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Enttäuschungen, Geld und mehr
Preußen-Präsident Georg Krimphove - der Florettfechter zieht eine erste Bilanz

Preußen-Präsident Georg Krimphove. (Foto: Schulte)
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Münster – In wenigen Monaten ist die Amtszeit von Georg Krimphove beendet. Nicht nur als Präsident. Auch als Vorstandsmitglied. Elf Jahre lang - mit einer kurzen Pause - bestimmte Krimphove die Geschicke des Vereins mit. Nicht alle Fragen und Themen im Verein wird er bis zu seinem Abschied klären können...  

Mit Georg Krimphove über den SC Preußen Münster zu sprechen, hat oft etwas Beruhigendes. Der (noch) amtierende Präsident ist kein Lautsprecher, kein Uli Hoeneß, niemand für Kampfansagen. Eher einer für den Konsens, für die Hintergrund-Arbeit. Als "Florett-Fechter" sieht er sich, nicht als "Dampfwalze". Das habe nichts mit einem "Wegducken" zu tun. "Meine Frage war immer: Was nützt dem Verein und was schadet ihm?"

Manchmal sei es besser, Dinge erst einmal hinter den Kulissen zu behandeln. Das ist grundsätzlich eine gute Sache. Hat aber auch Nachteile. Dass rund um einen so streitbaren und lebendigen Verein wie Preußen manchmal ein öffentliches oder klares Wort mehr geholfen haben könnte? "Ja, das hätte ich wohl besser machen können."

Was auch immer die Themen gerade sind: Krimphove hat keinerlei Interesse daran, sich den Klub zerreden zu lassen. "Ich glaube, der Verein ist nicht so schlecht aufgestellt, wie das oft dargestellt wird. So ein Quo Vadis SCP? teile ich nicht." Ja, der Klub sei in einer Situation, in der sich vieles ändere. "Aber das gab es 2005 auch schon mal, als wir mit Marco de Angelis übernommen haben. Auch damals gab es Unkenrufe. Und heute ist der Verein deutlich attraktiver als vor zwölf Jahren."

Soll heißen: Ganz gleich, welche Namen in einigen Monaten auf dem Klingelschild stehen - für den Verein könne das immer auch ein Neuanfang sein. Chancen sehen, wo andere den Untergang herbeiahnen: Das ist schon typisch für Georg Krimphove. Das ist die eine Seite.

Mehr Last als Lust

Die andere Seite ist Mühe, Anstrengung. Den ganz großen Spaß hat Krimphove nicht mehr. "Zurzeit ist das mehr Last als Lust", gibt er unumwunden zu. Einen Vorgeschmack bekam Krimphove ja wenige Monate nach Amtsantritt. Die Jahreshauptversammlung 2015 war ein Tag, den er gerne vergessen würde. Krimphove musste ein Minus erklären, das er und sein Team nicht wirklich zu verantworten hatten.

Preußen-Präsident Georg Krimphove: Sein vielleicht anstrengendster Auftritt während der Mitgliederversammlung 2015. (Foto: Schulte)

Erst im April 2015 hatte er das neue Amt angetreten, da war die Saison bereits "gelaufen", wie Krimphove sagt. "Ich will keine Verantwortung wegschieben, aber an dem Ergebnis hatten wir keinen Anteil. Aber niemand hat das böswillig so weit kommen lassen." Sportlich lief es in der Rückrunde nicht mehr, die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben ging immer weiter auseinander.

Die Erklärungsversuche für das Minus in der Kasse blieben vage. "Okay, der Begriff Bayern München ist da auch ein bisschen zu häufig gefallen..." Krimphove sagt aber, dass dieses herausragende Pokalspiel gegen den Rekordmeister möglicherweise zur der ganzen Lage beigetragen habe. "Da kamen plötzlich Einnahmen auf uns zu... Merchandising, Dauerkarten, Sponsoring. Vielleicht sind wir ein bisschen zu euphorisch mit diesen Einnahmen umgegangen."

Wohl habe er sich auf der Mitgliederversammlung nicht gefühlt. "Alles in allem war ich froh, als dieser Abend vorbei war..."

