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Nach dem 1:2 in Köln
Preußen Münster und der Stand der Dinge

Aber Münster richtete wieder einmal nur wenig aus. (Foto: Schulte)
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Münster – Nach dem 1:2 bei Fortuna Köln glauben selbst die größten Optimisten nicht mehr an einem Eingreifen des SCP in die Kämpfe um die Aufstiegsplätze. Unser Autor Martin Stadelmann wirft einen Blick auf den Kader und einen voraus...

Wieder einmal scheitert Preußen Münster wohl früh, wieder einmal zeigt ihm die Konkurrenz die lange Nase. Der erhoffte Schub durch den Trainerwechsel ist sportlich verpufft, zwar mag es alles jetzt familiärer, freundlicher auf dem Trainingsgelände und in der Mannschaft zugehen, die Interviews sind für den Fan erträglich, aber der Hoffnungsschimmer glitzerte nur zwei Spiele, ehe er verschwand und nun nicht mehr als blasse Erinnerung ist.

Steffens Spielphilosophie ist in ihren Grundzügen deutlich offensiver als die seines Vorgängers Ralf Loose, der neue Coach setzt auf schnelles Passspiel, läuferische Stärke und stellt damit einen Gegenentwurf zum System Loose dar. Will Steffen seinen Weg weitergehen, wird er im Sommer nicht um gravierende Veränderungen im Kader herumkommen, die Preußenfans seufzen und sagen „wieder einmal“.

In die Karten dürfte dabei spielen, dass wieder einmal viele Verträge auslaufen und ganz sicher nicht jeder verlängert werden wird.

Schauen wir uns den Kader noch einmal an

Torwart:

Niklas Lomb, Vertrag läuft aus, er soll bleiben, Lomb wird aber wohl zu Bayer zurückkehren

Maximilian Schulze Niehues und Marco Aulbach sind die Ersatztorhüter, beider Verträge laufen aus, Aulbach ist auch im nächsten Jahr ein U23-Keeper, aber derzeit die klare Nummer 3. Ob Schulze Niehues bleibt, ist noch offen.

Im Tor wird sich im Sommer sicher einiges ändern, ein gleichwertiger Ersatz zu Lomb (vor allem in dem Alter) wird aber nur schwer zu finden sein.

Außenverteidiger:

Björn Kopplin und Kevin Schöneberg haben auslaufende Verträge. Müller fällt zudem aus der U23-Regelung heraus, der Vertrag von Stephane Tritz läuft noch ein weiteres Jahr, der hier ebenfalls einsetzbare Benjamin Schwarz ist ebenfalls bis 2017 gebunden.

Hand aufs Herz: So richtig wirklich überragend ist keiner der genannten Akteure, Kopplin ist solide, Tritz ebenfalls, aber auch nur ein Bankspieler, Müller mit sehr vielen Fehlern, zeigt sein durchaus vorhandenes Talent viel zu wenig und zu unbeständig, Schöneberg ist offenbar kein Thema mehr für Steffen.

Das klingt nach einem Umbruch auf diesen Positionen, Verlängerungen mit Müller und Kopplin sind vorstellbar, aber nach dem bisher gezeigten kein absolutes Muss. Auch bei Tritz wird im Sommer ein Gespräch über die Perspektive notwendig sein. Schwarz scheint im Mittelfeld gesetzt zu sein.

Innenverteidiger:

Auslaufende Verträge allerorten. Scherder, Pischorn, Heitmeier haben Arbeitspapiere, die im Sommer enden, Scherder fällt zudem aus der U23 heraus. Die Position der Innenverteidiger ist im System Steffen die große Schwachstelle im derzeitigen Kader. Passsicherheit, Schnelligkeit, Robustheit. Diese Faktoren sollten einen Innenverteidiger auszeichnen, wenn er denn wie bei Steffen angedacht, für den ersten Spielaufbau über kurze, schnelle Pässe zuständig sein soll.

