falls der Rasenplatz dann unbespielbar ist, müsste der SCP ziemlich improvisieren.

Die etwas bittere Nachricht für die Preußenfans? Am Samstag, wenn der Karlsruher SC kommt, müssen hunderte Fans ihre angestammten Plätze im Block K auf der Gegengeraden räumen. Der Grund liegt auf der Hand: Der KSC könnte theoretisch am Samstag den Zweitliga-Aufstieg feiern und viele Karlsruher Fans wollen dabei sein. 

In den vergangenen Tagen kursierte daher unter KSC-Fans der "Geheimtipp", sich doch einfach Stehplatzkarten für den Heimbereich zu kaufen, der direkt an die Gästekurve grenzt (Block K). Der SCP bemerkte das natürlich zügig und richtete eine Postleitzahlen-Sperre ein. Das hätte man angesichts der ziemlich klaren Ausgangslage eigentlich schon von Beginn an tun können, aber immerhin reagierte der Klub zügig.

Aber wohin nun mit den Gästefans? Der Gästebereich wäre zwar groß genug für rund 3.500 Fans. Aber die Polizei legte angesichts des bestehenden Sicherheitskonzepts ein klares Veto ein. Aus Klubsicht ärgerlich, denn es wäre die naheliegendste Möglichkeit, dem Andrang aus Karlsruhe Herr zu werden. Geht nicht, darf nicht.

Leidtragender dieser Auflage ist der SC Preußen, sind die Fans des SC Preußen. Sie müssen die gesamte Gegengerade ab dem Fernsehturm räumen und in andere Blöcke ausweichen - beispielsweise in den Bereich des Blocks L (zur Hammer Straße hin). 

Der SCP teilte dazu am Dienstag mit: "Alle Preußenfans, die gültige Tickets für den Block K haben, erhalten natürlich trotzdem Zutritt ins Stadion und dürfen sich in den übrigen Stehplatz-Heimblöcken verteilen. Auch an der Einlasssituation ändert sich durch diese Regelung nichts. Alle Gästefans werden über den Gästeeingang hereingelassen und über den Pufferblock in K geführt. Der Durchgang zum Block L wird geschlossen."

Wo sonst Preußenfans unterm Dach stehen, wird dagegen am Samstag alles blau-weiß sein. 

Ein Novum für den SC Preußen in der 3. Liga. Und ein seltener Anblick. In der Vergangenheit kam das nur ein paar Mal vor. Damals in der 2. Liga nahm Schalke mal mit 12.000 Fans viel Raum im Stadion ein - allerdings in der Ostkurve. Später war es der VfL Osnabrück, für den in der Regionalliga viel Platz freigemacht wurde. 

U23 müsste Spiel improvisieren...

Und natürlich RW Essen. Die Rot-Weißen durfte zum letzten Saisonspiel im Mai 2002 mit 8.000 Fans anreisen und die gesamte Gegengerade besetzen - und scheiterte dann trotz eines eigenen Sieges in Münster im Aufstiegsrennen, weil Eintracht Braunschweig im Parallelspiel spät gegen Wattenscheid siegte. Der Rest ist Geschichte: Essens Fans drehten durch und zerlegten das Stadion vor lauter Enttäuschung.

Vier Jahre später wurde Essen noch einmal ähnlich viel Raum eingeräumt. Wieder gewann RWE in Münster, aber das war im März 2006 und der Aufstieg wurde erst zwei Monate später perfekt. 

Dennoch: Ein ramponiertes Stadion wäre zumindest auch am Samstag denkbar. Nicht so sehr im Falle einer Karlsruher Niederlage, sondern eher im Aufstiegsfall. Ein Jubel-Platzsturm der Gästefans wäre kaum zu verhindern und wie dann anschließend der ohnehin schwierige Rasen aussieht, möchte sich beim SCP lieber niemand vorstellen.

Da passt es ja gerade richtig, dass der SC Preußen ausgerechnet vor den letzten Spieltagen das Jugendstadion, also den Kunstrasenplatz, sanieren lässt. In der laufenden Saison. Angesichts des wichtigen Spiels der U23. Mitten in der Saison. 

