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Der SCP mit Defensivproblemen
Preußen-Trainer Marco Antwerpen: "Wir rotieren doch gar nicht"

(Foto: Sebastian Sanders)
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Münster – Spiel sieben, Niederlage vier. In Aalen kassierte der SC Preußen Münster die heftigste Niederlage. Nicht nur wegen der vier Gegentore, sondern nach einem komplett gebrauchten Tag. Das Trainerteam hinterfragt sich selbst, kennt aber auch die Aufgabe. 

Nach einer Niederlage lässt sich am besten diskutieren. Immer im Konjunktiv, versteht sich, denn das Spiel in Aalen lief nun einmal, wie es lief. Am Montag nagte der Auftritt in Aalen noch immer an Trainer Marco Antweroen. "Das tat schon weh", gab er zu. Im Kollektiv hatte der SCP beim VfR Aalen versagt und diesmal auch die sonst routinierten Leistungsträger in einen Abwärtsstrudel gerissen. Dabei waren die Adler mit einem klaren Plan angetreten. 

"Wir wollten in Aalen aus der Tiefenstaffelung spielen und komplett auf Konter gehen." Die Idee war richtig, denn beim SCP ging es nach reihenweise Gegentoren darum, defensiv stabil zu stehen. Simon Scherder und Ole Kittner sollten die Kette stabilisieren, aber irgendwie lief bei beiden wenig zusammen. Auf den Flügeln folgte Antwerpens Aufstellung der Vorgabe: Die schnellen Philipp Hoffmann und Lucas Cueto sollten bei Kontern für Tempo sorgen, ein Wühler und Dribbler wie Tobias Rühle war dafür nicht gefragt. 

Und direkt in der Anfangsphase war - leider nur kurz - zu sehen, wie Münsters Spiel grundsätzlich hätte funktionieren können. Zuerst klärte der SCP stabil gegen Aalens Offensive, dann öffnete Kevin Rodrigues Pires das Spiel mit einem weiten Ball auf Dadashov, der dann das Tor nur knapp verfehlte. Das ging schnell und schnörkellos. 

Aber wie das eben so lief ... oder eben nicht: Kaum war das Spiel wirklich auf Betriebstemperatur, lag der SCP schon wieder hinten. "Da konterkarierst du deine eigene Taktik", so Antwerpen ernüchtert. "Danach spielst du dein Spiel nicht mehr wie geplant, und das sieht dann so aus ..." Das 0:1 sei "megaärgerlich" gewesen. "Da standen wir eigentlich genau in der Ordnung, die wir haben wollten, aber dann bekommst du den Ball in die Schnittstelle." Schorr auf Schnellbacher, der auf Bär, drin. So einfach, mittendurch und kein Preuße mehr im Bilde. 

Statt durchzuatmen und sich noch einmal auf die Spielidee zu besinnen, zog Unordnung und Hektik ein. Beispielhaft nach 20 Minuten, wie Cueto seine Aufgabe erfüllte, mit Tempo über die Seite Richtung Aalener Tor zu sprinten - aber so gedankenschnell war leider kein Mitspieler. Cuetos Hereingabe versandete ergebnislos vor dem Aalener Kasten. Das Problem mit dem Preußenspiel in einer Szene. 

Auch das 0:2. "Wir gehen da auf einen Freistoß, den es nicht gibt. Aalen kontert, Braun ist zu weit außen und kommt nicht mehr mit, Scherder lässt sich am Ende natzen." Eine Fehlerkette mit drei Gliedern. Hinterher erkannt, aber da war es dann schon zu spät. 

Ergebnislose Änderungen

In der Pause reagierte das Trainerteam. Ugur Tezel kam für den überraschend wirkungslosen Fabian Menig. "Wir wollten über ihn Druck machen", so Antwerpens Idee. Das Fazit anschließend: "Offensiv hat das auch geklappt, aber defensiv nicht so. Aber wir mussten nach dem 0:2 halt auch etwas riskieren." Tezel machte Meter nach vorn, aber sah gegen Aalens Morys in der Rückwärtsbewegung kaum Land. Auch der zweite Wechsel brachte keine nachhaltige Verbesserung: Simon Scherder sollte als Sechser für eine kompaktere Abwehrreihe sorgen - auch weil Sandrino Braun ebenfalls einen gebrauchten Tag erwischt hatte. Für ihn rückte Jannik Borgmann in die Kette. 

