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Jahreshauptversammlung
Preußen Münster schleppt finanzielle Altlasten weiter mit sich herum

Preußen-Präsident Christoph Strässer mit Präsidiumsmitglied und Versammlungsleiter Martin Jostmeier (v.l.). (Foto: Schulte)
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Münster – Es war die erste Jahreshauptversammlung des SC Preußen Münster als Verein ohne Profiabteilung. Aber natürlich ging es am Sonntag auch um die Lage der neuen Kapitalgesellschaft. Die zentrale Botschaft: Es bleibt schwierig, aber wird langsam besser. 

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Beim SC Preußen Münster musste erst alles den Bach runtergehen, ehe es bergauf gehen kann. So in etwa wirkte das Zahlenwerk, das der Verein SCP am Sonntagmittag vorstellte. Nach Jahren der wirtschaftlichen Konsolidierung und Entschuldung holten den SCP ab 2014 die aus dem Ruder gelaufenen Kosten ein. Das Eigenkapital stürzte bis auf minus 3,1 Millionen Euro ab (2017). Aber dabei blieb es ja nicht. Weil das Finanzamt im vergangenen Jahr erhebliche Nachforderungen für vorherige Jahre stellte, standen am Ende sogar sagenhafte minus 4 Millionen Euro Eigenkapital in der Bilanz. Selten sah es schlimmer aus. 

Über die Gründe und Ursachen wollte das erst 2016 angetretene Präsidium am Sonntag nicht mehr reden - nur so viel: Rechtlich kritisch war das nicht, eher eine erheblich zu fahrlässige Ausgabenpolitik. Bis heute hat wohl kaum ein Mitglied genau erfassen können, wie es so weit kommen konnte. 

Preußens Antwort auf den finanziellen Tiefschlag? Transparenz. Umfangreiches Zahlenwerk zeigte am Sonntag den Niedergang des angeblich so schuldenfreien Klubs auf. Aber auch eine vorsichtige Trendwende. 

Für das laufende Geschäftsjahr plant der SC Preußen Münster bei erwarteten Erlösen von rund 7,67 Millionen Euro mit einem Ergebnis von minus 266.000 Euro. Gäbe es nicht noch erhebliche Abschreibungen, würde das Ergebnis deutlich im positiven Bereich liegen (plus 586.000 Euro). Der Verein ist nach der Ausgliederung wie versprochen schuldenfrei. Und die KGaA verfügt über ein Eigenkapital von rund 2 Millionen Euro. Soweit die Lage des Klubs im Groben.

Lizenz am seidenen Faden

Umfassend beschrieben die Verantwortlichen um Präsident Christoph Strässer, Aufsichtsratschef Frank Westermann und dem Geschäftsführer Bernhard Niewöhner dagegen die Lage des Klubs vor einem Jahr: Die Lizenz hing am seidenen Faden. Der DFB stellte hohe Nachforderungen. Nur ein erneutes Darlehen aus der Tasche von Walther Seinsch (derzeit erkrankt und entschuldigt) rettete dem Klub die 3. Liga. In diesem Lichte sei die Ausgliederung der einzige Weg gewesen, so die klare Botschaft. "Sonst stünden wir heute nicht mehr hier", so Strässer klar. 

Es wird noch reichlich Arbeit zu erledigen sein. Denn weder stehen Investoren Schlange noch sind kurzfristig große Sprünge bei den Einnahmen zu erwarten. Hier beißt sich sprichwörtlich die Katze in den Schwanz. Denn die Einnahmen eines Profi-Fußballklubs hängen direkt zusammen mit dem sportlichen Erfolg. Aber der wiederum wird schlichtweg vom Geld bestimmt. 

Gerade mit Blick auf diesen besonderen "Teufelskreis" seufzten Strässer und Co. mehrfach über die Reaktionen möglicher Partner. Man erhalte dort regelmäßig Lob für den eingeschlagenen Weg und auch Sympathie. Aber wenn es ums Eingemachte geht, nämlich Geld, rückten die Partner sofort ab. Man möge doch erst mal in die zweite Liga aufsteigen, dann könne man sehen. Strässer: "Wir brauchen aber das Geld gerade jetzt, um überhaupt Chancen auf den Aufstieg zu haben." Das war doch der Kerngedanke vor der Ausgliederung. 

