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Nach dreieinhalb Jahren
Preußenstadion: Bebauungsplan soll im Frühjahr beschlossen werden

Das Preußenstadion im Sommer 2017. (Foto: Schulte)
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Münster – Im Dezember 2014 hatte der Rat ein Bebauungsplanverfahren für das Preußenstadion an der Hammer Straße angestoßen. Im Frühjahr 2018 soll der endlich Gültigkeit erlangen. Die Hintergründe hier...

Dazu: Preußenstadion bis 2022?

Es ist tatsächlich schon über drei Jahre her, seit der Rat der Stadt Münster ein Bebauungsplanverfahren für den sogenannten "Sportpark Berg Fidel" beschlossen hat. Voraussichtlich im Mai soll der fertige Bebauungsplan dann aber dem Rat vorliegen und beschlossen werden. Das wäre in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert...

Zunächst: Sollte der Rat in seiner Mai-Sitzung den Bebauungsplan endlich verabschieden, hätte das gesamte Verfahren ziemlich genau dreieinhalb Jahre in Anspruch genommen. Für einen Standort, an dem bereits ein Stadion steht. Aber wie die Verwaltung in den vergangenen Jahren stets betont hatte: Das Planungsrecht und geltende gesetzliche (Immissions-Schutz-)Regelungen machten das Projekt zu einem Drahtseilakt. Denn das alte städtische Stadion liegt in einem Wohngebiet und 20.000 Zuschauer müssen einigermaßen verträglich über die vorhandene Infrastruktur an- und abreisen können. Fehler wollte sich jetzt niemand mehr erlauben, also wurden zahllose Gutachten über Lärm und Verkehr erstellt und alle Beteiligten intensiv einbezogen.

Bemerkenswert wäre ein Ratsbeschluss aber auch insofern, als dass die Ratsmehrheit ihre Zustimmung in den vergangenen Monaten in Frage gestellt hatte. Die Logik dahinter: Warum sollen wir einen Bebauungsplan beschließen, der für den Verein gar nicht mehr von Bedeutung ist, weil er ganz andere Pläne verfolgt? 

Das war durchaus als Drohung dem Verein gegenüber zu verstehen. Und hinter den Kulissen war sogar die Rede von einer rechtlich schwierigen Lage: Wenn der Bebauungsplan keinerlei Aussicht auf Realisierung habe, wäre er möglicherweise unwirksam. 

Nun: Stadtbaurat Robin Denstorff bestätigt gegenüber westline, dass hier grundsätzlich kein Problem vorliege. "Der Bebauungsplan schafft ein Angebot, das genutzt werden kann. Wir haben also einen Anlass", so Denstorff. Man habe auch deswegen den Klub gebeten, "in Optionen zu denken". Das dürfte dem Verein und seinem Präsidenten Christoph Strässer durchaus klar sein. Im westline-Interview hatte Strässer vor Monaten über den Fall gesprochen, dass ein Neubau scheitert und der Verein schlicht gezwungen wäre, an der Hammer Straße zu bleiben.

Das Interview hier:

 

Die Zeichen aus der Ratsmehrheit sind aktuell so, dass der Bebauungsplan im Mai, spätestens Juli, in Kraft treten könnte. Damit wäre planungsrechtlich der Umbau des Stadions möglich. 

Der Zeitplan wird auch von der Stadtverwaltung so bestätigt. Das ist durchaus spannend, denn zuletzt hatte das neue Wasserversorgungskonzept der Stadt Münster für Unruhe gesorgt. Das Preußenstadion grenzt an ein Wasserschutzgebiet, das künftig von der Wassergewinnung ausgeschlossen wird. Das Konzept der Stadtwerke sieht vor, das Wasserwerk Geist aufzugeben - aber die Debatte darüber schien sich eigentlich noch viel länger hinzuziehen. 

Stadtbaurat Denstorff erklärt nun den schnelleren Ablauf: "Dem Rat wird das Wasserversorgungskonzept wohl im Februar zum Beschluss vorliegen. Es schließt sich ein Anzeigeverfahren bei der Bezirksregierung an, die ein positives Testat erstellen muss." Es sei ausdrücklich mit der Bezirksregierung besprochen, dass dieses Thema wegen des Areals Hammer Straße vorgezogen wird. 

Erst wenn die Bezirksregierung "grünes Licht" gegeben hat, kann das sogenannte "DIPOL-Konzept" in Kraft treten. Und damit wäre auch das Thema Wasserschutzgebiet am Preußenstadion obsolet. Denstorff gegenüber westline: "Ich sehe da keine zeitliche Diskrepanz." Soll heißen: Das eine Thema (Wasser) wird nicht das andere (Bebauungsplan) ausbremsen.

Was wird nun aus der Hammer Straße?

Die Sachlage ist ja bestens bekannt. Der Verein will ein neues Stadion bauen, kann dies wegen des politischen "Neins" aber nur außerhalb der Stadtgrenzen tun. Zugleich kann der Verein aber die Hammer Straße weder in Gänze noch in Teilen aufgeben, weil ein Neubau ja auch scheitern kann. 

Aus Sicht der Stadtverwaltung derzeit kein Problem. "Wir sichern den Standort, das ist planerisch wichtig", so Denstorff. So einen ähnlichen Plan hatte die Stadt ja auch mal mit der Nieberdingstraße - wie das endete, ist hinlänglich bekannt. Aber dieses Problem hat die Hammer Straße ja nicht. 

Das große "Aber" liegt in der Kommunikation zwischen Preußen Münster und der Stadtpolitik. Letztere fordert vom Verein ein "Bekenntnis" zur Hammer Straße. Ersterer kann dieses Bekenntnis ohne belastbare Zahlen gar nicht abgeben. Ein Patt, das derzeit nicht aufzulösen ist.

Dabei gab es aus der Politik durchaus schon Anregungen oder Vorschläge. Christoph Kattentidt (Grüne) beispielsweise bringt Denkmodelle ins Spiel. Die könnten von "Zahlungspausen" für die ersten beiden Jahre bis hin zu Erbpacht-Lösungen reichen. So oder so ist der Politik klar, dass ein Umbau des alten Preußenstadions nicht vom Verein zu stemmen wäre - weil der dafür schlicht keine Investoren hätte. Die Stadt müsste hier in Vorleistung gehen und sich die Kosten über Mietzahlungen zurückholen. Das Modell war so ja schon mit dem "alten" SCP besprochen worden.

Wie die Umwandlung des Klubs in eine Kapitalgesellschaft sich auf die Debatte auswirkt, wäre dann noch zu prüfen. Die Gefahr steht im Raum, dass ein Umbau des städtischen Stadions für einen einzigen (kommerziellen) Mieter als unzulässige Förderung des Profisports gewertet würde. 

Was konkrete Bauarbeiten betrifft: Zuletzt hatte der Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) mehrfach, auch westline gegenüber, betont, dass grundsätzlich schon im Frühjahr 2018 erste Arbeiten an der Hammer Straße möglich wären. Was dann genau machbar wäre, bleibt offen. Aber auch der Stadtbaurat sagt: "Man kann über einzelne Bausteine des Bebauungsplans durchaus nachdenken. Tribünenbauten, die mit den aktuell vorhandenen Stellplatzkapazitäten machbar wären." 

Das sind alles Zukunftsthemen: Zumindest für die Hammer Straße stehen konkrete Veränderungen an. Ungeachtet dessen will der SCP die Gespräche mit den Umlandgemeinden wieder aufnehmen. 

 


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7Zwickau3849:47252
8Münster3848:50-252
91. FCK3849:51-251
10U´haching3853:46748

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