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Nach Ausgliederung
Preußen Münster lehnt Millionen-Investition ab...

Frank Westermann, Aufsichtsratschef. (Foto: Schulte)
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Münster – Am Montag wurde der "neue" SC Preußen Münster mit seiner GmbH & Co. KGaA im Handelsregister offiziell eingetragen - damit ist der formale Prozess nun endgültig abgeschlossen. Spektakulärer klingt aber diese Geschichte... 

Selten hat ein Verein die Ausgliederung seiner Profimannschaft derart fix durchgezogen wie der SC Preußen Münster. Klar: Von Amtsantritt im Oktober 2016 weg hatten die Verantwortlichen die Mitglieder vorbereitet auf die Pläne. Aber zwischen der ersten Infoveranstaltung im April 2017 bis zur zur Abstimmung vergingen nur knappe zehn Monate. Und dann brauchte der SCP nur zehn Wochen, um den gesamten Prozess formal anzustoßen, einzutüten und abzuschließen. Das alles war ein Tanz auf der Rasierklinge, um ein altes Bild zu bemühen. Aber es klappte ja.

Tatsächlich wurde der Verein aber schon relativ schnell nach dem Mitgliederentscheid von einer englisch-deutschen Investorengruppe angesprochen. "Die waren bestens informiert über unsere Struktur und die handelnden Personen", so Aufsichtsratschef Frank Westermann im Gespräch mit westline. Es gab telefonischen Kontakt, dann ein Treffen - mit durchaus imposanten Zahlen und Eckdaten. "Die haben uns ausführlich ihre Pläne erklärt, zusammengefasst in einer Broschüre." 

Und die Summen, die bei diesen Treffen aufgerufen wurden, waren "signifikant", wie Westermann ganz zurückhaltend formuliert. So signifikant, dass der SC Preußen sich in einem bundesliga-würdigen Rahmen bewegt hätte. Und zwar nicht im finanziellen Tabellenkeller. 

Die Gruppe, die bisher nicht in Deutschland, sondern eher in England aktiv ist, hatte nach Westermanns Aussage das Potenzial des SC Preußen groß eingeschätzt und hatte ebenso große Pläne. "Das war durchaus seriös", so Westermann. Um gleich das große "Aber" hinterherzuschieben. "Der gewünschte Einfluss wäre auf Sicht aber erheblich gewesen." Also genau das Szenario, das viele Kritiker der Ausgliederung ja immer formuliert hatten. Verbunden mit der Sorge, die Verantwortlichen könnten schwach werden bei so einer Versuchung.

Nicht schwach geworden

Nun: Nein, sie wurden nicht schwach. "Wir haben der Gruppe am Ende eine Absage erteilt", bestätigt Westermann die erste konkrete Handlung nach der Ausgliederung. Der Klub verzichtet bewusst auf Millioneneinnahmen, um sich und seinen Versprechen treu zu bleiben. Partner aus der Region wollte der Verein einwerben und verpflichten, aber - grundsätzlich formuliert - keine "Scheichs" oder "Heuschrecken", deren primäres Interesse einem Investment und einer Rendite gelten. "Der Weg ist schwieriger", wie Westermann im westline-Gespräch unumwunden zugibt. Aber am Ende hätten eben genau diese eigenen Prinzipien den Ausschlag gegeben. Aus kaufmännischer Sicht vielleicht eine schwer vermittelbare Entscheidung, wie der Aufsichtsrat ahnt, aber am Ende die richtige Entscheidung für den Klub. 

Jetzt geht es also weiter: Klar ist aktuell, dass der Etat für die kommende Saison noch nicht profitieren wird von einem erhofften Geldregen. Die Gespräche mit Interessenten laufen erst jetzt, rein rechtlich war ein Geldfluss bis zum vergangenen Montag auch gar nicht möglich. Alles steht auf Anfang beim SCP. Das war angesichts einer mancherorts beklagten "Stille" aus der Klubführung auch schon einmal vorsichtig in Frage gestellt worden. Westermann versteht zwar den Wunsch nach Information, aber: "Angesichts der enorm hohen Zustimmung der Mitglieder für unseren Weg hatte ich auch gedacht, dass kein großes Informationsbedürfnis besteht." Nun ja, das mag man gelten lassen. Aber natürlich liegt das Augenmerk der meisten Fans weniger auf den formalen Prozessen, sondern eben auf genau dieser Frage: "Wann fließt das Geld?"