Wiederholt richtete der SCP am Sonntag den Appell an die Wirtschaft Münsters und der Region: Unterstützt uns jetzt! 

Klar ist allerdings auch dies: Der Etat für die erste Mannschaft musste in der laufenden Saison weiter gesenkt werden. Und auch für die kommende Saison machen die Verantwortlichen keine Hoffnung auf eine echte Verbesserung. Vieles beim SCP dreht sich dieser Tage um die Zukunft, vor allem das künftige Stadion. Aber in der Gegenwart muss der SCP sich irgendwie retten. Das wird nur auf Kosten der sportlichen Leistungsfähigkeit gehen.

Nicht ganz zufällig beschrieb der Sportchef Malte Metzelder mehrfach die Wichtigkeit des eigenen Nachwuchsbereichs: Die U23 als wichtiges Sprungbrett für Junioren in den Seniorenbereich. Und den Wunsch, dass man Talente in einem künftigen Nachwuchsleistungszentrum binden und entwickeln könne. 

Auch für das kommende Jahr wird es wohl darum gehen, junge Regionalligaspieler mit ersten nachgewiesenen Erfahrungen in die 3. Liga zu integrieren.

Metzelder vielsagend dazu: "Dieser Weg wird sicher ein hohes Maß an Kreativität erfordern und auch Lust, diese Spieler zu entwickeln. Wir brauchen Mitarbeiter, die Spaß haben, diesen Weg auch mit uns zu gehen." War das auch in Richtung Trainer gesprochen?

Wie auch immer: Das alles entspricht nicht ganz der Aufbruchsstimmung, die der Klub vor einem Jahr versprüht hatte, was auch Präsident Strässer eingangs der Sitzung zugab. Aber die Lage ist eben, wie sie ist. Große Sprünge sitzen vorerst nicht drin - was möglicherweise auch die vollzählig angetretenen Spieler zur Kenntnis genommen haben dürften. Und eben das Trainerteam. 

KGaA schleppt Verbindlichkeiten mit sich herum

Zur Wahrheit gehört auch, dass die KGaA trotz positiven Eigenkapitals nicht über den Berg ist. Im Jahresabschluss stehen rund 4,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten in der KGaA. Davon entfallen rund 2,2 Millionen Euro auf Darlehen von Seinsch und anderen Gremiumsmitgliedern. Entwarnung gibt es insoweit, dass diese Darlehen langfristig abgesichert sind und für den Verein mit fast traumhaften Konditionen versehen sind. Diese Verbindlichkeiten drücken zwar die Zahlen, aber nicht die Laune. 

Bankverbindlichkeiten konnte der SCP in den vergangenen zwei Jahren erheblich reduzieren auf nunmehr 505.000 Euro. Ins Kontor schlugen die erheblichen Steuernachforderungen, für die eben bereits Rückstellungen erfolgten. Dabei geht es um zwei Themen: Zum einen fielen im Zuge der Ausgliederung Steuern bei der Hebung der stillen Reserven an: Rund 390.000 Euro werden fällig. Und zum zweiten fordert das Finanzamt für die Zuschüsse der Stadt in Sachen Stadionsanierung (Flutlicht, Rasen etc.) die Nachzahlung einer Mehrwertsteuer. Ursprünglich ging es dabei um rund 500.000 Euro. Die Summe konnte der SCP mittlerweile dank externer Hilfe auf rund 350.000 Euro reduzieren und ist guter Hoffnung, dass auch diese Summe noch etwas reduziert werden kann. Dennoch stehen zunächst 740.000 Euro für Steuern im Raum. 

Obwohl der Profibereich in praktisch allen Bereich finanziell abspeckte und Geld sparte, steht damit in der KGaA für das abgeschlossene Geschäftsjahr ein Minus von 1,8 Millionen Euro. 

Angesichts der Verbindlichkeiten ist auch klar, warum die bisher gezeichneten "externen" Anteile im Wert von 3 Millionen Euro komplett an der ersten Mannschaft vorbeigeflossen sind. Der Klub ist derzeit nicht in der Lage, finanziell große Sprünge zu machen. Aber die Zahlen zeigen auch eine gute Richtung - das ist auch eine Erkenntnis aus dieser Jahreshauptversammlung. Es geht langsam bergauf, aber die alten Zahlen zerren nachhaltig am Klub. 

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