Drei Spieltage hat die Preußen-U23 noch vor sich. Ein Sieg gegen den TuS Hiltrup am Sonntag und der Aufstieg wäre bei sechs Punkten Vorsprung nur noch theoretisch zu nehmen. Dazu müsste Verfolger Neuenkirchen alle Spiele gewinnen, 14 Tore aufholen und zudem darauf setzen, dass Preußens Zweitvertretung beide Partien verliert.

Auf dem Kunstrasenplatz kann aber seit der vergangenen Woche weder trainiert noch gespielt werden. Die U23 soll daher am Sonntag im Preußenstadion spielen - und beim SCP werden sie alle Daumen drücken, dass dem Stadionrasen am Samstag nichts passiert. Und wenn doch? Dann muss ein Notfallplan her.

Kein Notfallplan, aber...

"Einen Notfallplan gibt es nicht", sagt allerdings Geschäftsführer Bernhard Niewöhner. Er verweist auf Kooperationspartner, die dem Klub wohlgesonnen seien und auf deren Plätze man ausweichen könnte. "Ich bin mir sicher, dass wir das hinkriegen." Ein bisschen Gestaltungsspielraum habe man in dieser Frage.

Warum der Kunstrasen ausgerechnet in dieser Saisonphase renoviert werden soll, erklärt Niewöhner so: "Wir haben die Notwendigkeit gesehen, den Kunstrasen für die Saisonvorbereitung fertig zu haben." Weil der Umbau mit städtischen Mitteln erfolgt und das ausführende Unternehmen gerade Luft hatte, wurde nun damit begonnen. Der Zeitpunkt sei aus Sicht des Klubs "ideal" gewesen, so Niewöhner.

Außer der U23 nutzt in dieser Saison keine andere Mannschaft mehr den Kunstrasen. Die U19 spielt nur noch auswärts in Rödinghausen, alle anderen Teams nutzen ohnehin andere Plätze. "Und der U23 wollten wir für dieses Spiel nicht eine andere Anlage anbieten", so Niewöhner über die Entscheidung, ins benachbarte und vertraute Preußenstadion umzuziehen.

Die Planungen für den Umbau des Kunstrasens sind schon einige Wochen alt, da war das KSC-Spiel mit seiner aktuellen Situation offensichtlich nicht wirklich präsent.

Hoffen auf Karlsruher Benehmen

Ein bisschen setzt Niewöhner auf die Karte "freundliche Reaktion", sozusagen. Münster hatte am vergangenen Spieltag mit dem Sieg in Halle durchaus zur Karlsruher Lage beigetragen. Und dass der SCP nun auch noch enger zusammenrückt, damit alle KSC-Fans im Stadion einen Platz finden, sollte auch als freundliche Geste betrachtet werden. Kurzum: Der KSC-Geschäftsführer sei über die Lage informiert. Ob es hilft? Das wird man am Samstag sehen.

Sicherheitshalber hat der SCP sein Rasenpfleger-Team am Samstag aufgestockt. Etwas mehr Arbeit wird in jedem Fall nötig sein, damit die U23 am Tag darauf einen passablen Boden findet. 

 

 

So stiege der KSC auf:

Vor den letzten beiden Spieltagen hat der KSC vier Punkte Vorsprung auf Wehen Wiesbaden. Karlsruhe spielt in Münster, Wiesbaden gegen den bereits aufgestiegenen Meister VfL Osnabrück.

Einfach gesprochen: Der SV Wehen Wiesbaden darf am Samstag nicht besser punkten als der KSC. Dann wäre Karlsruhes Aufstieg sicher.

Gewinnt der KSC in Münster, ist der Aufstieg in jedem Fall perfekt. 

Wenn der KSC in Münster nur ein Unentschieden holt, darf Wehen Wiesbaden ebenfalls nicht gewinnen. 

Wenn der KSC in Münster verliert, aber Wehen Wiesbaden ebenfalls verliert, wäre der KSC auch aufgestiegen.

 

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Tabelle

38. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
6Rostock3847:46155
7Zwickau3849:47252
8Münster3848:50-252
91. FCK3849:51-251
10U´haching3853:46748

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