Aber genau das ist die Frage, die derzeit "nicht seriös" zu beantworten ist, wie Westermann zugibt. "Als Jurist neige ich ohnehin dazu, Dinge erst für verbindlich zu halten, wenn Unterschriften geleistet sind." Das ist eben jetzt die Aufgabe.

Umwandlung von Darlehen

Und ja, es bleibt dabei: Auch Fans sollen mittelfristig Anteile an der Kapitalgesellschaft erwerben können. Das Modell hatte Präsident Christoph Strässer ja selbst schon angedeutet. Um kleinteilige Anteile zu vermeiden, würden die Stimmrechte aus solchen Mini-Anteilen dann in einer Art Fonds gebündelt, der dann das Stimmrecht für seine Mitglieder ausüben würde. "Das ist aber im ersten Schritt noch nicht geplant", bestätigt Westermann erneut, was Strässer auch schon angedeutet hatte. Sicher ist: Kleinstanteile könnten dem einen oder anderen Fan auch helfen, auf einer eher emotionalen Basis eine Beziehung herzustellen zu einer SC Preußen Münster GmbH & Co. KGaA... 

Zunächst stehen noch andere Themen an. Bekanntlich haben verschiedene Personen aus Preußen-Gremien in der Vergangenheit Darlehen gewährt. Die waren notwendig, um im Zulassungsverfahren Auflagen des DFB zu erfüllen. Diese Darlehen sollen teilweise umgewandelt werden in Stimmanteile - und so als Eigenkapital in die KGaA einfließen. Insgesamt geht es um eine Summe von ungefähr zwei Millionen Euro, wie Westermann bestätigt. "Das wäre dann auch ein gutes Zeichen an weitere Geldgeber."

Ebenso klar ist aber auch die Pespektive: Regionale Geldgeber sollen nicht lange ein "Appetithäppchen" für die Mitglieder sein, sondern so bald als möglich einsteigen. Wie gesagt: In den neuen Etat für 2018/2019 lässt sich derzeit noch nichts einplanen. "Aber ich gehe davon aus, dass wir schon im Laufe dieses Jahres Investoren gewinnen", so Westermann optimistisch. "Wir haben das bisher, wenn ich das sagen darf, sehr seriös geplant und die Partner, die wir ansprechen, sind auch davon überzeugt." 

Stadion und Ausgliederung eng verknüpft

Auf der Hand liegt, dass der Engagement von Investoren eng verknüpft ist mit dem Stadionthema. Auf dem Papier mögen das verschiedene Themen sein, aber de facto sind beide eng verbunden. Schwer vorstellbar, dass ein Investor Geld gibt, wenn es keine Perspektive für ein Stadion gibt. Denn dann fehlt eben jene Vision, die der Verein ja formuliert. Raus aus der Liga, aber bitte nur nach oben. Das war das Mantra des Präsidenten von Beginn an. "Und wir haben die Verpflichtung, diese Vision auch zu verwirklichen." 

Natürlich ist das Thema Stadion (dazu später mehr) mit vielen Stolpersteinen versehen. Aber entscheidend ist viel weniger das konkrete Datum, sondern eher, wie belastbar die Perspektive ist. Es muss möglichst bald konkret werden. Dann kann sich alles zum Selbstläufer entwickeln. Das Stadion soll, wenn alles gut läuft, ab 2022 bespielbar sein. "Aber es ist unser Ziel, dass wir aufsteigen. Und wir würden uns nicht dagegen wehren, wenn das früher gelänge", so Westermann nüchtern. "Das würde uns ganz andere Möglichkeiten eröffnen." 

Da hilft es, dass Geldgeber und sportliche Leitung derzeit dem Vernehmen nach voll auf Linie sind. Anders gesagt: Warum soll nicht ein SC Preußen Münster mal ein Überraschungsteam stellen? Man traut es dem Trainerteam zu. Ein bisschen Vision ist eben gefragt. 

 

 


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