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Ungewohnte Defensivprobleme
Preußen Münster: Kapitän Scherder ist unpässlich

Simon Scherder und Ronny König. (Foto: Schulte)
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Münster – Das Wort "ausgerechnet" wird im Fußball häufig verwendet. Ausgerechnet der, ausgerechnet das. Aber irgendwie fühlt wohl jeder Preußenfan derzeit mit dem Kapitän Simon Scherder. Ausgerechnet der. 

Keine Frage: Simon Scherder bringt derzeit nicht die Leistung auf den Platz, die ihn für Trainer Marco Antwerpen im ersten Halbjahr 2018 noch so unverzichtbar gemacht hatte. Unter Benno Möhlmann erlebte Scherder 2017 eine unangenehme Hinrunde. In acht Spielen saß er nur auf der Bank, machte dann nur zwei Spiele über 90 Minuten. Nach dem Winter-Wechsel zu Marco Antwerpen blühte er wieder auf. Als Stammkraft half er, eine starke Rückserie zu spielen. Seine Arbeit als Innenverteidiger war ein Teil der Defensive, die in acht Spielen kein Gegentor zuließ.

Als "hauptamtlicher" Kapitän startete er nach dem Grimaldi-Abgang auch in die Saison, war auch in dieser Phase Stammspieler. Alles begann zu wackeln mit dem 0:3 in Osnabrück. Scherders Platzverweis half dem Team natürlich nicht, seine Rückkehr beim 1:4 in Aalen war durchwachsen, kurz danach flog er gegen Cottbus erneut vom Platz. 

Seitdem schwächelt "ausgerechnet" der Kapitän des SCP, Publikumsliebling und Lokalmatador. Nur noch aushilfsweise rückte Scherder ins Team, wurde in fünf Spielen nur noch eingewechselt. Dass der SCP die Dreierkette mit dem stabilen Ole Kittner längst zur Standardformation gewählt hatte, half Scherder auch nicht. Im November verfolgt er drei Partien ohne Einsatzzeit nur auf der Bank, dann kam Halle. Und vermutlich dürften alle Fans aufgestöhnt haben, als Scherders Grätsche an der Seitenlinie im Nichts endete - und Sekunden später Halle den Grundstein für den Auswärtssieg legte. Ausgerechnet Scherder, ausgerechnet in seinem ersten Einsatz nach drei Partien. Ins Team war er gerutscht, weil Ole Kittner zuvor seine fünfte Gelbe Karte kassiert hatte. Und dann das... 

Prompt rückte er gegen Karlsruhe wieder auf die Bank, kam erst nach quälenden 45 Minuten ins Spiel - aber da war schon nichts mehr zu retten und Münster kassierte noch zwei weitere Gegentore. Was immer derzeit schief laufen kann, läuft schief. Murphy's Law bekommt für Scherder in diesen Tagen eine ganz bittere Bedeutung.

Da machte die Partie gegen Zwickau keine Ausnahme. Kaum war das Spiel angepfiffe, legte Scherder den Ball völlig unbedrängt dem Torschützen Anthony Barylla vor die Füße - und der traf dann auch noch mit einer Art Sonntagsschuss. Simon Scherder bitter: "Ich wollte eigentlich Lukas Cueto anspielen, aber lege - warum auch immer - den Ball Barylla vor die Füße. Da fängt das schon wieder gut an..."

Torwart Schulze Niehues säuerlich: "Ich sehe den Ball gar nicht. Erst, als er an Simon vorbei ist - und dann wird es schwer zu reagieren." Unhaltbar? Haltbar? Von außen schwer zu beurteilen, aber es passt eben ins Spiel, das die Adler in diesen Wochen so anbieten. Defensiv wackelt vieles, Gegentore fallen viel zu schnell und dann gerne auch direkt im Doppelpack. 

Keine leichten Wochen für Scherder. 

 

Schon nach dem Spiel gegen Halle hatte Trainer Antwerpen seinen Kapitän kritisiert. Der dürfe das Zentrum nicht für so eine Aktion an der Seitenlinie verlassen. Scherders Ausflug setzte eine kleine Fehlerkette in der Defensivreihe in Gang und schon lag der SCP hinten. 

Es sind diese Tore, es ist dieses Abwehrverhalten, das den Trainer ärgert. "Das individualtaktische Verhalten in der Defensive ist einfach schlecht", monierte er nach der Pleite gegen Zwickau. Dass es dort nicht einmal mehr zum Anschlusstor reichte - trotz teilweise bester Chancen - wollte der Trainer nicht überbewerten. Irgendwann werde der Druck, Tore schießen zu müssen, einfach zu groß. 

Die klare Ansage: Hinten muss die Null stehen. 

Und der Kapitän selbst? Scherder wirkte nach der Partie gegen den FSV ernüchtert. "Ich kann das nicht erklären. Ich komme jetzt zweimal in die Startelf und zweimal läuft es so." In der Saisonphase im Spätsommer und Herbst seien die Bälle vorne noch reingegangen, aber "im Moment kassieren wir einfache Gegentore. Mit so einer Defensivleistung ist es schwer, Punkte zu holen." 

So formulierte es der Trainer wenig später auch. "Fahrlässig" nannte er die Aktion(en) seines Kapitäns. Und auch: "Ich bin mit seiner Spielleistung nicht zufrieden." Ungewohnt kritische Worte des Trainers in Richtung eines einzelnen Spielers.

Immerhin deckt sich die Einschätzung von Spieler und Trainer und Scherder redete auch gar nicht drumherum. Warum die defensive Struktur dem Kapitän (oder dem gesamten Team) derzeit abgeht, ist eine offene Frage. Scherder: "Ich selbst schaffe es im Moment auch nicht, das mit den Jungs so zu organisieren, dass wir sicher stehen. Wir kriegen den Laden hinten nicht zu." Und wenn man dann prompt wieder mit 0:2 hinten liege, dann "bist du erstmal down", so Scherder ehrlich. 

Es ist eine schwierige Phase, durch die der SCP geht. Es geht besser, das hat die Mannschaft einige Male bewiesen.

Jetzt steht noch die Partie gegen Fortuna Köln an. Die letzte Chance vor der Winterpause, um für alle das Weihnachts-Gefühl etwas zu verbessern. "Wenn du direkt drin bist, kannst du gewinnen", so Scherder. Ob der Kapitän selbst auch helfen kann, ist noch eine offene Frage. Antwerpen hatte direkt nach dem Spiel personelle Umstellungen angekündigt - allerdings sind die Alternativen ja überschaubar. Niklas Heidemann ist verletzt, Ole Kittner noch gesperrt, Benjamin Schwarz ist eine Sache der Tagesform, Dominik Lanius hat Nachholbedarf und bisher wenig Einsatzzeiten bekommen, Ugur Tezel ähnlich. Der Kader gibt derzeit nicht wirklich viel her. Viel Arbeit für alle Beteiligten, um wieder in die Spur zu kommen. 

Tabelle

29. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
10U´haching2845:311439
11Meppen2939:39039
12Münster2934:36-238
13SF Lotte2927:31-436
14F. Köln2929:46-1735

 


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29. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
10U´haching2845:311439
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12Münster2934:36-238
13SF Lotte2927:31-436
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