Pischorns Kopfballspiel ist überragend, schnell ist er aber wahrlich nicht, dazu erinnert seine Ballbehandlung mit den Füßen eher an einem Torwart denn an einen Feldspieler. Die Trennung im Sommer erscheint daher alternativlos. Heitmeier beherrscht das Passspiel deutlich besser, ist ein routinierter Innenverteidiger, aber leider nicht konstant genug. Seine Leistungsschwankungen im Saisonverlauf, seine leichten Fehler und Unkonzentriertheiten sorgen dafür, dass eine Verlängerung nicht wirklich notwendig erscheint. Eine Frage des Preises und der Alternativen.  Und die gibt es.

Scherder fällt aus der U23 heraus, hat verletzungsbedingt ein ganzes Jahr verloren, in dem er eigentlich durchstarten sollte. Eine Verlängerung mit dem Eigengewächs sollte aber keine Frage sein.

Schweers hat bisher gute Ansätze gezeigt, sein Vertrag läuft eh noch ein weiteres Jahr.

Mittelfeld:

Bei Horst Steffen existieren nur noch drei Positionen im Mittelfeld. Beim SCP kämpfen Mehmet Kara, Amaury Bischoff, Benjamin Schwarz und Danilo Wiebe mit den Leihspielern Chris Philipps und Charles Eli Laprevotte um die Plätze. Nur die Verträge der letzten beiden laufen aus, Philipps hat sich unter Steffen zum Stammspieler gemausert, macht seine Sache recht gut. Laprevotte, Stammspieler unter Loose, hat diesen Status durch Verletzungen etwas verloren. Gerade Laprevotte zeigt in der Regel leider zu wenig, um seinem Talent gerecht zu werden. Umstrukturierungen scheinen hier nur über die Leihspieler möglich, deren Zukunftspläne derzeit unbekannt sind. Aber dennoch wäre ein weiterer. Prägender Spieler im Mittelfeld wünschenswert.

Angriff:

Abdenour Amachaibou, Cihan Özkara, Philipp Hoffmann, Marcel Reichwein, Rogier Krohne und Adriano Grimaldi balgen sich um die drei Plätze, wobei derzeit Grimaldi mit seinen letzten beiden Treffern am deutlichsten von sich reden macht. In diesem Mannschaftsteil laufen ebenfalls zahlreiche Verträge aus.

Amachaibou, Hoffmann, Reichwein und Krohne dürften den Rotstift deutlich in ihrem Nacken spüren. Amachaibou hat unter Steffen deutliche Fortschritte gemacht, aber ob es reicht für eine Verlängerung?

Hoffmann sieht sich gerne in der zweiten Liga und die Leistungen in der Rückrunde lassen vermuten, dass sein Abgang für ihn bereits beschlossen ist.  Limitiert im offensiven Zweikampf lebt er fast ausschließlich von der Schnelligkeit. Zuletzt hat er sich darauf aber zu sehr verlassen und sich sehr passiv verhalten. Eine Verlängerung wäre durchaus gut, aber nicht um jeden Preis.

Reichwein und Krohne werden es schwer haben, einen neuen Vertrag bei den Adlerträgern zu ergattern. Zu inkonstant in den Leistungen und am Ende scheint auch einfach der letzte Funke an Klasse zu fehlen, um im Aufstiegskampf eine große Hilfe zu sein.

Özkaras Vertrag läuft noch ein weiteres Jahr, mit ihm wird ganz sicher im Sommer über eine Trennung gesprochen werden müssen.

Weißenfels fehlte bisher verletzungsbedingt und Stoll kam im Lehrjahr nur zu Bankplätzen.

Im Sommer gibt es also viel zu tun und reichlich Luft, den Kader an die veränderten Anforderungen anzupassen. Wollen die Preußen oben angreifen, wird es auch dringend notwendig sein. Sicherlich ist es im harten Profigeschäft im Einzelfall immer bedauerlich und manches Mal erscheint eine solche Einschätzung auch als schlichtweg falsch. Aber an einen weiteren (radikalen) Umbruch dürfte im Sommer 2016 kein Weg vorbeiführen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.

Alternativ bliebe natürlich der gefühlt zwanzigste Trainerwechsel, bei dem der neue Coach verspricht, aus dem bisherigen Kader einen Aufsteiger zu zaubern. Aber das wäre der größte Fehler.

 


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Tabelle

38. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
6Rostock3847:46155
7Zwickau3849:47252
8Münster3848:50-252
91. FCK3849:51-251
10U´haching3853:46748

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