Kaum war das alles halbwegs sortiert, lag der SCP mit 0:3 hinten. Keine 120 Sekunden nach Wiederanpfiff. Ein extrem undankbares Spiel für Martin Kobylanski, den Antwerpen direkt danach als "Rettungsanker" hineinwarf. Kobylanski hatte ein, zwei Standards, aber von Gefahr war eher keine Spur. "Aber das war nach dem 0:3 auch einfach schwierig, das muss man sagen. Unser Spiel war eh nicht mehr gut, da ging auch nicht viel über Standards". 

Hätten Moritz Heinrich oder Tobias Rühle etwas geändert? Antwerpen hält das natürlich für möglich. "Wir als Trainer sitzen doch mit im Boot! Wir hinterfragen uns doch auch!" Die Wechsel seien im Nachhinein "kein toller Schachzug" gewesen. Vielleicht hätte es noch andere Lösungen gegeben. "Wir hätten auch erst ohne Wechsel weitermachen können, um dann später nur noch offensiv zu wechseln", so die rhetorische Auskunft des Trainers. Wie gesagt: Hinterher kann man immer andere Ideen vertreten.

Defensiv zu wenig

Was derzeit beim SC Preußen nicht funktioniert, ist die Defensive. Antwerpen deutlich: "Die Mannschaft muss lernen, defensiv gut zu arbeiten. Bei zwölf Gegentoren müssen wir uns einfach hinterfragen." Genau diese Defensivaufgaben standen beim SCP in den vergangenen Wochen ständig auf dem Trainingsprogramm. Aber irgendetwas hält das Team davon ab, das zu verstehen. Oder umzusetzen. 

"In der Summe des individualtaktischen Verhaltens lagen wir nicht richtig. Und das passiert uns einfach zu häufig", so Antwerpen. "Die Fragen ist, ob das dauerhaft passiert."

Beispielhaft sei Scherders Fehler vor dem 0:2 genannt. Sich von einem angetäuschten Schuss verwirren zu lassen, passiert dem Kapitän auch nicht oft. Es passte aber zum Spiel in Aalen. Konzentration? Dass man oft höre, die Mannschaft könne ja durchaus einen guten Fußball spielen, hält der Trainer für "schwierig". Denn das Team solle nicht "gut Fußball spielen", sagt er. "Dafür stehen wir nicht." Eine klare und konzentrierte Defensive sei gefragt. Uerdingen beispielsweise habe in Münster nicht mit "gutem Fußball" gewonnen, sondern mit einer brutal effektiven Abwehrarbeit. "Die haben lange ein 0:0 gehalten, ihr Tor gemacht und dann einfach alles wegverteidigt." So gewinne man in der 3. Liga Spiele. 

Von wegen Rotation

Wie das so ist nach Niederlagen, raunt es dann rund um die Mannschaft. Der Trainer rotiere zu viel, setze keine klare Startelf ein. Antwerpen hat dafür nur Kopfschütteln übrig. "Wir rotieren doch gar nicht. Wir reagieren punktuell." 

Es mag ja sein, dass der SCP bisher kein Spiel unverändert bestritten hat, aber was heißt das schon? In der Abwehr zählen Spieler wie Scherder oder Kittner, Menig und Heidemann zum Stamm und waren dauerhaft gesetzt. In der Zentrale sind Braun und Klingenburg gesetzt, während Rodrigues Pires und Kobylanski fallweise wechseln. Je nach Gegner und Spielidee kommen auf den Flügeln die schnellen Hoffmann und Cueto zum Einsatz oder aber eher Rühle und Warschewski. 

In den ersten sieben Saisonspielen gab es einen festen Stamm und gut verteilte Einsatzzeiten für die eingesetzten Spieler. "Das ist eben keine Rotation. Wir reagieren lediglich auf Karten und Verletzungen oder aber punktuell nach Trainingsleistungen." 

Die Debatten um eine vermeintliche Rotation oder um taktische Aufstellungen würden ohnehin nur von der wesentlichen Aufgabe ablenken: "Wie kann ich das Spiel organisieren, wenn ich den Ball nicht habe?", so Antwerpens simple Frage. "Du musst einfach ackern und uns gelingt das im Moment nicht." 

Schon deshalb tue die Niederlage in Aalen weh. "Die Mannschaft hatte sich zu Saisonbeginn etwas erarbeitet und jetzt verspielen wir Kredit bei den Zuschauern." 

Schon deswegen ist die Aufgabe für das anstehende Spiel gegen Energie Cottbus so klar wie Wasser: "Du muss defensiv gut stehen, die Null halten. Aber darum wird es in jedem Spiel gehen." 

Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
4Wiesbaden3464:451958
5Rostock3443:43049
6Münster3442:40248
7Zwickau3440:38246
8Würzburg3446:41545

 


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