Im Gespräch wird Krimphove zweimal laut. Hier zum ersten Mal. "Marco de Angelis und Thomas Bäumer haben den Verein aber innerhalb von zehn Jahren schuldenfrei gemacht! Und dann klappt das einmal nicht? Andere Drittligisten kommen jedes Jahr mit solchen Zahlen heraus", ärgert er sich über die teils heftige Kritik. "Ja, das war ein Scheißergebnis, das wissen wir alle. Aber es ist nicht fair, das dem alten Präsidium vorzuwerfen."

"Jetzt habe ich Argumente"

Die nächste Jahreshauptversammlung steht Krimphove ja noch bevor. Die zweite und letzte unter seiner Regie. Und jetzt wird Krimphove auch Rede und Antwort stehen können. "Jetzt habe ich Argumente, warum Dinge laufen, wie sie laufen."

Krimphove erklärt das so: Einen Sportverein zu führen sei etwas anderes als ein Unternehmen zu führen. "In einem Fußballklub hat man nur begrenzten Einfluss. Der Teil, den man beeinflussen kann, muss man seriös planen." In einem Unternehmen könne man Produktivität erhöhen, Filialen schließen - all das geht in einem Verein nicht.

"Wir stellen im Februar einen Plan auf, der dann ab Juli bis zum darauffolgenden Sommer reichen muss. Ab einem gewissen Punkt kann man kaum noch an Stellschrauben drehen. Das einzige, das wir wirklich beeinflussen können, sind die Fixgehälter unserer Spieler. Das ist es dann aber fast schon. Welche Prämien wir zahlen müssen, wie viele Zuschauer kommen, wie oft der WDR live überträgt - das wissen wir alles nicht."

Ja, der WDR. Das ist so ein Thema. "Wenn die sich kurzfristig entscheiden, ein Spiel zu übertragen, dann kostet uns das pro Spiel schnell 8.000 bis 10.000 Euro. Für Ordner, Notstromaggregat, Kabel... das müssen alles wir übernehmen. Und dann kommen bei schlechtem Wetter noch 1.000 Zuschauer weniger. Für die Außenwirkung ist das Fernsehen gut, aber für den Verein bedeutet das erst einmal mehr Kosten und weniger Einnahmen."

Apropos Einnahmen: Nach dem Minus im Vorjahr ranken sich längst wieder Gerüchte um die wirtschaftliche Lage des Klubs. Übernimmt Krimphoves Nachfolger in Kürze einen finanziell ausgeglichenen Verein? "Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Wir versuchen das so gut wie möglich hinzukriegen, das haben wir versprochen. Aber alles andere wäre jetzt Kaffeesatzleserei."

Der Lagardére-Deal...

Die Einnahme-Situation soll ja künftig auch ein anderer Partner verbessern. Seit Anfang der Saison hat der Verein seine Vermarktungsrechte für acht Jahre an den internationalen Sportrechtevermarkter Lagardère abgetreten. Ein "Deal", den der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Bäumer eingefädelt hat und den das Präsidium dann beschlossen hat. Eine diffuse Abneigung verbindet manche Fans mit diesem Vertrag. Für Krimphove ein wichtiger Schritt. "Dazu stehe ich auch." Die meisten Partner der Preußen seien lokale oder regionale Unternehmen. "Die sagen sich doch: Schön mein Logo da im Fernsehen zu sehen... aber das bringt mir nichts." Krimphove sieht sein eigenes Unternehmen beispielhaft dafür. "Wenn ich aber einem überregionalen Kunden sagen könnte, welche Sendezeiten wir haben: Dann kann ich das verkaufen." Und genau solche Partner fehlen dem SC Preußen heute. "Und wir hatten bisher einfach keinen Zugriff darauf." Lagardére gehe anders an solche Kunden. "Die haben schriftliche Konzepte und gehen ganz anders da ran." Das seien "ZDF-Leute". Zahlen, Daten, Fakten.

"Mich müsste niemand mit so eine Mappe begeistern. Ich bin Preuße und deswegen unterstütze ich den Verein. Aber große Unternehmen erwarten Analysen und Zahlen."

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Tabelle

25. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
5Uerdingen2431:33-238
6U´haching2243:241935
7Münster2430:30034
8Würzburg2435:29633
9Rostock2431:34-333

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